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Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind... Paul Claudel
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RE: Noch einmal zu Handke... | 09.12.2019 | 17:46

Der Artikel von Michael Ewert ist eine Rarität. Ewert wäre jemand, den ich gern mit Alida Bremer zum Thema diskutieren hören | sehen würde.

Jagoda Marinic wurde für Ihre ´Handke-Verdienste´ gestern brav gekürt, indem Sie Gast bei Anne Will sein durfte. Was sie für das Thema ´Die SPD rückt nach links usw.´ qualifiziert, weiß u.U. Anne Will, doch sie hat es nicht verraten. Vielleicht sitzt Alida Bremer in der nächsten Sendung zum Thema Klima | XY dort, würde mich jedenfalls nicht wundern. So läuft das Spiel _ wer sich darin bewehrt, wird geehrt.

Zurück zu Handke: Wie fanden Sie denn seine Rede?

RE: Noch einmal zu Handke... | 09.12.2019 | 17:44

Vorab vielen Dank für den Link zum Podcast _ kannte ich bislang noch nicht.

Ich finde nicht, dass Mladen Gladic schlecht vorbereitet war. Irgendwo las ich mal, dass er an einer Diss über Medien- & Kriegskommunikation am Beispiel Handke arbeitete (oder so ähnlich lautend), insofern besitzt er zu diesem Thema den fachlich versierten Background. Nur ging es den anderen Teilnehmern nicht bzw. nur peripher um Handkes Texte sondern um die gegenseitige Bestätigung ihrer Haltung zu den Jugoslawienkriegen, nach der zufolge Handke im Unrecht wäre. Mir scheint, dass das vehemente Eindreschen auf Handke (wenn es sein muss auch mit falschen Zitaten), den wiederholt absurden Unterstellungen zu dessen Einstellung in seinen Texten dazu dient, die empfundene ´Richtigkeit´ des eigenen Urteils immer wieder neu zu bestätigen. Das ist MM nach ein Zeichen für Unsicherheit _ souveräne Verteidigung der eigenen Haltung geht anders.

Mladen Gladic war vielmehr auf eine Auseinandersetzung mit einer Person wie Alida Bremer schlecht vorbereitet, dazu fehlen ihm die Haare auf den Zähnen & u.U. auch einiges Hintergrundwissen. Alida Bremer beherrscht perfekt die Klaviatur aller medial wie politisch geäußerten Stereotype & Unwahrheiten über die jugoslawischen Ereignisse ( W. Lippmann lässt grüßen) von damals wie heute. Um diese zu entkräften, was nahezu in jedem 2. von ihr geäußerten Satz erforderlich wäre, bedarf es zum Einen ein umfassendes Wissen zu den Geschehnissen, zum Anderen ein mehrere Stunden dauerndes Gespräch. Hinzu kommt Bremers Diskussionsstil, ihre Vorliebe mit Degradierungen wie z.B. ´´Borniertheit | Dummheit | Demenz´´ (ab 27:00) zu argumentieren. Dem ist ein Typ wie Mladic einfach nicht gewachsen. Die beiden anderen Jungs sind zwar ein kleineres & höflicheres Kaliber als Bremer, doch auch bei ihnen wird die Vorliebe zum Missverstehen von Handkes Texten offensichtlich. ´´ Lesen und Gelesenes begreifen und verstehen sind übrigens zweierlei. ´´ (Zitat Lars Hartmann).

Ich denke, dass nach dem Hören dieses 3 ./. 1-Gespräches keine Seite die andere überzeugen oder wenigstens zum Nachdenken bringen konnte.

>> Die einzige Frage, die solche Hardliner vielleicht aus dem Konzept bringen könnte oder die Zuhörer zum Nachdenken bringt, wäre die nach den Möglichkeiten der Versöhnung. <<

Das ist vollkommen richtig ! Vielleicht liest Gladic mit & kann mit dem Vorschlag zukünftig etwas anfangen.

RE: Eine Partei gibt sich eine Chance | 03.12.2019 | 07:20

>> Es kann die erste Woche eines langen Weges sein, den die SPD vor sich hat, will sie sich wirklich als Vertretung der Vielen, nicht der Wenigen neu erfinden.<<

Als wenn CDU|CSU, Grüne, FDP & AFD Vertreter der Vielen & nicht der Wenigen wären. Worauf es inzwischen ankommt, ist die Vermittlung, so zu tun als ob. Die SPD hat zumindest mit dieser Wahl die Möglichkeit einer neuen bzw. alten Ausrichtung. Die hier im Thread überproportional betonte, mangelnde polit-professionelle Rhetorik von Saskia Esken fand ich zwar auch befremdend doch im Endeffekt sympathisch. Die professionell gecoachten Labertaschen, die das Eine sagen, etwas Anderes denken & das Dritte tun, stehen mir bis Oberkante Unterlippe. Ich weiß zwar immer noch nicht wofür Esken & Borjan konkret eintreten werden, doch sollten sie eine Chance erhalten. Wir werden sehen & hören.

RE: Eine Partei gibt sich eine Chance | 03.12.2019 | 06:56

Tja, die Brille made in 2019 besitzt ´klarere´ Durchsichtgläser als jene vor 100 + Jahren. Dieser Bequemlichkeit sollte man sich bewusst sein. Auch über die Lebensumstände der wenig oder gar nicht privilegierten Bevölkerung seinerzeit. Nicht aus Gründen des Überflusses wurden Kaiser, Zaren, Könige usw. samt ihrer religiösen Lakaien vom Thron gefegt. Dass letztere sich den Ideen des Kommunismus oder zumindest Sozialismus derart vehement bis heute versperren _ mit Ausnahme von Francesco & zu wenigen anderen _ lässt sich nur nach der Gier um Macht & Kontrolle erklären, doch nicht aufgrund Inhalte der jeweiligen Schriften & Lehren, wenn sie denn zu Ende gedacht werden.

Sicher, der größte Fehler der europäischen Kommunisten war, die christliche Kirche nicht einzubinden. Was schließlich u.v.a. Eingriffen zu ihrem Finale beitrug. Daraus haben die chinesischen Kommunisten zwar spät aber immerhin gelernt, den Buddhismus & Konfuzianismus nicht partout zu verteufeln. So wie den Kapitalismus, den sie recht clever einsetzen & mittlerweile den diesen propagierenden Staaten als Stinkefinger wie Spiegel vorhalten. Die chinesischen Arbeiter werden zwar immer noch ausgebeutet, nicht nur von der chinesischen Oligarchie sondern auch der westlichen, doch sie können besser davon leben als jemals zuvor in ihrer Geschichte. Das ist das Gegenteil der Situation hierzulande & allen anderen westlich-kapitalistischen, nun neoliberal bezeichneten Staaten.

Tibet ist nicht das überzeugendste Beispiel der zerstörerischen Elemente kommunistischer Ideologie, wie sie gern von deren Kontrahenten ins Feld geführt wird. Vor der maoistischen Übernahme Tibets herrschte hier eine elitäre Clique inkl. der tibetisch-buddhistischen Vertreter, die wenig bis gar nichts mit den Lehren eines Siddhartha Gautama gemein hatten & nicht zufällig tauchen in dieser Gemengelage im Vorfeld die Briten auf, so ungefähr wie in jeder interessanten wie konfliktbeladenen Region damals wie heute. (An Ihrem britischen Überglauben sollten Sie i.Ü. arbeiten.) Die Besetzung Tibets war weniger ein ´geistfeindlicher´ Akt (wenn sie diesen Begriff im Sinne von ´spirituellfeindlich´ meinen, was ich voraussetze), sondern pure Geopolitik sowie Kickoff zum Rauswurf der Briten an den Grenzen Chinas, die dieses Land mit ihren Opiumkriegen ins Elend gestürzt haben.

>>…aber völlig aus der Luft gegriffen waren Kategorien wie "judäo-bolschewistisch" eben keineswegs…<<

Bin gespannt ob der Kommentar im Laufe des Tages noch zu lesen ist, bzw. Grinzold im DFC diesen übersteht. Sie differenzieren zu wenig in Ihren Ausführungen, obwohl Sie dazu intellektuell in der Lage wären. Doch Sie reizt die Provokation, in Folge sich immer wieder als wackeres Steh-Auf-Männchen zu profilieren. Wird das nicht auf die Dauer langweilig? Was haben Sie davon R. Schramm derart anzugehen?

Darüber hinaus ist die Auslegung dieser Nazi-Terminologie dennoch falsch. Ohne nichtjüdische Denker, Aktivisten, Sympathisanten, Kämpfer etc. wäre es nirgendwo auf der Welt gelungen, einen kommunistischen Staat aufzubauen. Es gibt nun einmal nicht so viele Juden wie Chinesen. Das gilt auch für Anschuldigungen in die andere Richtung.

RE: Ein wenig Zögern kann nicht schaden | 01.12.2019 | 18:43

Danke für den Hinweis, habe dort bereits kommentiert.

RE: Ein wenig Zögern kann nicht schaden | 01.12.2019 | 18:41

Jetzt machen Sie die Anne Mohnen nach, frei nach dem Motto: Such Dir doch die Belege für meine Anschuldigungen selber…Ich kenne das Spielchen inzwischen & Nein, ich werde nicht Ihren Fiffi spielen.

Interessant, dass Sie nun nicht serbische Politiker sondern bosnisch-serbische erwähnen. Aber auch von Dodik werden Sie schwerlich Aussagen finden, die Ihre Anschuldigungen bestätigen. Kleiner Tip: Orientieren Sie sich vorsichtshalber an schriftliche oder mündliche Originalaussagen der betreffenden Personen. Sie wissen ja wohin Paraphrasierungen bzw. falsch zitierte oder interpretierte Äußerungen führen können ___womit wir wieder bei Handke wären.

RE: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht | 01.12.2019 | 18:39

Es gibt bestimmte Interessensgruppen, denen eine Differenzierung zwischen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit & Völkermord wichtig erscheint. Die britische Regierung hat vor 2 oder 3 Jahren einen Resolutionsentwurf vor der UN eingebracht, in der das Massaker von Srebrenica als Völkermord eingestuft werden sollte. In der Resolution wurde die Verantwortung auf Serben als ethnische Gruppe benannt. Dank des russischen Vetos wurde die Resolution aus diesem Grund nicht angenommen.

In der bosnische-muslimischen Community ist mehrheitlich das Verharren auf die Völkermordbezeichnung präsent. Dank der ICTY-Klassifizierung fühlen Sie sich im Recht. Eine Wahrheitskommission zur Untersuchung des Srebrenica-Massakers als auch anderer schrecklicher Verbrechen während des Krieges lehnen Sie allerdings ab. Die serbischen, kroatischen oder sonstige nichtmuslimische Opfer werden i.d.R. negiert. An deren Gräber oder Mahnmale zeigen sich keine muslimischen Politiker. Obwohl die sämtliche, politische wie militärische, serbisch-bosnische Führung vor dem ICTY zu sehr hohen Haftstrafen verurteilt worden ist, wird immer wieder die Forderung erhoben, die serbische Regierung solle endlich zugeben, dass ein Völkermord stattgefunden hätte. Das sind äußerst schwierige Voraussetzungen für eine Annäherung zwischen den Bevölkerungsgruppen als auch der Verarbeitung der Kriegsgeschehen.

Ich kann durchaus verstehen, dass ein Verbrechen, womöglich noch ein aus ethnischen oder religiösen Motiven geplantes, bei den betroffenen Hinterbliebenen noch monströser erscheint als es ohnehin schon ist. Was ich nicht verstehen kann, ist die mangelnde Empathie gegenüber den Verbrechen, die an Serben, Kroaten, Roma usw. begangen wurden. Gerade am Beispiel Srebrenica gibt es eine furchtbare Vorgeschichte, bei der über 2000 Frauen, Männer & Kinder von der bosnisch-muslimischen Armee sowie Freiwilligen brutal ermordet & zerstückelt wurden. Hier handelte es sich nicht um Kriegshandlungen sondern Überfälle auf angrenzende Dörfer & Gehöfte der Bauern. Nach den Massakern zogen sie sich in das von der UN geschützte Srebrenica zurück. Das wußten auch die zuständigen Verantwortlichen der Dutchbat, doch unternommen wurde nichts.

Für diese Verbrechen wie auch alle anderen wurde kein einziger bosnisch-muslimischer Politiker oder miltärisch Verantwortlicher verurteilt. Auch das sind keine guten Voraussetzungen für ein einheitliches Bosnien. Doch das wollen die meisten im In- & Ausland offensichtlich auch nicht. Anders ist das ganze Vorgehen dort nicht zu erklären.

RE: Ein wenig Zögern kann nicht schaden | 01.12.2019 | 15:36

Kommen noch Angaben zu den ´serbischen Leugnern & Verharmlosern´ oder meinen Sie _ mal wieder _ dass Anschuldigungen als Beweise zu betrachten sind?

RE: Ein wenig Zögern kann nicht schaden | 01.12.2019 | 15:29

>>Aber auch bezogen auf die int. Gerichtshöfe und ihr Wirken, ist es ebenfalls unredlich sowas zu behaupten.<<

Keine Behauptung aber Tatsachen _ leider!

RE: Ein wenig Zögern kann nicht schaden | 01.12.2019 | 15:28

>>Aber auch bezogen auf die int. Gerichtshöfe und ihr Wirken, ist es ebenfalls unredlich sowas zu behaupten.<<

Keine Behauptung aber Tatsachen _ leider!