Friedensnobelpreis für griechische Helfer-JA!

Flüchtlinge Als ich einen Artikel mit dem Titel "Tragödien ohne Ende an Europas Grenze" wurde mir bewußt, wie einzigartig die Leistung Griechenlands in den letzten Monaten ist.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Allein seit Anfang des Jahres kamen ca. 50.000 Menschen über den Fluchtweg Aegäis auf verschiedene griechische Inseln, mindestens 160 von ihnen sind leider ertrunken. Griechenland, das nun wirklich ausreichend eigene Probleme hat, wird nicht gerade mit praktischer Hilfe durch die anderen europäischen Staaten "überschwemmt". Im Zusammenhang mit dem Abschluß des Hot Spot-Aufbaus sagte denn auch Ministerpräsident Tsipras, "das es sich bei der Flüchtlingsfrage um eine europäische und nicht etwa um eine griechische Krise handle". Neben Deutschland waren es jedoch bisher lediglich (früher) Österreich und Schweden, die den Hauptanteil der Flüchtlinge aufgenommen haben.

Glücklicherweise ist zumindest bei der vor kuzem abgehaltenen Geber-Konferenz eine größere Summe zusammengekommen. Diese ist vor allem für die Flüchtlingscamps in Jordanien, dem Libanon und der Türkei gedacht. Wenn man sich die Spenden der einzelnen Länder ansieht, so fällt einem (unangenehm) auf, das die USA, Großbritannien, Kuwait und Deutschland an der Spitze liegen. Reiche Nachbarstaaten von Syrien, wie etwa Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Katar rangieren ziemlich weit hinten. Das ist absolut beschämend! Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, das jetzt christlich geprägte Länder Menschen mit überwiegend muslimischer Herkunft Asyl gewähren sollen. Auch der Koran kennt das Gebot der Nächstenliebe! Gerade Saudi-Arabien, das nicht ganz unschuldig an der derzeitigen Katastrophe in Syrien ist, sollte sich an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligen.

Es ist hauptsächlich den vielen griechischen und internationalen Helfern zu verdanken, das es in Griechenland bisher noch nicht zu einer absoluten humanitären Katastrophe gekommen ist, aber vielerorts ist es kurz davor. Daher mein Plädoyer für die Vergabe des Friedensnobelpreises an die Helfer auf den griechischen Inseln, sozusagen stellvertretend für alle Helfer.

13:42 13.03.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare