Ihr seid das Volk!

Dresden, Ist die Demokratie noch zu retten?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Ihr seid das Volk!

Nachdem ich die Berichte über die Feierlichkeiten zum "Tag der deutschen Einheit" aus Dresden gesehen hatte, hat mich dann doch mal die Wut gepackt. Es ist nahezu unerträglich mitanzusehen, wie Menschen, die anscheinend weder eine gute Kinderstube noch irgendein Quentchen Bildung mitbekommen haben, Politiker und Nichtpolitiker auf aggressivste Weise anpöbeln. Würde man sie lassen, so würden viele von ihnen aller Voraussicht nach auch gewalttätig werden. Ich gewinne immer mehr den Eindruck, daß viele unserer ostdeutschen Mitbürger überhaupt kein Gefühl mehr von Anstand haben. Eigentlich müßten sich doch noch sehr viele gut daran erinnern, daß sie vor nicht allzu langer Zeit auch in einer ähnlichen Situation wie die heutigen Flüchtlinge steckten, nämlich nach dem Mauerfall. Damals sind sie allerdings vom Westen meines Wissens ziemlich grozzügig behandelt worden, man denke nur allein an die Umtauschmodalitäten der maroden Ost-Mark in D-Mark. Auch der Soli existiert immer noch und die überwiegende Mehrheit zahlt ihn "brav".

Warum dann also jetzt dieser Hass auf die Asylanten????

Sachsen z.B. hat bisher in 2016 gerade mal 20.000 Asylanträge, NRW hat 138.000!!! Die Anzahl der Asylanten in den neuen Bundesländern ist insgesamt sehr gerin, trotzdem werden fast die Hälfte der rechten Gewalttaten in den neuen Bundesländern verübt, obwohl sie nur 17% der Gesamtbevölkerung darstellen.

Ich weiß natürlich, daß der überwiegende Teil der Menschen dort nicht so denkt und es auch im Westen zahlreiche rechtsgerichtete Kriminelle gibt.

Trotzdem mein Appell an alle friedliebenden Bürger in den neuen Bundesländern: Zeigt den rechten Kreaturen, daß ihr die Mehrheit seid, ihr seid das Volk, nicht die!!!!!

Und, um ekligen Kommentaren vorzubeugen: Nein, ich befinde micht nicht in der rechten Ecke, mein Herz schlägt links!

12:02 05.10.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare 4