Corona nimmt mir jegliche Sicherheit

Corona Corona nimmt mir in der zu-Hause-bleiben-Zeit meine ganze Sicherheit. Die hatte ich mir so hart erarbeitet.
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Heute schreibe ich mal nicht über den Handball! Corona ist wichtiger! Dieses Virus stellt alles andere in den Schatten!

Corona, ich will nicht mehr.

Anfang des Jahres war es noch weit weg. Das wird schon nicht hier herkommen. Das ist ja nicht hier. Ein Trugschluss.

Ich habe richtig Angst vor diesem Virus bekommen. Mein Sohn hat, nach einem RSV-Infekt mit 6 Monaten, Asthma zurückbehalten. Somit gehört er zur Risikogruppe. Das Wichtigste ist jetzt ihn vor diesem Virus zu schützen. Wenn er Corona oder auch Covid-19 bekommt, sind wir am Arsch!

Seit 5 (oder wie lange?) Wochen sind wir alle in Quarantäne. Die Schule, in die unsere große Tochter geht, ist zu. Ab dieser Woche geht es mit richtigen Hausaufgaben los. Die Kita wird vor den Sommerferien nicht mehr regulär starten. Eine Notgruppe kommt für ihn natürlich nicht infrage. Er muss zu Hause bleiben.

Ich gestehe! Ich bin Monk!

Der Sicherheits-Monk, das bin ich! Muss immer alles genau geplant und getaktet haben. Ich brauche Sicherheit.

Hier ein paar "kranke" Beispiele :

-Fahre ich an einem mir unbekannten Ort, bin ich die Strecke im Navi und auf Google maps 100 mal durchgegangen. Und weiß wie lange ich unterwegs bin. Auch kenne ich alle Parkplätze in der Nähe.

-Ich ziehe nur Oberteile an, die unifarben sind. Keine Muster, keine Streifen! Ich kann nicht anders.

-Bin ich mit dem Zug unterwegs, habe ich mindestens 3 Ausweichabfahrtzeiten auf dem Handy gespeichert. Mit Gleisangabe!

- Selbst mein Terminkalender ist voll mit unnötigen Terminen! Aber auch diese Termine sind mir sehr wichtig!

-Hat mein Handy nur noch 40 % Akku, suche ich die nächste Steckdose! Ein Ladekabel habe ich immer dabei.

Ich könnte diese Monkschen-Verschrobenheiten noch endlos weiterführen, aber ich lass das lieber! Sonst empfehlt ihr mir noch einen Aufenthalt in einer geschlossenen Abteilung.

Sicherheit in meinem geregelten Leben war mir bisher immens wichtig. Und genau diese Sicherheit fehlt mir jetzt. Alles, was ich mir bisher hart erarbeitet habe, wirbelt Corona mächtig durcheinander! Und sagt dann süffisant im Abgang: "Na dann bring mal alles schön wieder in Ordnung! Und reiß dich endlich zusammen!"

Das ist aber gar nicht so einfach, denn Corona ist immer noch nicht weg. Und bis es endlich weg ist, wird es noch ein harter und steiniger Weg werden. Aber bis jetzt habe ich eigentlich schon genug. Übrigens wir nehmen die Corona-Impfung gerne, wenn es sie dann gibt.

Nicht nur das ich heute Morgen überlegt habe, ob ich mir schon die Zähne geputzt habe. Ich wusste es wirklich nicht mehr, da jeder Tag gleich ist. Nein ich weiß auch nicht, welcher Tag heute ist. Okay April bekomme ich noch hin, aber mehr auch nicht! Termine und Gewohnheiten habe ich keine mehr, das ärgert und verunsichert mich gleichermaßen.

Und dann dieses doofe Gefühl bei jedem Husten und bei jedem Kratzen im Hals

"Ich möchte die Kontrolle über mein Leben zurück, nicht mehr nur funktionieren!" sang schon Tim Bendzko. Und er hat so recht! Ich möchte mein altes Leben zurück! Ich möchte nicht auf den nächsten Zug warten müssen. Möchte mich von meinem Navi leiten lassen und nicht von Corona. Und ich möchte wieder meine Termine in meinem Kalender stehen haben. Und ich will nur noch das Ladekabel für mein Handy dabei haben und nicht für mein ganzes Leben!

Liebe Grüße!

Ich polarisiere, genau das ist mein Ziel!

Niemand muss mit mir einer Meinung sein, nur sollte jeder seine Meinung vertreten dürfen.

13:27 21.04.2020
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Geschrieben von

Handball-Bloggerin

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