Die Heiligen fünf Könige

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Gauck, Göring-Eckhard, Huber, Käsmann - Merkel.... Fünf Menschen, die persönlich verbunden sind durch den Protestantismus - fünf, die es geschafft haben, in hohe bis höchste Ämter zu kommen - kirchlich und/oder politisch. Fünf, die fast jedermann ein Begriff sind, die "man" kennt (oder zu kennen glaubt). Fünfe, die es trotz dieser Ämter geschafft haben, sich eine Aura von Sympathie, Korrektheit, Vertrauen oder Zuverlässigkeit bei doch recht großen Bevölkerungsanteilen zu erarbeiten, selbst bei vielen, die religiös oder politisch anderer Anschauung sind. Das ist erstaunlich und es ist sehr wohl eine auffällige Häufung, die zum Nachdenken anregen kann.

Warum nicht fünf Katholiken, fünf Atheisten? Stehen diese denn für weniger Menschlichkeit, Wärme, Kompetenz und Vertrauen? Sind die Katholiken in hohen Ämtern am Ende hemdsärmeliger, macho-hafter, weniger Vertrauenswürdiger? Vermitteln Atheisten keine, zu wenig oder doch entsprechend weniger Werte? Oder traut man es beiden nicht zu?

Was ist es, dass die obigen Namen doch einer ziemlich großen Bevölkerungsgruppe in toto eher Wellen von Wohlwollen, Brüderlichkeit, Lösungskompetenz oder Wertevermittlung zuträgt, die anderen Politikern oder Kirchenfürsten in Punkto Glaubwürdigkeit eher abgesprochen werden?

Könnte es daran liegen, dass sie es schafften, die persönlich zu vermittlende Botschaft ihrer Arbeit letztlich vor ihre Person zu stellen und das glaubwürdiger als die meisten anderen zu transporieren? Und wenn ja, hat das mit dem Protestantismus, seiner Prägung und seinem Bekenntnis zur Demokratie zu tun?

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Nashira

Ich sprenge Lichtlöcher in meinen Dunkelraum, bewege mich zwischen den Stühlen und verschatte mir das Tageslicht, um schärfer sehen zu lernen.
Nashira

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