Wachstum – tatsächlich eine alternativlose Formel?

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community



Noch immer wird Wachstum als das Allheilmittel der globalen Krise beschworen. Ohne Wachstum scheint das Ende der Menschheit gekommen. Mit Wachstum etwa nicht?

Jeder Mensch weiß, dass Wachstum unter den Bedingungen unseres Lebens in sich nur begrenzt sein kann, da es sich aus Ressourcen speist, die ebenfalls endlich sind. Im Zusammenhang der globalen Krise ist das Augenmerk auf Wirtschaftswachstum fokussiert – und keineswegs auf Wachstum an Menschlichkeit oder Ethik, die im Zweifelsfall sogar kontraproduktiv und störend sein können. Wie sehr sie sich bedingen, ist noch lange nicht jedem Menschen heute klar.


Wirtschaftswachstum, Entropie, exponentielles oder konstantes Wachstum – viele Basisbegriffe sind wichtig, wenn man die Gesetzmäßigkeiten von Wachstum verstehen will. Die Kardinalfrage jedoch bleibt: Wann ist die Sättigungsgrenze erreicht? Wann ist Wachstum so aufgebläht, dass es in sich zusammenfallen muss? Die Wachstumstheorie der Volkswirtschaft hat eine Reihe Modelle hervorgebracht, die hier jedoch nicht besprochen werden können/sollten – sondern die Alternative, die fragend lautet:


1. Was kann einem sich weiter aufblähenden krankmachenden Wachstumsprozess als Heilungsmodell entgegengesetzt werden, das zugleich ein Überleben der Menschheit unter den Bedingungen von Menschlichkeit möglich macht?


2. Wie müsste eine Menschheit sich völlig neu organisieren, wirtschaften und verteilungsbereit sein, damit die materiellen und geistigen Ressourcen und Möglichkeiten wertschöpfend und nachhaltig so intelligent genutzt werden, dass der Ausstieg aus dem Wachstumsmodell tatsächlich möglich ist?


3. Welche Formen von Politik braucht es dafür, welche psychologischen Grundlagen der Akzeptanz, welche strategischen Umsetzungen?


Mich würden Ihre Anregungen interessieren – auch wenn klar ist, dass diese Ideen derzeit wohl kaum von einem Staat(enbund) ergriffen werden. Zugleich wissen wir aber: Was frühzeitig, tief genug und ausreichend oft von vielen Menschen immer wieder neu gedacht und gefordert wird, trägt dann nach und nach die Tendenz zur Verwirklichung in sich.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Nashira

Ich sprenge Lichtlöcher in meinen Dunkelraum, bewege mich zwischen den Stühlen und verschatte mir das Tageslicht, um schärfer sehen zu lernen.
Nashira

Kommentare 14

Avatar
nashira- | Community
Avatar
nashira- | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
nashira- | Community
Avatar
nashira- | Community
Avatar
nashira- | Community
Avatar
nashira- | Community
Avatar
nashira- | Community
Avatar
nashira- | Community
Avatar
nashira- | Community
Avatar
nashira- | Community
Avatar
nashira- | Community