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Journalist, Technikbeobachter, Lomunaut, Recht-auf-Stadt-Aktivist.
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RE: Sie sind Helden | 22.09.2016 | 12:51

Was ist "afrikanische Sprache"? Südlich der Sahara ist alles eins, oder wie?
Ein bisschen genauer darf es auch im Pop-Journalismus schon sein, wenn er nicht in der paternalistischen "weltmusik"-betrachtung hängenbleiben will.

RE: Kritische Zone | 08.05.2016 | 22:13

Das Recht auf Zentralität ist von Lefebvre nicht als "Recht auf Verdichtung" gemeint, sondern als Zugang zum gesamten städtischen Leben im Unterschied zu einer Segregation unerwünschter Bewohner*innen an die Stadtränder.

Räumliche Dezentralität hingegen ist sicher nicht verkehrt in dem Sinne, dass sich nicht alles in der Innenstadt ballt, sondern sich Urbanität im gesamten städtischen Raum wiederfindet.

Zum Postulat der unumkehrbaren Urbanisierung: In den kommenden Jahrzehnten sehe ich keine Möglichkeiten, diese Entwicklung aus freien Stücken und geplant umzukehren. Vor einigen Tagen hat etwa der WBGU eine Studie zur weiteren globalen Urbanisierung vorgelegt. Wer über Entwicklung, gar Transformation des Kapitalismus nachdenkt, muss diese Verstädterung erst einmal als Fakt mit einplanen. Diese Verstädterung läuft oft unfreiwillig und brutal ab, die Stadt ist oft genug Endstation einer Vertreibung durch Landgrabbing und Armut. Es geht um die Menschen, die jetzt und in naher Zukunft in Städten leben – wie können sie zu einem guten Leben kommen?

Und es geht natürlich nicht nur um die westliche Stadt. "Recht auf Stadt" hat in Rio oder Lagos eine ganz andere Bedeutung, nämlich dass informelle Stadtteile überhaupt erst einmal als gleichberechtigter Teil der Stadt anerkannt werden und nicht zur Disposition stehen, wenn sie für den nächsten Bau eines Hochglanz-Quartiers planiert werden.

(nbo, der Autor dieses Artikels)

RE: In 100 Jahren wird man sich wundern | 21.01.2016 | 16:10

Räte: unbedingt! Aber da ist noch einiges zu tun. Ermutigend finde ich, dass der Gedanke, sich in Räten und Versammlungen zu organisieren, in den letzten Jahren an vielen Orten wieder auftaucht. Das ist auch ein Thema meines Buchs "VON WEGEN". Siehe www.allesaufnull.net

RE: In 100 Jahren wird man sich wundern | 21.01.2016 | 10:09

Gute Punkte! Aber was folgt daraus? Und eine Frage: Kam die kapitalistische Transformation von oben? So interpretiere ich das Ende deines Kommentars.

RE: In 100 Jahren wird man sich wundern | 21.01.2016 | 10:06

Wie sieht dieses "nach dem Kapitalismus" aus? Bricht er auf einen Schlag zusammen? Oder in einer längeren Periode grassierender Verelendung?

RE: Drei Sätze zu Israel | 22.01.2013 | 12:50

was ich damit sagen will? dass die antiimperialistische fraktion innerhalb der linken eine solche rechtsradikale forderung nie unterstützen würde, mit ihrer impliziten kritik an israels legitimation jedoch eine solche revanchistische position einnimmt. man könnte das problem auch auf etliche andere staaten beziehen, jordanien zum beispiel. auch hier wird die frage zurecht nie aufgeworfen. die afrikanische union war von anfang weise genug, die aus dem kolonialimus hervorgegangenen staaten nicht infrage zu stellen. mit der abspaltung des südsudan wurde leider ein präzedenzfall geschaffen. weil es hier aber um eine deutsche debatte geht, habe ich bewusst das beispiel der ehemaligen ostgebiete gewählt, weil sich in dieser frage kein vernünftiger mensch mit erika steinbach und konsorten gemein macht. bei den antiimps kann man jedoch das gefühl haben, dass sie in kruder weise eine ähnliche denkart pflegen. siehe dazu auch: http://www.b-movie.de/info/stellungnahme.php3

RE: Drei Sätze zu Israel | 18.01.2013 | 23:02

interessante sache - wenn ich sie richtig verstehe. aber ganz schön verschwurbelt. worauf wollen sie denn nun hinaus? sagen sie's frei heraus. das gibt doch bestimmt stoff für eine richtige diskussion.

grüße aus dem hamburger lodder loch.

RE: Drei Sätze zu Israel | 18.01.2013 | 22:56

lieber robert zapf, nein bitte nicht als glaubensbekenntnis allen äußerungen vorangestellt! um himmels willen. es ist nur eine beobachtung aus dem feuilleton der letzten gewesen, die mich dazu bewegt hat, das so zu formulieren, sowie eigene erfahrungen in israel mit menschen dort, die einen kritischen blick auf das land haben und die ich sehr schätze. es gibt augenblicke, in denen solidarität mit menschen auch einfach mal ganz simpel ausgedrückt werden sollte. das wiederum bedeutet nicht, sich mit regierungen zu solidarisieren, die dort wie hier ihre eigene agenda durchziehen. mir fehlen die menschen in der debatte. empfehlenswert ist übrigens auch uri gordons buch "hier und jetzt" (edition nautilus), in dem er in einem kapitel die zusammenarbeit von friedensaktivisten aus westbank und israel beschreibt.

RE: Drei Sätze zu Israel | 16.01.2013 | 07:17

Zur Inkonsequenz: Da haben Sie nicht ganz unrecht. Die "Berliner Republik" meint für mich allerdings zuerst die politische Kultur, wie sie sich seit 1999 - Regierungsumzug – entwickelt hat, nicht die Bundesrepublik an sich. Finde z.B., dass das Grundgesetz und was es an Leben ermöglicht hat, ein großartige Errungenschaft ist. Mit der Berliner Republik hadere ich hingegen. Die Republik könnte anders sein.

RE: Drei Sätze zu Israel | 16.01.2013 | 07:12

Das Problem für mich: Es sagt halt kaum jemand. Graumann hat mit seiner "Empathie aus dem Eisschrank" doch recht. An Israel wird eine seltsame andere Messlatte angelegt.