RE: German Angst vor dem Aufstehen | 12.11.2019 | 21:09

Aber das stimmt doch nicht, oder was heißt dann noch "konkret". Leiharbeit, Minijobwunder und prekäres Leben - zu konkret! Pflege, Gesundheit überhaupt und Bildung, die die Leute für den Markt zuschneidert und ein Kapitalismus, der schon lange nicht mehr beim Menschen halt macht, sondern die ökologische Grundlage unserer aller Existenz auffrißt. Die Revolution, die ihre Kinder frißt ist ein Witz dagegen und es soll keine Zündfunken geben? Es ist ein Flächenbrand und wir halten die Füße still.

Also, was stimmt nicht mit uns? Außer Bedenkenträgerrei denke ich ist es die Bereitschaft sich unterzuordnen. Uns fehlt die Bockigkeit. Und was einige zuviel haben, das ist die Verlustangst. Was könnte man nicht alles verlieren! Lampen könnten ausgehen! Entsetzlich! Ja was sollen denn erst irgendwelche Flüchtlinge sagen? Lampen, die haben erst garkeine Lampen, aber Oh Gott! hier geht mal der AppStore offline! First world problems sind das. Einige hier sind zu satt und Verlust wäre mal genau das Richtige!

RE: „Hier hast du was zu trinken“ | 05.11.2019 | 21:41

Und heute wundert man sich über die Afd. Die "Altparteien", mit Ausnahme der Linken, haben die Bevölkerung zum Autoritarismus und Hass auf die Schwachen zugeritten.

Mich wundert nichts.

RE: Ein existenzieller Erfolg | 05.11.2019 | 21:22

Es geht also weiter wie bisher - war ja auch naiv. Nur die Natur kann dem Wahnsinn noch einen Riegel vorschieben, denn der Mensch ist nicht Willens.

RE: From Hero to Zero | 31.10.2019 | 20:49

Ich finde es ist ein einziges antikes, tragisches Schauspiel - dazu verdammt die Geschichte zu wiederholen.

Mein Eindruck ist, dass unter den Afd-Fans ne ganze Menge frustrierter, ehemaliger SPD-Wähler sind. Die Einen sind nach Durchsetzung der angebotsorientierten Arbeitsmarktreform zur Linken gewechselt. Für die Anderen war die Linke aus was für Gründen auch immer keine Option, somit diese erstmal keine Partei zum Wählen hatten - bis die Afd erschien. Die Afd ist sehr gut darin die Aggression zu kanalysieren.

Und Aggression ist das nächste Stichwort. Dieses Wirtschaftssystem macht die Menschen aggressiv und die Agendapolitik mit ihren ganzen Zumutungen und Ängsten die sie auslöst steigert das. Es ist wie mit der Massentierhaltung. Pfercht man Schweine, Hühner oder andere intelligente Tiere auf einen Quadratmeter Lebensraum ein, stehend im eigenen Kot, werden die aggressiv. Sie fangen an einander zu beißen. Damit sie nicht sterben und die Investition flöten geht gibt man ihnen Antibiotika. Pillen fressen, um zu funktionieren.

Und so ist das mit dem intelligenten Tier Mensch. Die Rechten sind ein sehr fleißiger Schüler des Fach's Kapitalismus. Sie identifizieren sich mit der Herrschaft, stellen das Wirtschaftssystem in keinster Weise in Frage, setzen es in sich um und schlagen auf die Schwachen, die Verlierer. Das ist die herrschaftstreue Art mit der Aggression umzugehen.

Man benötigt keine Glaskugel oder ein Studium der Raketenwissenschaft, um zu sehen wo das endet - Es ist ein Trichter, der in Eskalation mündet.

RE: Zweihundertneunundfünzigtausend | 28.10.2019 | 22:06

Das Reden mit Rechten, solange nicht extrem rechts, geht schon. Es gibt AFD-Fanbois, mit denen kann man schon reden, nur ist das sehr zeit- und energieaufwendig und die werden von Anfang an versuchen dich mit ihrem Gedankengebäude, links und youtubevideos zu überwältigen. Bei denen hat sich viel angestaut und man braucht viel stamina. Ich mach das seit langer Zeit - im reellen wie virtuellen Leben.

RE: Vom Wachstum des Nutzlosen | 27.10.2019 | 12:06

Hmm, ich würde anders argumentieren, zum Beispiel was die Gier angeht.

Gier wird es schon immer gegeben haben, aber was wir heute haben ist von neuer Qualität. Mit den Methoden der Wissenschaft werden Menschen am grenzenlosen Konsumieren gehalten. Eine Industrie wendet die Erkenntnisse der Psychologie an, um den Leuten dauernd einzureden, dass sie neue Dinge benötigen - nennt sich Werbung. In Labors werden Produkte so designed, dass sie für menschliche Gaumen objektiv unwiderstehlich sind. Gleichzeitig sagt man ihnen aber verantwortungsvoll zu konsumieren und keine Tagesdosis zu überschreiten. Verlogen und schizophren. Man lagert die Schäden immer aus. Es verhält sich wie mit der Kernkraft, dem Finanzsektor und anderen Bereichen - der Produzent nimmt für sich immer die feinen Profite und vergesellschaftet die Schäden. Diese Gier ist gemacht.

Ahja und wegen der Utopie. Das Ende der Utopie wird keine neue Erscheinung sein. Schon in den 80/90ern hieß es "No Future!" und wenn ich so überlege fällt mir außer Star Trek keine Utopie ein, die das Wort verdient. Futuristische Städte, die sozial vertikal strukturiert sind, also genauso wie die Hochhauslandschaft aussieht, mit fliegenden Autos und Robotern überall sind keine Utopie. Technokratische Projektionen von dem was eh schon ist, sind das. Das ist business as usual und keine Utopie.

Und Wachstum bewirkt nicht, dass man gemütlich leben kann, sondern der Kampf um ein Kuchenstück leistet dies. Es ist eine Binse, dass der Kuchen erst gebacken werden muss, aber ein duftender Kuchen bedeutet nicht, dass man ein Stück abkriegt. Und da ist es egal, wie sehr man am Kuchenbacken beteiligt war, haha!

RE: Das Patriarchat kocht | 04.10.2019 | 14:16

Das einzige Auto, dass die Umwelt schützt ist ein Auto, dass nicht produziert werden musste.

Wir brauchen neue Produkte - Produkte, die auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit ausgelegt sind und quelloffen sind. Das beißt sich ganz klar mit gegenwärtiger Unternehmenspolitik - die wollen, dass wir uns jedes Jahr neuen, kurzlebigen Ramsch kaufen. Dann muss erkannt werden, dass Konsum Grenzen hat und für alles darüber hinaus benötigt es einen Gebrauchtmarkt - wo man vielleicht auch tauscht, anstatt zu verkaufen.

Dann müssen die 1% angegangen werden - kein Mensch benötigt Reichtum für tausende Leben. Es wird Zeit zu erkennen was wirklich wichtig ist im Leben und dazu zählt keine Yacht, nen Jet, dicke Autos, sinnloser Schmuck oder viele Häuser - es gibt Menschen, die wären schon froh ne Wohnung zu haben.

Wenn die Menschheit nicht die richtigen Prioritäten setzt sterben wir aus, ganz einfach. Vielleicht wäre das bei der bisherigen Menschheitsgeschichte nicht eh die bessere Wahl - ne Fortsetzung verdient diese miese Story nicht.

Ahja, und was "Erwachsene" über die Greta Thunberg so alles in Internetforen ablassen ist unter aller Kanone. So Leute gehören von der Entwicklung überrollt.

RE: Wie könnt Ihr es wagen! | 27.09.2019 | 15:03

Naja, ist ja nicht so, als hätten Entwicklungsländer nicht mit den Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel zu kämpfen - die haben das direkt vor der Tür. Das globale Wirtschaftsystem lässt denen keine andere Wahl, Wohlstand auf diese Weise zu erreichen. Wir könnten damit anfangen deren Schulden zu erlassen und aufhören sie zu Freihandelsverträge zu nötigen, Markt, Boden und Arbeit zu liberalisieren. Sie komplett zu entblößen gegenüber hochgerüsteten Industrienationen.

Also, ich denke den armen Ländern lässt man keine andere Wahl - und das sind features und keine bugs. Knechtschaft.

RE: Wie könnt Ihr es wagen! | 27.09.2019 | 14:25

Sollen die leben wie sie wollen, aber ich kann denen nur raten, dass sie es besser nicht so tun wie wir! :P