Nearly Dead

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RE: Wir mögen Männer! | 04.08.2009 | 16:38

Ein wenig auf die Schnelle verfasst, der Artikel?! So hastig kann man doch gar nicht der Meinung sein, dass der Feminismus nur in der von der Autorin gedachten Definition existiert. Natürlich hassen oder verachten viele Feministinnen die Männer. Selbst aus den zitierten "111 Gründen" klingt eher der Nutztiergedanke, denn die partnerschaftliche Akzeptanz bipolarer Weltsicht der Geschlechter. Was viel zu wenig thematisiert wird, und dies nicht nur in diesem flockigen Artikel, ist, dass Männer in der Politik nicht vorkommen. Und es fällt Frauen, insbesondere Feministinnen, so ungemein schwer, die männliche Benachteiligung zu erkennen, fast so, als solle man doch Kuchen essen, wenn es kein Brot gäbe.

Das eben diese Ignoranz in weiten Teilen (ja, in weiten Teilen) der Mann-Schaft zu einer Fokussierung auf den Feminismus, dieser Speerspitze der Ignoranz, zurückfällt, hängt sicher damit zusammen, dass Männer im Allgemeinen mit Frauen zusammenleben.

Und seien wir doch ehrlich: Verliert eine Frau ihre Kinder an den kulturfremden Ex-Mann aus dem Iran, wird daraus die Schmonzette "Nicht ohne meine Tochter!", während Männern geraten wird, sich mit der normativen Kraft des Faktischen abzufinden und auf das Kind zu verzichten, falls die Mutter es für richtig empfindet.

Die Frage lautet dann, wer dafür verantwortlich zeichnet. Die Mutter sicher nicht, nutzt sie nur die Straffreiheit der bestehenden Strukturen. Was, vom Versagen der Politik mal abgesehen, bleibt ursächlich als Adressionspunkt übrig, wenn nicht der Feminismus?

Und was für ein Eindruck sollte unter Männern auch vorherrschen, wenn sich in nahezu allen Artikeln und Verlautbarungen kein kritisches Wort findet? Da greift das alte Bonmot, dass Feminismus von Frauen, mit Frauen, über Frauen, zu Gunsten von Frauen forscht. Da klingt für mich der Forschungsbetrieb über den real existierenden Sozialismus zu DDR-Zeiten an. Und das widerspricht eindeutig allen wissenschaftlichen Kriterien und diskrediert die "weichen" Wissenschaften so nebenher.

Marc Wortley Montagu existiert(e) übrigens nicht! Weder im Brockhaus, noch bei Wikipedia, noch bei Google.