Nebelmännchen

Randerscheinung.
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RE: Die causa Sarrazin in der Auslandspresse | 04.09.2010 | 18:04

derDonnerstag schrieb am 04.09.2010 um 14:50:

"Natürlich sagt es etwas darüber aus, d.h. über die Wahrscheinlichkeit. Ob es nun 50 - 80 % sind oder 30 (laut Wikipedia die niedrigste Schätzung), fest steht jedenfalls, dass die Varianz von Intelligenz zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil genetisch bedingt ist."

Ja, wie gesagt. Bei der Rechnerei kommt nach Zimbardo in der frühen Kindheit um die 40 und im hohen alter bis zu 80% raus. Aber es sagt überhaupt nichts über den IQ-Wert aus, wenn man weiß, dass die Varianz im Mittel zu so oder so vielen Prozenten mit der Verwandtschaft korreliert.

Ich habs ja oben schon gesagt. Statistisch gesehen werden die Söhne von oberen sozialen Klassen "dümmer" und die von unteren Schichten "klüger", obwohl der Ausgangswert in den oberen Schichten eigentlich besser wäre. Wenn IQ zum größten Teil vererbt werden würde, müsste es ja eigentlich andersrum sein.

Und ob nun 5 oder 95% der möglichen 1-100 Punkte Unterschied von sonstwas abhängen ist für diese Diskussion einfach egal. Das sagt nichts darüber aus, ob es denn im Mittel eben 1 Punkt ist oder ob es 100 sind.

Und die Aussage, dass IQ zu x% von Vererbung abhängt und zu y% von Umwelt, ist deshalb absurd, weil es das selbe ist, als würde man sagen, Brot besteht zu 80% aus Mehl und zu 20% aus Bäckerhandwerk.

Hier werden Kategorien summiert, die man nicht einfach zusammenrechnen kann.

RE: Die causa Sarrazin in der Auslandspresse | 04.09.2010 | 04:09

Nochmal für Doofe bitte: "50 bis 80 % der Intelligenzunterschiede sind auf Gene zurückzuführen". Das sagt doch überhaupt nichts darüber aus, ob schlaue Eltern schlaue Kinder bekommen. Und schon gar nicht darüber, an was es liegt, wenn Kinder schlauer oder blöder sind als ihre Alten. Oder verstehe ich da jetzt was falsch?

Nehmen wir als Beispiel Vater und Sohn:

Vater erreicht 115 nSp (nebulöse Schlauheitspünktchen). Sohn erreicht 110 nSp. (Zahlen entsprechen den mittleren IQ-Werten von Vätern und Söhnen der "höchsten sozialen Klasse" nach Zimbardo, 2004). Der Intelligenzunterschied beträgt hier 5 nSp. Zwei "Klassen" tiefer sind es bspw. ca. 96 nSp (Väter) zu 100 nSp (Söhne). Unterschied 4 (in die andere Richtung).

Wird hier also darum gestritten, ob 50-80% von diesen 5 bzw. (-)4 Pünktchen (wahrscheinlich) auf genetische Faktoren zurückgeführt werden könnten? Das ist doch Haarspalterei, die völlig in die Irre führt, weil es teilweise so dargestellt wird, als wären 80 % "der Intelligenz" irgendwie auf erbliche Faktoren zurückzuführen. "Intelligenz besteht zu 80% aus genetischen Faktoren und zu 20% aus Umweltfaktoren" wäre aber eine völlig absurde Aussage.

Außerdem verstehe ich nicht ganz, was eineiige Zwillinge mit aussterbenden Deutschen oder mit Kinderreichen Muslimen zu tun haben. Es geht hier doch wohl um Eltern und deren Kindern. Oder lassen wir uns neuerdings schon klonen, um unsere Kulturgenossen zu mehren?

In meinem Zimbardo kommen Eltern/Kind (biologisch, zusammen lebend) und Eltern/Kind (adoptiert, zusammen lebend) auf Korrelationen um die 0.41 bzw. 0.29. Eltern/Kind (biologisch, getrennt lebend auf 0.22). Na ja, auf der Basis dieser Werte lässt sich aber kein Supervolk auf natürlichem Wege züchten.

Außerdem ist da die Rede von 40% bei Kindern bis 80% im hohen Alter (möglicherweise, weil "unsere genetischen Anlagen uns sanft auf jene Umgebung zuschieben, in denen unsere genetischen Neigungen akzentuiert werden" Zimbardo nach Plomin Petrill, 1997). Das ist also auch noch alles im Fluss. Darf man sich dann künftig nur noch ab 65 fortpflanzen, damit die Brut was wird? Das würde dem Thilo wohl so passen.

RE: Fundstücke 24 | 23.06.2010 | 14:48

Hoffentlich nicht wieder am Feuer anderer, die das dann auch noch auslöffeln müssen.

RE: Fundstücke 24 | 22.06.2010 | 14:18

Ein vergnüglicher Rundgang durchs Netz. Danke.

Bei einem der zahlreichen Wegweiser hat sich ein klitzekleiner Fehler eingeschlichen. Bei den Empfehlungen aus Thilos Amazon-Wunschliste findet man sich wegen einer Klammer am Linkende bei "404 - File not found" wieder. Könnte mir zwar auch vorstellen, dass Thilo gar keine Zeit zum Lesen hat, weil Zeit bekanntlich Geld ist, aber die Kochbücher würden ihm sicher gut gefallen.

RE: Wie isst man eine Salzkartoffel? | 21.06.2010 | 14:51

Lieber Gero Steiner,

ich denke, meine Motivation ist ihnen trotz Zaunpfahl immer noch nicht klar. Für mich ist ein bisschen Ironie, Holzhammersarkasmus und nur einmal um die Ecke denken eben nicht das A von "guter Satire". Und was Sie als perfide bezeichnen, ist für mich noch nicht mal eine ganze Ecke.

Mir wird ein eher subtiler Humor nachgesagt. Ob den jemand versteht, ist mir in meinem boshaften Egoismus dann manchmal egal.

Dafür habe ich mich (ernsthaft) entschuldigt, weil ich den Eindruck hatte, Sie hätten es doch irgendwann verstanden und fühlten sich dann zu sehr provoziert.

Grüßend und schon ganz schamerfüllt, weil das schöne Salzkartoffelland entstellend
das Nebelmännchen

RE: Wie isst man eine Salzkartoffel? | 21.06.2010 | 01:38

Lieber Gero Steiner,

ich muss mich wohl bei ihnen entschuldigen, dass ich mich über Ihre Eingangssatire lustig gemacht habe. Ich hielt sie eben für plump und habe mich hinreißen lassen. Sie haben es mir aber im weiteren Verlauf mit der Satirebelehrung auch nicht gerade leicht gemacht, damit aufzuhören!

Mein Verhalten gehört sich jedenfalls nicht und ich bin untröstlich.

Nun ganz ohne Zwinkern
das Nebelmännchen

RE: Wie isst man eine Salzkartoffel? | 20.06.2010 | 13:32

Lieber Gero Steiner,

ich bin da etwas optimistischer als Sie um 1:36 Uhr. Ich glaube, der geneigte Leser versteht schon, wer sich hier wo und wie über etwas lustig macht.

Übrigens: Das Gegenüber in den Löwenanteil der Prozente zu wünschen und sich selbst auf der Seite der Handverlesenen zu wähnen, ist aber schon auch ein bisschen Deutschland, oder?

Immer noch nichts für ungut.
das Nebelmännchen

RE: Wie isst man eine Salzkartoffel? | 20.06.2010 | 02:29

Lieber Gero Steiner,

hier liegt wohl ein Missverständnis vor. Veganer verzichten lediglich auf tierische Produkte. Und das aus den verschiedenen Gründen. Die haben kein Mitleid mit Kartoffeln.

Diejenigen, die nur essen, was sich von selbst von der Pflanze verabschiedet, nennen sich meines Wissens Fruganer oder Frutarier. Eine recht seltene Spezies unter den Veganern. (Zu denen ich übrigens nicht gehöre - ich bin (lockerer) Pescetarier. Aber ich war lange Zeit der "Mörder" - oder auch nur der "Eklige" (je nach Motivation) - unter veganen Mitbewohnern. Ich weiß also schon, wovon ich spreche.)

Also, wenn schon irgendeiner der zahlreichen Ernährungsfraktionen unterstellen, dass sie sich so dumm ernährt, dass es niemals "Walkman, Mobiltelefon und Auto" gegeben hätte, dann doch bitte zumindest nicht die Falschen da mit reinziehen. mal ganz abgesehen davon, dass diese beinahe unausgesprochene Schlussfolgerung ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist.

Und ich beharre darauf, dass das Zubereiten von Nahrung wirklich bemerkenswertere kulturelle Errungenschaften als nur solch McDonaldsmäßige (oder von mir aus Broilermäßige für Ostalgiefans) schnelle Energiezufuhr für Arbeitstiere - ähm -menschen - mit sich gebracht hat.

Beste Grüße
Nebelmännchen

RE: Wie isst man eine Salzkartoffel? | 19.06.2010 | 22:50

Was für eine Reduktion dieses schönen Vorgangs! Da vergeht mir ja gleich die Lust am Kochen. Schnell verfügbare Energie... weniger, schneller, wertvolle Zeit ... hört sich irgendwie eher nach "How cooking made us neo-liberal" an.

Nix für ungut.

Zwinkernd grüßend
das Nebelmännchen

P.S.: Ach so - die Veganer, die ich kenne, ernähren sich übrigens nicht von leblosen, rohen Steinen. Die kochen schon auch mal ihr Gemüse!

RE: „Die Leute sind toleranter geworden“ | 02.06.2010 | 16:36

>> [Freitag:]Rechnen Sie bei uns in absehbarer Zeit mit dem Erfolg einer rechtspopulistschen [sic] Partei?

[H. Geißler:] Nein, das glaube ich nicht. Dafür sind unsere politischen Parteien immer noch zu gut.[...]

Gut darin, populistische Politik als Innovation zu verkaufen? Durchaus. Dafür ist ja Heiner Geißler auch nicht das schlechteste Beispiel.