Ken Doctor
02.01.2017 | 14:23

Das Medienjahr 2017

Ausblick Welche Zahlen und Ereignisse waren 2016 wichtig und welche werden es in diesem Jahr sein? Eine Zusammenstellung

Das Medienjahr 2017

Foto: morebyless/Flickr (CC) www.flickr.com/photos/morebyless/9423385629

Das Jahr 2016 war ein denkwürdiges Jahr für alle, die im Medienbereich und dessen Umfeld tätig sind. Obwohl die Publikumszahlen noch nie so hoch waren wie jetzt, war doch die Belastung durch die Transformation hin zu digitalen Quellen für die Medien größer denn je. Darüber hinaus wurde zuerst im Vorfeld der Wahl und noch mehr in den Wochen nach dem 8. November endlos auf ‚die Medien‘ eingeprügelt. Wir sind noch immer damit beschäftigt, den Schaden zu beziffern, aber die zugrunde liegende Schwäche des Mediengeschäfts lädt zu noch existenzielleren Fragen ein.

Betrachten wir einmal das Jahr 2016, indem wir die Zahlen des Jahres untersuchen – und werfen wir dann einen Blick nach vorn.

  • 99 Prozent: So viel von Facebooks Inhalten ist nicht gefälscht, wenn wir Mark Zuckerbergs erste Ermittlungen zum Thema Fake News nach dem Wahlsieg Trumps Glauben schenken wollen: „Von allen Inhalten auf Facebook sind mehr als 99 Prozent dessen, was die Menschen sehen, authentisch, nur eine sehr kleine Menge sind Fake News und Falschmeldungen.“

    Erstens: Die Menschen teilen mehr als fünf Milliarden Inhalte pro Tag, also entspricht ein Prozent davon bereits schlappen 50 Millionen. Zweitens: welches Technikunternehmen würde ein 99-prozentiges Funktionieren feiern? Schon mal von einem Verleger gehört, der in so einem Fall stolz verkündet: „Wir haben es richtig hinbekommen“?

    Ausblick 2017: Fake News sind ein gesellschaftliches Problem, das über Facebook hinausgeht, auch wenn das Unternehmen sagt, dass es das Problem bewältigen wird. Es wäre großartig, eine sinnvolle Debatte über den inzwischen 19 Jahre alten Digital Millennium Copyright Act zu sehen, der sozialen Plattformen wie Facebook nahezu vollständigen Schutz für ihre inhaltlichen Aktivitäten gewährte, und es ihnen dadurch versehentlich ermöglichte, die Massenmedien unserer Zeit zu werden und Content-Ersteller zu Kleindarstellern zu degradieren. Wahrscheinlich ist eine solche Debatte in dieser politischen Atmosphäre nur schwer möglich.

  • FCC: Fraglich ist, wie die Federal Communications Commission (FCC) ab dem 20. Januar verbleibt, nachdem der noch von Obama ernannte Vorsitzende Tom Wheeler seinen Rücktritt ankündigte. Die Netzneutralität könnte ein erwartbares Opfer der Kursänderungen der Kommission werden, da die größten Player im Telekommunikationssektor wahrscheinlich noch mehr Macht in unserem Alltag der Informations und Unterhaltung erlangen.

    Comcast hat diesen Ball vor Jahren ins Rollen gebracht, und Verizon und AT&T folgen nun. Die Großen sind zum Siegen verdammt. Gleiche Chancen für unterschiedliche Medien (und andere Unternehmen)? Dieser Traum muss wohl aufgeschoben werden.

    Dann gibt es noch das heikle Thema der Kapitalverflechtung. Vor langer Zeit, in einer vordigitalen Welt, weit, weit in der Vergangenheit, entschied die FCC, dass einzelne Unternehmen nicht sowohl TV- als auch Printmedien-Anteile in einzelnen Metro-Märkten besitzen sollten. Durch Jahre des Wandels und die Bedrohungen für die Printmedien und zunehmend auch für das Geschäftsmodell Regionalfernsehen konnte das Verbot fortbestehen. Innerhalb von drei Tagen Ende letzten Monats forderten zwei Lobbygruppen der Industrie (im TV-Bereich handelte es sich hier um die ‚National Association of Broadcasters‘, bei den Zeitungen um die ‚News Media Alliance‘) die nächste administrative Neuausrichtung, um die strengen Verbote loszuwerden.

    Ausblick 2017: Man behalte diese Entwicklungen im Auge. Es können beliebig viele gute Argumente ins Feld geführt werden, weshalb die alten Vorschriften nicht den Realitäten der Medien und der Technik des 21. Jahrhunderts entsprechen – wenn sich jedoch die Gesetze zur Kapitalverflechtung lockern, stellt sich die Frage, welche Unternehmen zukünftig die lokalen Nachrichten dominieren werden. Rundfunkunternehmen mit unterschiedlichen Erfolgsbilanzen in der lokalen Berichterstattung könnten mithilfe ihrer im Vergleich zu Zeitungsunternehmen deutlich gesünderen Finanzen bald aufsteigen. Unternehmen wie NBC investieren jetzt mehr strategisch in ihre digitalen Produkte.

    Darüber hinaus: Wer weiß schon, wer in der politischen Landschaft alles aus den Löchern kriechen könnte? Im Jahr 2014 führten die Koch-Brüder ein Theaterstück für den Tribune (heute: Tronc) Metro-Tageszeitungen auf, darunter auch die Chicago Tribune und die Los Angeles Times. Eine weitere Person , die man im Auge behalten sollte, ist Rupert Murdoch.

    21st Century Fox besitzt 28 regionale Fernsehsender in 17 Absatzmärkten und erreicht 37 Prozent der Haushalte mit Fernseher in den USA. Diese Sender umfassen sieben der 10 größten Absatzmärkte: New York, Los Angeles, Chicago, Dallas, San Francisco, Washington, D.C. und Houston. Vor vier Jahren hat Murdoch sein Interesse am Kauf der Tribune-Zeitungen signalisiert.

    Ein großer Wermutstropfen bleibt jedoch: Die Gesetze zur Kapitalverflechtung würden vermutlich ihn dann zu Veräußerungen gezwungen haben; in LA zum Beispiel, wenn Murdoch die LA Times gekauft hätte, hätte er seine Fox 11 in Los Angeles verkaufen müssen. Wenn die Regeln für die Überkreuzbeteiligung aufgegeben werden, ist es wahrscheinlich, dass die lokalen Nachrichten zunehmend in die Hände einer immer kleineren Anzahl von Besitzern fallen werden und zwei von ihnen bald Rupert gehören.

  • 8,3 Billionen: Die geschätzte Anzahl der jährlich weltweit veröffentlichten Texte.

    Ausblick 2017: Werden Messaging-Plattformen weiterhin eine heiße neue Sache für Content-Produzenten sein? Eine Reihe von Verlagen schwärmt immer noch über ihre Snapchat-Erfahrungen, doch ihre Haltung könnte sich ändern, wenn Snap seine Partnerschaftsbedingungen ändert.

  • 37 Jahre: So lange hat Diane Rehm ihre Radiosendung zu öffentlichen Angelegenheiten aus Washington geleitet, bevor sie in diesem Jahr in den Ruhestand ging. Als eine der Pionierinnen der einstündigen öffentlichen Radio-Talkshow verlässt Rehm den Äther zu einem Zeitpunkt, in dem ein entscheidender Generationswechsel stattfindet.

    In diesem Jahr hat auch Garrison Keillor seinen Abschied verkündet, und „The Best of Car Talk“ erinnert uns an die Magliozzi-Brüder in ihren besten Zeiten. Die „nächste Talent-Generation“, wie Sendeleiter J.J. Yore es beschreibt, hat in den letzten Jahren schon die Plätze in einigen der größeren öffentlichen Radiosendern und bei NPR besetzt.

    Ausblick 2017: Podcasting krempelt jetzt die Szene um – mit unvorhersehbaren Folgen. Die Bewegung der jüngeren Talente in den aufkommenden Podcast-Umgebungen sind sowohl eine große Chance als auch eine Bedrohung für das öffentliche Radio, wie wir es kennen, und es ist ein Segen für neuere Marktteilnehmer wie Gimlet Media, Panoply, This American Life/Serial und Midroll Media.

  • 10,11 US-Dollar: Dies ist der Preis einer Gannett-Aktie nach dem Schließen der Märkte am 16. Dezember. Gannett kam lange kaum über die zweistellige Marke hinaus, nachdem sein Aktienkurs für den Großteil der Mitte des Jahres in den einstelligen Bereich gefallen war, und das nach einem 52-Wochen-Hoch Von 17,72 US-Dollar.

    Was brachte ein Unternehmen, das von den Investoren als Goldstandard der verbleibenden öffentlichen Zeitungsunternehmen angesehen wurde, an diesen Punkt? Der Streit zwischen Gannett und dem jähzornigen Tronc-Vorsitzenden Michael Ferro lieferte ein unvergessliches Lehrstück über die M&A-Aktivität einer Möchtegern-Zeitung, die Beobachter für einen Großteil des Jahres amüsierte und erstaunte.

    Obwohl es so etwas wie eine Nebenwirkung angesichts der Flut von größeren Problemen zu sein scheint, werden die Schicksale des größten Unternehmens und der viertgrößten US-Zeitung für die Leser in Dutzenden von Städten von Bedeutung sein.

    Ausblick 2017: Für diejenigen, die sich etwas der Schadenfreude ergehen: eure große Stunde kommt noch. CEO Bob Dickey musste größere Aktionäre bemühen, um das Vertrauen in seine langfristige Strategie der Konsolidierung zurückzugewinnen. Die ersten beiden Monate im Jahr 2017 werden uns zeigen, ob Dickey genug Unterstützung hat, um seine Bestrebungen bezüglich Tronc zu erneuern.

    In diesem Jahr verpasste die Zeitungsgesellschaft ihre Frist, um ihre eigene kauffreudige Riege von Direktoren zu nominieren. Im Jahr 2017 könnte das nachgeholt werden, mit einer wahrscheinlichen Frist bis Ende Februar, bis zu der ein neues Angebot zu unterbreiten ist. Seht den Aktienkurs von Gannett als Anzeichen einer Erholung; behalten Sie außerdem Troncs Kurs im Auge, der durch die laufenden großen Aktienkäufe seiner beiden Direktoren Ferro und den stellvertretenden Vorsitzenden Patrick Soon-Shiong gestärkt wurde. Ersterer muss ein wenig gewinnen und Letzterer muss ein wenig verlieren, um die Chancen auf einen neuen Deal weiter zu erhöhen.

  • 21 Prozent: Das Wall Street Journal verlor im dritten Quartal 2016 mehr als ein Fünftel seiner Werbeeinnahmen. Es war damit nicht allein. Die New York Times erlebte einen Verlust von 18 Prozent, während McClatchy 17 Prozent Verlust verkündete, Gannett 15 Prozent und Tronc 11 Prozent meldete.

    Ausblick 2017: Die Verleger sagen halb im Scherz, dass die diesjährigen Verluste für das nächste Jahr nur helfen können. Aber es gibt schon Prognosen eines Rückgangs von weiteren 10 Prozent in den Einnahmen der Printmedien für das nächste Jahr.

    Mit digitaler Werbung lässt sich das nicht ausgleichen, vor allem für die Metros wird 2017 ein weiteres hartes Jahr. Derweil können wir das Gleiche sogar im Hause Murdoch sehen, das es vorzieht, sein Geld in Fernsehsendungen und Pay-TV zu investieren.

  • 27.300: Dies ist die geschätzte Zahl von Journalisten, die zur Zeit in den USA bei Tageszeitungen beschäftigt ist. (Es gibt keine offizielle Zählung mehr, und immer weniger Verleger kündigen ihre Kürzungen öffentlich an.) Fast 4000 Journalisten arbeiten für die vier nationalen Ausgaben, so dass nur etwa 23000 den Rest der USA abdecken. Das ist kein sonderlich ausgewogenes Verhältnis, die lokale Presse ist um die Hälfte geschrumpft.

    Ausblick 2017: Wie soll diese Informationslücke gefüllt werden? Wir schauen auf die stärkeren unabhängigen Metropolen von Boston über Minneapolis und Dallas bis nach Seattle. Wir werden auf die erste (MinnPost, Voice of San Diego, The Lens) und zweite Generation (Billy Penn, Charlotte Agenda, Denverite) der Startups in den Städten schauen, um zu sehen, wie weit sie ihre Berichterstattung ausweiten können.

    Wir werden sehen, was die drei größten Unternehmen – also Gannett, Digital First Media und Gatehouse Media, die zusammen etwa ein Viertel aller US-Tageszeitungen besitzen – strategisch und finanziell planen. Wenn die Knight Foundation LION (Local Independent Online Publishers) fördert und seine neue 1,5 Millionen-Dollar Knight News Match kündigt, werden wir dann tatsächlich Modelle sehen, die diese düstere Entwicklung im Journalismus noch einmal umdrehen können?

  • 10 Millionen: Eine große Zahl, nicht wahr? Das ist das Ziel der New York Times, was digitale Abonnenten angeht. CEO Mark Thompson hat bereits bis 2020 alles festgelegt. Er fordert eine Verdoppelung der Lesereinnahmen und wir müssen uns fragen: Sind 10 Millionen ein ernstzunehmendes Ziel – oder die traumwandlerische Erwartung für eine zukünftige, fast ausschließlich digitale Times?

    Die Times hat angeblich derzeit 1,4 Millionen digitale News-Abonnenten und weitere etwa 230.000 Kunden für das Kreuzworträtsel. 10 Millionen wären also etwa das Sechsfache dessen. Wenn wir die vorhandenen 1,1 Millionen Sonntags-Abonnenten zählen wollen, die die Times an die Digitalisierung übergeben will, braucht die Times immer noch das Vierfache.

    Ausblick 2017: Weitere Testpakete für Add-On-Abonnements sind eine Möglichkeit. Dies könnten Add-Ons zu aktuellen Koch- oder Watching-Apps sein, neue Gesundheits-Apps und andere Bereiche, in denen es nicht ums Lesen geht, sondern darum, etwas zu tun. Die Times wird auch um Abonnements außerhalb der USA werben. 180.000 internationalen Abonnements sind bereits vorhanden und es gibt viel Raum für mehr.

    Man erinnere sich an den „Krieg“ zwischen der Times und dem Wall Street Journal, der kurz nach Rupert Murdochs Kauf von Dow Jones vor neun Jahren entbrannte. Während wir uns noch auf das Journal für den besten täglichen Business-Journalismus verlassen können, scheint 2017 das erste Nachkriegsjahr zu sein: Das Journal, dessen Personalabbau in die Dutzenden geht, reduziert seine Rubrik „Greater New York“ auf zwei Seiten täglich und positioniert sich wieder zunehmend in Richtung Business News. Das Ziel des Unternehmens ist es, drei Millionen digitale Abonnenten zu gewinnen, eine Zahl, die im Vergleich zu Thompsons Ehrgeiz peinlich erscheint.

  • 37 Prozent:durch Werbung erwirtschaftet wird. Im Jahr 2005 betrig er noch 68 Prozent. Die Times hat sich, genau wie die Financial Times und das Wall Street Journal, überschnitten [„The Newsonomics of Crossover„], während das Mutterjournal Dow Jones berichtet, etwa ein Drittel der Einnahmen aus Werbung zu beziehen.

    Werbung zu einer sekundären – wenn auch immer noch wichtigen – Ertragsquelle zu degradieren, ist das wichtigste strategische Ziel für die meisten Nachrichtenverlage. Der Leser-Umsatz, wenn durch ausreichende qualitativ hochwertige Inhalte und gute digitale Produkte gesichert, zeigt sich als weit stabiler als der Umsatz durch Werbung. Aber es ist ein Ziel, das nur die nationalen oder globalen Tageszeitungen erreicht haben.

    Ausblick 2017: Das Problem des Verhältnisses zwischen Leserumsatz und der Werbung gilt nicht nur für ältere Zeitungsmedien. Fast alle Unternehmen, die auf Werbeeinnahmen als der erheblichen Mehrheit ihres Einkommens abhängen, stehen vor schwierigen Fragen des weiteren Wachstums in den nächsten Jahren. Facebook und Google vereinnahmen praktisch 90 Prozent aller neuen digitalen Werbeeinnahmen weltweit, und mehr als 60 Prozent in den USA. Jeder, von BuzzFeed bis Bloomberg Media ist mit dieser Tatsache konfrontiert.

  • 66 Prozent: Der Prozentsatz der digitalen Nachrichtenlektüre, die am Wochenende auf dem Handy stattfindet. An Wochentagen verbringen die Nutzer ungefähr die gleiche Zeitspanne am Handy und auf dem Desktop, weil sie sich bei der Arbeit befinden.

    Die Wirtschaftsnachrichten könnten die letzte Bastion des nicht-mobilen Lesens sein, aber auch das ändert sich. Bloomberg Media, die letzte Woche eine neue App starteten, sagten mir, dass ihre ausschließlich mobilen Nutzer insgesamt um 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen haben.

    Bloomberg hat auch eine große Verschiebung zum mobilen Nachrichtenlesen an den Wochenenden bemerkt. The Street, unter dem neuen CEO David Callaway, plant neue mobile Erweiterungen für Anfang 2017, und vermutet, dass mobiles Nachrichtenlesen im nächsten Jahr mehr als zwei Drittel des Traffics ausmachen wird; es übertraf den Desktop zum ersten Mal in diesem Jahr.

  • 0: Die Anzahl der Artikel, die die Financial Times jetzt direkt in Facebooks einst gerühmten Instant Articles platziert. Warum das? Es ist nicht eine Frage des hohen Prinzips – es ist eine Frage der Daten, und eine, die die New York Times, die jetzt nur noch einige wenige Artikel pro Tag zur Veröffentlichung per Instant Articles auswählt, genauso sieht

    „Wir sind sehr daran interessiert, zu erforschen, wie Plattformen unserem Journalismus helfen können, ein neues Publikum zu erreichen. Doch wir müssen eine materielle Rendite für unsere Bemühungen bekommen – die wir in Form von inkrementeller Reichweite, Werbung und Abonnementwert beurteilen, und, was am wichtigsten ist, eine direkte Beziehung zum Publikum“, so Jon Slade, der Verlaufsleiter der Financial Times.

    „Unser Ziel ist es, eine Gleichstellung mit unserer Plattform über diese vier Dimensionen zu erreichen, oder eine signifikante Zunahme der einen, um die Reduktion in einer anderen auszugleichen. Im Fall von Apple News und Instant Articles waren die Ergebnisse sehr eingeschränkt, sodass wir unsere Bemühungen neu ausgerichtet haben.“

    Die Washington Post bleibt bei den Instant Articles verbindlich dabei. Wir sehen hier unterschiedliche Strategien für unterschiedliche Unternehmen. Die Times und die Financial Times, bei denen fast 60 Prozent ihrer Einnahmen von den Lesern kommen, haben ihre Bezahlnachrichten so weit ausgetüftelt, dass sie für die zahlenden Kunden eine sinnvolle Auswahl liefern.

    Die Washingto Post ist bei den digitalen Abonnements mehr als nur ein paar Jahre hinterher. Darüber hinaus bleibt die Philosophie der Washington Post mit ihrer preiswerten, volumenstarken Verbreitung nach wie vor die der Allgegenwärtigkeit.

    Ausblick 2017: Wieviele Verleger werden die selben Kalkulationen ansetzen (und vor allem: wie viele haben überhaupt die Kapazität, sich wirklich Stück für Stück auf Basis der ermittelten Daten zu verändern?) und werden sich im nächsten Jahr ebenfalls von den Plattformen zurückziehen?

Dieser Beitrag erschien zuerst auf netzpiloten.de

Ken Doctor ist Analyst der Nachrichtenindustrie und Autor des Buches Newsonomics: Twelve New Trends That Will Shape the News You Get (St. Martin’s Press)