Ein Leben in Echtzeit

Screen Radar Dieses Mal mit einem Blick in die Livestreaming-Branche, der Hochhaus-Dystopie „High-Rise“ und einem Wiedersehen mit einem der beliebtesten Film-Bösewichte aller Zeiten

Neu im Kino

Muss man sehen: Die Menschen wollen hoch hinaus – am liebsten komplett über allem schweben. „High-Rise“ spielt in einem extraordinär riesigen Hochhaus und darf als Allegorie auf den Drang nach Macht, Ansehen und jeder Art von Überlegenheit betrachtet werden. Das Besondere: Kein einziger Charakter in der Romanverfilmung handelt moralisch richtig oder gar empathisch. Stattdessen wird intrigiert was das Zeug hält, um so seinen sozialen Status aufzupeppen. Zusammen mit Neuankömmling Tom Hiddleston erkunden wir Stockwerk um Stockwerk, bis zur totalen Eskalation. Und die ist einfach nur krass.

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Kann man sich sparen: Interessiert sich eigentlich noch irgendjemand für Scrat, Sid, Manny und Diego aus „Ice Age“? Eher nicht, oder? Spätestens mit diesem Teil ist auf jeden Fall die Puste raus. Die Gruppe der Tierchen wird schließlich immer größer, undurchsichtiger und somit auch komplett oberflächlich. In Teil 5 „Kollision voraus!“ droht nun ein Meteoritenschauer das Leben auf der Erde auszulöschen und es braucht abermals die Hilfe von einer Hand voll neuer schräger Figuren, um das Unheil abzuwenden. Das geht einfach nicht mehr klar, das ist zu viel.

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Thema der Woche

Live ist das neue Zugpferd:
Nach dem SXSW-Hit Meerkat und dem Twitter-Ableger Periscope zogen die großen Anbieter wie Facebook und Google schleunigst nach, um den Nutzern zu geben, wonach sie sehnlichst verlangen. Echtzeit heißt das Zauberwort! Wir leben in einer Zeit, in der Aufmerksamkeit die Währung ist. Und in dieser gibt es nur noch einen Grund, die Menschen zum Einschalten beziehungsweise zum Dranbleiben zu bewegen, nämlich Live-Ereignisse. Unvorstellbar, dass man DEN einen Moment verpasst, über den später alle reden. Nachdem Facebook bereits die Umstellung auf Video-Content erfolgreich geschafft hat, scheint das „Streamen aus der Hosentasche“ die logische Konsequenz in der Attention-Economy zu sein. Die ersten Ausbesserungen kündigen sich auch schon an. Ein Problem ist nämlich, dass sich ein Livestream erst einmal herumsprechen muss, bevor die spannenden Dinge erzählt werden können. Also wird man bald schon Sendetermine voreinstellen können. Weiterhin soll es möglich sein, verschiedene Bildquellen (also mehrere Smartphones) zu einem Sender zusammenzuschließen. Man stelle sich nur vor, dass es endlich Sinn ergibt, wenn alle während des Konzerts ihre Handys in die Höhe strecken! Bahnbrechend. Alle Daheimgebliebenen können bequem zwischen den Perspektiven wechseln.

Derzeitig werden Publisher sogar aktiv mit Reichweite belohnt, wenn sie fleißig den Live-Button betätigen. Mehr noch: Facebook nimmt richtig Geld in die Hand, um das Feature den Branchengrößen wie BuzzFeed und auch Bild schmackhaft zu machen. Das Wall Street Journal berichtet, dass sie mit bis zu 3 Millionen US-Dollar in der Umsetzung von Live-Formaten unterstützt werden. Dabei kommen etwa die morgendliche News-Show „Bild Daily“ oder eine explodierende Wassermelone im BuzzFeed-Studio heraus. Fun Fact: Es brauchte etwa 680 Gummis, um die Frucht zu zerbersten. Aber auch ohne die Facebook-Millionen wissen kreative Medienmarken wie Mit Vergnügen die Funktion für sich zu nutzen. Die gelbe Parkbank vor dem Berliner Büro wird regelmäßig als Schauplatz für Akustik-Sessions von Musikern ins Netz gestreamt. Als Fans der Live-Funktion wünschen wir uns noch viel mehr solcher Formate. Schließlich schauen wir ja alle kein Fernsehen mehr…

Streaming-Perlen

„Umweg nach Hause“ auf Netflix: In der Netflix-Produktion brillieren Paul Rudd als ehemaliger Schriftsteller, der über den Tod seines Kindes hinweg kommen muss, und Craig Roberts als querschnittsgelähmter Teenager. Das ungleiche Betreuer-Patienten-Gespann bricht bald zu einer ziemlich außergewöhnlichen Reise auf: nämlich einem Roadtrip zu den langweiligsten Sehenswürdigkeiten der USA. Tatsächlich finden sie dort nicht nur ihre Lebensfreude wieder, sondern gabeln auch noch tolle Frauen auf.

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„We Are Your Friends“ auf Amazon Prime: Als Musiker in spe hat man es wirklich nicht leicht. Vor allem, wenn man wie Newcomer-DJ Cole (Zac Efron) noch auf der Suche nach seinem eigenen Sound ist. Das Abhängen mit seinen Kumpels in Clubs reicht ihm partout nicht mehr – er will endlich groß rauskommen. Mit etwas Mentoren-Hilfe vom Vorbild DJ James (Wes Bentley) und dessen bildhübscher Freundin Sophie (Emily Ratajkowski) soll Cole seinem Traum endlich näher denn je kommen.

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Neues aus der Filmwelt

Wiedersehen mit Darth Vader:
Nach dem Neustart der Star-Wars-Saga im vergangenen Dezember folgt schon in diesem Jahr das nächste Kapitel. „Rogue One“ ist jedoch noch zeitlich zwischen Episode III „Die Rache der Sith“ und Episode IV „Krieg der Sterne“ angesiedelt. Daher passt es auch, dass wir uns auf ein Wiedersehen mit Oberschurke Darth Vader freuen können. Im Zentrum des neuen Films steht also der Zusammenbruch der Republik, den die Jedi nach ihrer Auslöschung nicht mehr verhindern können. Stattdessen macht sich nun die Rebellen-Allianz (in Form von Felicity Jones) daran, den Todesstern zu zerstören. Doch da hat ein gewisser Sith mit Röchelmaske natürlich etwas dagegen.

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Netflix soll Offline-Modus bekommen: Das temporäre Speichern von Streaming-Inhalten ist ein beliebtes Feature, um den Dienst für Urlaube und WLAN-freie-Bahnfahrten anzupreisen. Maxdome hat es vorgemacht und Amazon Prime ist vergangenen Herbst nachgezogen. Nun berichten Branchen-Insider auch von Verhandlungen zwischen Netflix und Content-Providern für einen entsprechenden Download-Deal. Wir können es kaum abwarten, die lauten Mitreisenden auf einer langen Zugfahrt gegen eine neue Staffel von „Orange Is The New Black“ einzutauschen!

Frisch besetzt

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„Power Rangers“ mit Brian Cranston: Welche Serie aus der Jugend wurde eigentlich noch nicht wieder neu aufgelegt? Natürlich die „Power Rangers“! Nach 20 Staffeln seit 1993 und zwei Filmen (1995 und 1997) wird es Zeit für einen Neustart. Unter der Regie von Dean Israelite („Project Almanac“) wurde sogar schon mit den Dreharbeiten begonnen. Das Cast erstreckt sich von Bryan Cranston als weiser Zordon über Elizabeth Banks als Hexe Rita Repulsa bis hin zu Newcomer RJ Cyler („Ich und Earl und das Mädchen“) als blauer Ranger. Auffallend modern kommen auch die Anzüge der Helden daher, die stark an Iron Mans Rüstung erinnern. Ab dem 23.03.2017 können wir uns selbst ein Bild von der Umsetzung machen, denn dann läuft der Film auch schon bei uns in den Kinos an.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf netzpiloten.de

Arthur Avenue ist die Redaktion für die Streaming-Ära. Für Netzpiloten durchforsten wir die deutschen Mediatheken nach den spannendsten Beiträgen zu den Themenfeldern digitale Kultur, Internet, Startups und Medien. In der Film-Kolumne „Screen Radar“ stellen wir Kino-Neustarts vor und besprechen die wichtigsten Film-Themen.

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11:05 29.06.2016
Geschrieben von

Arthur Avenue | Netzpiloten

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