Wie sich „Homeland“ neu erfunden hat

Screen Radar Die wichtigsten Film-Themen im Überblick: dieses Mal mit den Plänen zur Fortsetzung von Homeland und einem Überblick zum Marktwert von Disney-Schlössern

Neu im Kino

Muss man sehen: Die Verfilmungen der norwegischen Krimi-Romane von Jussi Adler-Olsen garantieren Spannung pur. Nach „Erbarmen“ und „Schändung“ folgt nun „Erlösung“, in dem erneut das kauzige Duo Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und Assad (Fares Fares) ermittelt. Dieses Mal bekommen sie eine alarmierende Flaschenpost, die einen Hilfeschrei, tatsächlich geschrieben mit Blut, enthält. Die Spur führt sie zu einem Ehepaar, deren zwei Jungs schon seit einiger Zeit verschwunden sind. Nur haben die Eltern ihre Söhne nie als vermisst gemeldet. Was wirklich dahinter steckt, wird Stück für Stück in 112 Minuten Laufzeit geklärt.

Kann man sich sparen: „Rockabilly Requiem“ widmet sich dem Thema Selbstverwirklichung – hat dabei aber keine aufmunternden Worte für seine Zuschauer parat. Dabei hätte alles so gut laufen können: Hubertus (Ben Münchow) träumt davon, als Support einer coolen Rockabilly-Band auf Tour zu gehen und Sebastian (Sebastian Tiede) gibt alles, um für die Combo ein anständiges Promo-Tape aufzunehmen. Doch die Umstände sind im Jahr 1982 alles andere als rosig und in ihren Familien finden sie keinen Rückhalt für ihr Vorhaben. Der Wechsel von schwungvollen Streifzügen durch die Clubs zum handfesten Familiendrama geht vor allem aufgrund des platt formulierten Drehbuchs nicht auf.

Thema der Woche

„Homeland“ ist zurück unter den Lebenden: Wer hätte gedacht, dass „Homeland“ nach einer schwachen zweiten und einer noch viel schwächeren dritten Staffel noch einmal die Kehrtwende hinbekommt? Die israelische Vorlage „Hatufim – In der Hand des Feindes“, die nur zwei Staffeln andauerte, war endgültig auserzählt und sonst fiel den Machern um Alex Gansa nicht viel Neues ein. Doch als man sich endlich von der Ausgangssituation trennen konnte (Serien-Startschuss lautete: amerikanischer Soldat kehrt vieeelleicht als Attentäter in die Heimat zurück), entwickelten sich die Dinge plötzlich wieder in die richtige Richtung. In Staffel vier verlegte man das Setting nach Kabul und in Staffel fünf sogar nach Berlin. Beide Fortsetzungen sind voller Wendungen, Intrigen sowie auch sonst höchst brisant und nah am Zeitgeschehen.

Nun scheint es so, als würde uns die Serie vom US-Kabelsender Showtime noch einige Jahre erhalten bleiben. Denn Staffel sechs, die zum Ende des Sommers gedreht wird, soll nicht der letzte Ausflug von CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) und ihrem Vorgesetzten Saul Berenson (Mandy Patinkin) bleiben. Die Verhandlungen erstrecken sich aktuell bis zur achten Staffel. Mit dieser Sicherheit im Rücken ließen sich mal wieder größere Story-Bögen spannen und Geschichten über mehrere Staffeln erzählen. Zunächst verschlägt es die Serie zurück in die Politik und es wird sich dem Präsidentschaftswahlkampf gewidmet. Die eigentliche Handlung soll zwischen Wahltag und Amtseinführung in New York angesiedelt sein. Das schreit geradezu nach einem guten Aufhänger für die folgenden Staffeln. Am 20. Januar 2017 geht es los mit der sechsten Staffel!

Neues aus der Filmwelt

Til Schweiger macht sich für Neuverfilmung seines Stoffes stark: US-Remakes von erfolgreichen Filmen aus dem Rest der Welt sind keine Seltenheit. Nun scheint es auch den bei uns mit 7,2 Millionen Zuschauern besucherstärksten Film 2014 zu erwischen: „Honig im Kopf“ soll neu aufgelegt werden. In der Tragikomödie von Til Schweiger spielte Dieter Hallervorden einen Alzheimer-Patienten, der gerne noch einmal Venedig sehen würde. In der gleichen Rolle will sich nun auch Michael Douglas versuchen. Schweigers Wunschkandidat für seine eigene Rolle ist Matt Damon. Wenn diese Personalie aufgeht, tritt das schwule Paar aus „Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll“ dieses Mal als Vater-Sohn-Gespann auf. Für den Regieposten kann sich Schweiger niemand besseren als (hier Trommelwirbel einfügen) sich selbst vorstellen.

Steven Soderbergh will nun doch wieder Filme machen: Nach dem 2013er Pharma-Thriller „Side Effects“ mit Rooney Mara und Channing Tatum ist es kinomäßig still geworden um den visionären Filmemacher. Es hieß, Soderbergh wolle sich nun gänzlich auf das Fernsehen konzentrieren. Mit „The Knick“ produziert er aktuell etwa eine angesehene Ärzteserie, die Anfang des 20. Jahrhunderts spielt. Nun ist aber offiziell Schluss mit der Kino-Abstinenz. Denn die erste Klappe zu seiner nächsten Gauner-Komödie „Logan Lucky“ soll demnächst schon fallen. Darin werden Channing Tatum und Michael Shannon versuchen, während eines NASCAR-Autorennens einen riskanten Raub zu begehen. Wir haben doch gewusst, dass Soderbergh die Füße nicht ewig still halten kann!

Darauf freuen wir uns

„Popstar: Never Stop Never Stopping“: Das Comedy-Trio The Lonely Island ist bekannt für so musikalische Höchstleistungen wie „I’m on a Boat“ mit 95 Millionen Aufrufen auf YouTube oder „I Just Had Sex“ mit unglaublichen 252 Millionen Klicks. Nach den Musik-Parodien folgten Auftritte bei Saturday Night Live und nun schließlich der erste eigene Kinofilm. Darin geht es um einen Rapper, der sich nach einem katastrophalen Flop wieder mit seiner alten Boyband zusammentut. Wir können uns schon jetzt kaum vor Lachen über den Trailer aufrecht halten.

Frisch besetzt

„Tom Clancy’s The Division“ mit Jake Gyllenhaal: Mit Einnahmen von 330 Millionen Dollar hat sich das gleichnamige Computerspiel von Ubisoft innerhalb von nur fünf Tagen nach dem Release bereits zum Mega-Seller gemausert. Kein Wunder, dass die Kino-Adaption schnell folgen soll. Jake Gyllenhaal konnte bereits mit „Prince Of Persia – Der Sand der Zeit“ Erfahrung in der Verfilmung von Videospielen sammeln. Und das waren nicht unbedingt gute. Der Historienschinken erwies sich nämlich als echter Flop an den Kinokassen. Umso wichtiger ist es ihm auch, zu beteuern, dass er alten Fehler nicht wiederholen wolle, weshalb er sich ein umfassendes Mitspracherecht als Produzent zusichern ließ.

Rekordverdächtig

So teuer wären die Disney-Schlösser in Wirklichkeit: Die britische Immobilienagentur „The House Network“ hat den Taschenrechner gezückt und genau berechnet, was die beliebten Schlösser aus den Kinderfilmen eigentlich wert sind. Das Anwesen aus „Die Schöne und das Biest“ (60 Zimmer, Service-Personal, idyllische Lage) reißt mit fast 20 Millionen Euro noch ein verhältnismäßig kleines Loch in den Geldbeutel. Wer es noch etwas üppiger mag, dem sei das Schloss von „Dornröschen“ (spätgotischer Baustil, 27 Turmzimmer) ans Herz gelegt, das für schlappe 110 Millionen Euro zu haben wäre. Mit einem Wert von 2 Milliarden Euro schlägt der Palast vom Sultan aus „Aladdin“ (prunkvoller Thronsaal, 12 goldene Türme, 100.000qm Grundstück) aber alle anderen Unterkünfte um Längen. Ein Verlies gibt es noch dazu.

Wann geht es endlich weiter?

Transparent“ | Staffel 3: Ab Herbst 2016 bei Amazon Prime

BoJack Horseman“ | Staffel 3: Ab 22.07.2016 auf Netflix

Younger“ | Staffel 2:Ab 22.06.2016 auf TNT Comedy

Dieser Beitrag erschien zuerst auf netzpiloten.de

Arthur Avenue ist die Redaktion für die Streaming-Ära. Für Netzpiloten durchforsten wir die deutschen Mediatheken nach den spannendsten Beiträgen zu den Themenfeldern digitale Kultur, Internet, Startups und Medien. In der Film-Kolumne „Screen Radar“ stellen wir Kino-Neustarts vor und besprechen die wichtigsten Film-Themen.

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06:00 08.06.2016
Geschrieben von

Arthur Avenue | Netzpiloten

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