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Norbert Heckelei, M.A., studierte Politologie, Geschichte, Germanistik, Psychologie, Pädagogik & Bühnentanz. Er arbeitet als Pädagoge in einer Schule.
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RE: Feminismus ist nicht gleich Macht | 26.07.2019 | 20:18

Das Schlimmste sind Frauen in Machtpositionen , die Männer nachäffen. Statt originär weibliche Politik zu machen übernehmen sie männliche Werte und Handlungsweisen, die uns täglich dem Abgrund näher bringen. Ein Trauerspiel. Wenn eine Frau Kriegsministerin macht und nicht realisiert, wie sie mehr und härtere Kriege vorbereitet, ist ihre Wirkung sogar noch perfider als die eines Mannes in der Position. Weil sie Frai ist wird ihr Handeln zur Zeit noch stärker legitimiert, da Frauen ja per se schon mit "Frieden" konnotiert sind, jedenfalls viel stärker als Männer.

RE: Gratiswut | 29.07.2018 | 17:33

Der vermeintliche Bremer "BAMF-Asyl-Skandal" ist ein ein weiteres der zahllosen Beispiele wie Politik und Medien in Deutschland in enger Kooperation Fake News produzieren. In einem bestimmten geistigen Klima sind sich Medien wie Politiker schon lange nicht zu schade - teils bewusst teils unbewusst ist zu vermuten - Behauptungen ohne sachlichen Hintergrund in den Raum zu stellen die aufgrund der gerade vorherrschenden Ideologie ("Flüchtlingsflut" o.ä.) sofort als Tatsachen gehandelt werden und die gerade vorherrschende Ideologie (Weg von der Willkommenskultur und hin zum eisernen Vorhang um Europa) verstärken bzw. oft erst MIT ERZEUGEN. Die ca. 1500 Menschen pro Jahr, mit denen Seehofer und die CSU wochenlange Propaganda gegen das recht auf Asyl und für AFD-Politik machten, sind ein weiteres Beispiel. Allein die Art und Weise, wie Medien dieses Thema aufgriffen und aufbliesen, war schon Fake News und Hofierung des Agenda-Settings der AFD . Erbärmliche geistige Armut und erbärmlich wenig eigenes Rückgrat und Denken.

RE: Die Grünen in der Todeszone | 19.03.2017 | 19:09

Die Grünen haben sich in den 90'er Jahren unbewusst amputiert, um regierungsfähig zu werden. Sie haben die Kriegsgegner und die Linken weitgehend aus der Partei weggemobbt und überstimmt. Dann haben sie in der Regierung zusammen mit der SPD eine CDU-Politik gemacht. Danach wurden sie hauptsächlich als Anti-AKW und Energiewende-, also eher als Einthemenpartei wahrgenommen, haben ihre Frontleute Trittin und Künast abgesägt und durch Mittelmaß ersetzt. Dann schaffte Merkel die AKW's ab und die Grünen konzentrierten sich nebenbei noch auf Gender-Mainstreaming und andere eher "Lyfestyle-Themen. Wichtig, aber für die große Masse nicht relevant weil zu weit weg von den Grundsatzfragen, Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Frieden, Migration, Europa. Wozu also noch die Grünen wählen?

RE: Für Flüchtlinge auf der Straße | 23.02.2017 | 19:44

@Gunnar Jeschke

Korrektur wegen Unleserlichkeit:

zu 1) Pardon, ich sehe mich nicht verstanden. Was Sie behaupten und zurecht verneinen, habe ich ja nie behauptet und schon erst recht nicht gemeint. Ich wollte in Punkt 1 lediglich zunächst deutlich machen, dass ein Verständnis aktueller Probleme ohne Analyse der Folgewirkungen lange zurückliegenden Verhaltens nicht angemessen und nicht möglich ist.
Beispiel: Die Erwähnung der Sklavendeportation war eine Anspielung auf die Zerschlagung afrikanischer Stammesstrukturen durch westliche Kolonisatoren, eine Zerschlagung die bis heute Auswirkungen hat. Zugleich war der Profit, der aus der Versklavung und Deportation und folgenden Ausbeutung dieser Mitmenschen gezogen wurde wesentlicher Bestandteil der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals, der Kapitalbildung also, die „uns im Westen“ einen ökomischen, militärischen und politischen „Vorsprung“ vor den Afrikanern mit eingebracht und es uns ermöglicht hat, diese in den folgenden Hunderten von Jahren fortlaufend effizienter auszubeuten. Dies ist wiederum Mitursache der aktuellen und zukünftigen Migration.

RE: Für Flüchtlinge auf der Straße | 23.02.2017 | 19:39

@Gunnar Jeschke

Danke für Ihre ausführliche Antwort!

1) Nee, ehrlich gesagt nicht. Die Nachfahren der nach Amerika deportierten Sklaven haben keinen Migrationsdrang. In Afrika fehlen auch nicht die Nachkommen dieser Sklaven, um die Situation dort zu verbessern.

zu 1) Pardon, ich sehe mich nicht verstanden. Was Sie behaupten möglich isund zurecht verneinen, habe ich ja nie behauptet und schon erst recht nicht gemeint. Ich wollte in Punkt 1 lediglich zunächst deutlich machen, dass ein Verständnis aktueller Probleme ohne Analyse der Folgewirkungen lange zurückliegenden Verhaltens nicht angemessen und nicht t.
Zerschlagung die bis heute Auswirkungen hat. Zugleich war der Profit, der aus der Versklavung und Deportation und folgenden Ausbeutung Beispiel: Die Erwähnung der Sklavendeportation war eine Anspielung auf die Zerschlagung afrikanischer Stammesstrukturen durch westliche Kolonisatoren, eine militärischen und politischen „Vorsprung“ vor den Afrikanern mit dieser Mitmenschen gezogen wurde wesentlicher Bestandteil der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals, der Kapitalbildung also, die „uns im Westen“ einen ökomischen, eingebracht und es uns ermöglicht hat, diese in den folgenden Hunderten von Jahren fortlaufend effizienter auszubeuten. Dies ist wiederum Mitursache der aktuellen und zukünftigen Migration.

2) Das stimmt. Ich wünsche das selbstverständlich auch nicht, fürchte aber, dass ich es noch erleben werde.

3) Das stimmt auch. Es liegt aber nicht (nur) daran, dass sie nicht wollen. Selbst wenn sie das tun würden, was in dieser Hinsicht möglich wäre (viel mehr, als getan wird), so würde das nur zu einer geringen Milderung des Problems führen.

zu 2) und 3)
Wir scheinen (fast ?) einer Meinung zu sein. Sicher ist es nicht nur mangelnder politischer Wille (u.a. auch wegen mangelnden Drucks der Wähler), sondern auch u.a. Inkompetenz und scheinbar fehlende Aussicht auf Erfolg, allerdings auch viel zu viel Nähe und Übereinstimmung der Politik mit den Interessen der internationalen Konzerne, die Afrika weiter ausbeuten wollen.

Kurzfristig gebe ich Ihnen Recht, es würde zunächst nur zu einer vergeringen Milderung der Probleme führen, aber – obwohl ich diesen Begriff hasse – dies ist im vorliegenden Fall alternativlos. Wie viele große Probleme müssen wir die mittelfristige und langfristige Perspektive einnehmen, denn natürlich kann man das, was man über Hunderte von Jahren verbockt hat nicht in ein paar Jahren reparieren…

4) Das stimmt so nicht, wenn ich richtig informiert bin. Können Sie irgendwelche seriösen Zahlen zur "Ausbeutung" liefern, also dazu, was wir angeblich an Werten aus Afrika herausziehen?

zu 4)
Zur Zeit kann ich Ihnen keine seriösen Zahlen liefern, weil ich keine Zeit habe sie zu suchen, vielleicht auch weil es sie als „Zahlen“ nicht gibt weil Berechnungen komplex sind. Versuche wird’s geben, allgemein ist die Lage aber eindeutig: Wenn man einen gesamten Kontinent vor allem als Rohstofflieferanten benutzt, dann landet der absolut größte Teil der Wertschöpfung bei Händlern und Weiterverarbeitern außerhalb Afrikas. Wir kennen dasselbe aus den Sweatshops Asiens, die eine regelmäßig erschauern lassen wenn einem bewusst wird, ein wie geringer Prozentsatz des Ladenpreises an die Arbeiter dort geht. Dies sogar bei „Endprodukten“ noch nicht einmal im reinen Rohstoffbereich.

5) Wie stellen Sie sich das vor? Die Integration von Millionen wäre bestenfalls ein Anreiz für Zigmillionen, sich auch auf den Weg zu machen. Das Wohlstandsgefälle lässt sich einzig und allein dadurch abbauen, dass diese Länder die gleiche Arbeitsproduktivität erreichen, wie wir. China arbeitet seit 1978 daran. Es dauert bei gutem Verlauf wie in China etwa anderthalb Generationen, bis aus dem Auswanderungsdruck ein Rückwanderungswille wird. Kein afrikanisches Land hat den kulturellen Hintergrund und den Organisationsgrad, den China 1978 hatten. Kein islamisches Land will unsere Arbeitsproduktivität zu dem Preis, unsere Lebensweise zu übernehmen und ich sehe nicht, wie man sie ohne das haben könnte.

Zu 5)
Zu uns kommen tendenziell die besser Ausgebildeten Afrikas und die, die trotze widrigster Lebensumstände das Geld für Überfahrt und Schlepper erwirtschaften konnten. Diese sind im allgemeinen bereit hier hart zu arbeiten oder werden in überschaubarer Zeit einsehen, dass sie das müssen um ihre Wohlstandshoffnung zu befriedigen. Dann werden sie möglicherweise Devisenzahler an ihre Verwandtschaft und beleben rückwirkend die Konjunktur in Afrika, ein wesentlicher Teil würde auch nach Afrika zurückkehren, wenn, ja wenn dort zumindest in Ansätzen eine positive Entwicklung in Gang käme. Natürlich könne wir im Augenblick nicht pauschal von „Afrika“ sprechen, aber die Anzahl der Ländern dort mit einer positiven Perspektive muss vergrößert werden, was nebenbei nicht mit militärischem Interventionismus geht. Natürlich dauert es zwei oder drei Generationen bis eine Arbeitsproduktivität dort erheblich steigt und natürlich passiert das nicht solange wir Afrika als billigen Rohstofflieferanten benutzen und zusätzlich noch subventionierte landwirtschaftliche Waren dorthin exportieren, die dort heimische Produktion zerstören. Es ist das gute Recht der islamischen Länder unsere Arbeitsproduktivität nicht zu wollen, wir können viel von ihnen lernen was nichtmaterielle Werte angeht. Das aber nur, wenn wir endlich unsere Armeen dort abziehen. Kleiner Link um aktuellen Beispiel Syrien: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/eine-vermeidbare-tragoedie

6) Ihr Argument hat die Schweizer Regierung vor einer Volksabstimmung benutzt, die dann schiefging, auch weil die Gegenseite sauber vorrechnen konnte, dass das Wirtschaftswachstum durch Immigration nur in absoluten Zahlen eines war, aber nicht pro Kopf. Dabei sind die Einwanderer in die Schweiz zu grossen Teilen ausgebildete und ähnlich wie Schweizer sozialisierte Fachkräfte. Wenn Menschen integriert werden, die im Durchschnitt eine sehr viel geringere Arbeitsproduktivität erreichen, als diejenigen, die schon da sind, wird die Gesellschaft pro Kopf ärmer. Das ist kleines Einmaleins.

zu 6)
Zunächst würde mich eine Quelle für das „saubere Durchrechnen“ der Gegenseite interessieren. Dann möchte ich anmerken, dass Demokratie, schon gar nicht direkte Demokratie, ohne jahrzehntelange Pflege und Aufmerksamkeit auf Medien und Erziehung nicht funktionieren kann. Im Bereich der Medien werden sonst immer die einseitigen und kurzfristigen kapitalseitigen Interessen dominieren, im Bereich der Bildung ist es leider dasselbe Trauerspiel.

Ich bitte danach um große Vorsicht bei realitätsfernen „Durchschnittwerten“ und bei einer Fixierung auf den vermeintlich materiellen Reichtum. Durchschnittswerte setzen sich ja aus niedrigen, mittleren und hohen bis höchsten Einkommen zusammen und daher ist es meiner Meinung nach nötig, dies nicht „national“ mit einem nicht existierenden fiktionalen Durchschnitt, sondern klassen- bzw. schichtenspezifisch zu betrachten. Es kann also bei der „sauberen Durchrechnung“ durchaus so sein, dass der nationale Durchschnitt sinkt, die „unteren“ z.B. 80% aber nicht weniger in der Tasche haben.
Zusätzlich möchte ich das Argument der Lebensqualität vorbringen, jenseits monetärer Verfügungsgewalt. Migration bringt Leben und Kultur, gelingende Migration bringt Dialog und Weiterentwicklung beider Seiten, egal ob in der Schweiz, Deutschland oder Europa.
Womit ich wieder bei Medien und Bildung bin, die das vermitteln sollten und müssten…

7) Selbst wenn unser Urgrossväter geklaut haben, werden Sie nicht genug Leute finden, die das nach so langer Zeit zurückgeben wollen. Das mag unmoralisch sein, aber bedenken Sie: Die Afrikaner würden das auch so sehen, wenn die Dinge umgekehrt wären.

Das Problem sind nicht die Migranten, aber das Problem ist die Migration in diesem Ausmass.

zu 7)
Es fing zwar mit unsren Urgroßvätern an, besteht aber siehe oben natürlich bis zum heutigen Tag fort. Rückgabe eines Teiles wäre nicht nur moralisch und menschlich (im Kapitalismus nur für Sonntagsreden vorgesehen , sonst belächelt), sondern auch ökonomisch sinnvoll, wenn es richtig organisiert wird, würde es letztlich natürlich auch zu Umsatz in der EU führen, weil Afrikaner auch für Importprodukte kaufkräftiger würden. Stichwort „Marshallplan“ für Afrika, aber um Gottes Willen nicht genauso und mit mehr Offenheit für eigen afrikanische Entwicklung. Nun, zu viel Migration auf einmal wäre zu viel, den Punkt haben wir aber nicht.
Die AFD liegt bei 12%? Was ist das für eine unsägliche Politik, die dieser radikalen Minderheit hinterher rennt? Unnötig. Mehr Selbstbewusstsein der Willkommenskultur.

8) Da bin ich wieder bei Ihnen. Wir brauchen endlich eine sauber geregelte Einwanderung, denn in gewissem Masse ist die Migration für beide Seiten vorteilhaft. Bei richtiger Mischung kann das Ausmass sehr gross sein. Die Schweiz fährt mit 21% Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung sehr gut, zu sehr grossem Teil allerdings Europäer. Ein Teil geht auch immer zurück und bringt Know how und Organisationsfähigkeiten mit (so hat China von Aus- und Rückwanderung mit den USA profitiert). Das muss getan werden, wird aber das Problem nicht kurzfristig lösen.

zu 8)
Genau, kurzfristig gibt’s keine Lösung. Daher langfristig denken und handeln: Millionen hier integrieren und ernsthafter Umbau in und mit Afrika und dem Nahen Osten. Wir sollten lieber darüber reden, wer das in wessen Interesse wie verhindert.

RE: Für Flüchtlinge auf der Straße | 23.02.2017 | 18:28

@SOPHIA

Danke für Ihre Aufklärungsbemühungen eines vermeintlich unterkomplex Denkenden, aber wir reden aneinander vorbei, ich denke weil wir uns auf unterschiedliche Aspekte beziehen und unterschiedlich bewerten. Sie reden von Indoktrination (die ich wie Sie verabscheue), ich denke beim Rufen und Schwenken des Achtjährigen zunächst an Imitation der Eltern und übrigen Teilnehmer der Demo. Ohne Imitation keine kindliches Lernen. Imitation ist keine Indoktrination. Ich denke das Kind lernt an dieser Stelle weniger den konkreten Inhalt, als vielmehr die auch emotionale Teilhabe an einer Gemeinschaftsaktion. Das halte ich unabhängig vom Inhalt für eine positive Lernerfahrung. Egal ob der Inhalt der Aktion als positiv oder negativ vom jeweiligen Beobachter betrachtet wird, es ist dem späteren Erwachsenwerden des Kindes zuzumuten, sich entweder für oder gegen den Inhalt der Demo zu entscheiden. Ursprünglich habe ich überhaupt nur kommentiert, weil viele nur dann kindliche Teilnahme an Demonstrationen als negativ kritisieren und als Indoktrination aburteilen, wenn sie selber mit den Inhalten der Demo nicht einverstanden sind bzw. diese vom tatsächlichen oder vermeintlichen Mainstream der Gesellschaft abweicht. Diese einseitige Kritik geht mir auf den Keks… Wobei ich den Eindruck habe, sie gehören nicht zu diesen Einseitigen.

RE: Für Flüchtlinge auf der Straße | 22.02.2017 | 20:22

@SOPHIA
Ich bin in DIESEM Punkt doch völlig Ihrer Meinung, ich bitte Sie.
Ich sage doch nur, wir können gar nicht anders als ein Kind zu konditionieren, wir müssen das sogar, sonst würde es frühzeitig sterben. Sein Leben hängt von unserer Fähigkeit es zu konditinieren ab. Darin ist immer auch ob bewusst oder unbewusst, ob absichtlich oder unabsichtlich, eine Haltung und ein Verhalten gegenüber Flüchtlingen enthalten, ohne dass wir ihnen das direkt in Ohr plappern. Es ist ja gerade der Prozess des Erwachsenwerdens, der, wenn er gelingt (selten), das heranwachsende Kind von vielen Konditionierungen der Eltern befreit und ihm/ihr seine/ihre eigene Identität beschert.

RE: Für Flüchtlinge auf der Straße | 22.02.2017 | 19:27

@Gunnar Jeschke

1) Die Flüchtlingswelle ist Spiegel vor allem westlicher Politik und Kriege seit der Sklavendeportation aus Afrika, teilweise auch seit den Kreuzzügen in den Nahen Osten vor noch längerer Zeit.

2) Auch wenn es Hunderte von Jahren dauerte bis Millionen von Afrikanern und vieler Menschen anderer Herkunft sich aufmachten ins gelobte Land der EU zu kommen, so wird sich diese Migration ab jetzt in Wellen noch verschärfen bis zu dem Punkt dass die EU Soldaten feuern lassen müsste um die Migranten aufzuhalten... (was ich als Horrorszenario NICHT wünsche)

3) Alle Behauptungen und Sonntagsreden westlicher Politiker und Bürger sie wollten die Fluchtursachen in Afrika und dem Nahen Osten bekämpfen, substantiell verringern oder gar beheben ist wohlfeiles billiges Gewäsch ohne Ernsthaftigkeit.

4) Das ist schon leicht daran zu erkennen, dass praktisch niemand mit politischer oder ökonomischer Macht die täglich andauernden Produktions-, Ausbeutungs- und Handelsbeziehungen mit Afrika in Frage stellt, sondern maximal von verbesserter Entwicklungshilfe faselt, die immer schon nur eine Bruchteil dessen ausmacht, was wir aktuell an Werten z.B. aus Afrika rausziehen.

5) Zwischenfazit: Wenn wir das Horrorszenario verhindern wollen, brauchen wir eine Mischung aus Integration von Millionen von Flüchtlingen einerseits in der EU und ernsthafter Bekämpfung der Fluchtursachen inkl. Revolutionierung unserer kompletten Handels- und Produktionsbeziehungen mit vor allem Afrika, aber auch dem Nahen Osten.

6) Sechs Millionen Menschen in der EU zu integrieren ist möglich, wenn wir das wollen.
Mehr Menschen bedeuten nicht weniger Arbeit für mehr Menschen, sondern mehr Arbeit für mehr Menschen, das ist kleines Einmaleins der Volkswirtschaft. Die rechtspopulistische Behauptung und Angstmacherei vor Billiglohnkonkurrenz und Kosten statt Ertrag (Migranten bringen auf Dauer mehr Wohlstand als sie kosten) findet nur nahrhaften Boden, solange wir dabei versagen unsere Gesellschaft und Wirtschaft auf die neue Situation der Expansion auch von gering qualifizierten Arbeitsplätzen hin umzustrukturieren und dabei versagen, die höher und hoch qualifizierten Migranten sprachlich zu integrieren.

Bei unserem Reichtum (den wir sicher auch aus Afrika und Asien haben) und unserer eigentlich vorhandenen Organisationskraft ist das durchaus machbar, das Problem ist viel eher ein psychologisches und kulturelles sowie eines von hohen Ansprüchen AUF BEIDEN SEITEN. Wir wollen nicht wirklich abgeben und die Migranten erwarten vielleicht zu schnell zu viel, das ist möglich, aber wer will ihnen verdenken, dass sie auf unser westliches Marketing reinfallen, mit dem wir ja materiell so gut leben…

7) Das Problem sind nicht immer und nie ausschließlich die Anderen, in diesem Falle die Migranten. Das Problem ist der fehlende ehrliche Dialog und unsere fehlende Bereitschaft abzugeben von Dingen, die wir sowieso zu einem guten Teil geklaut haben.

8) Wir brauchen eine geregelte Einwanderung im großen Stil nach Europa mit Transport der Einwandernden durch die aufnehmenden Länder der EU, Transport von Afrika per Flugzeug direkt in die EU. Das in einem Ausmaß und in einem Tempo, sodass unserer Integrationssysteme dem angepasst werden können. Gleichzeitig brauchen wir eine ernsthafte und tiefgreifende Umgestaltung aller unserer Wirtschaftsbeziehungen vor allem mit Afrika und den „Ressourcenländern“ im Nahen Osten. Nur wenn wir beides umsetzen sind dichte Grenzen menschlich legitim und politisch wie ökonomisch berechtigt. Wenn aber nicht, dann ist eine Festung Europa noch viel menschenverachtender und dümmer als die alte Berliner Mauer und wird noch viel katastrophalere Konsequenzen haben.

RE: Für Flüchtlinge auf der Straße | 22.02.2017 | 18:14

@SOPHIA
Gut, dann zeigen Sie mir bitte ein einziges Kind welches NICHT konditioniert wurde. Pardon, das gibt es nicht. Wir können hier nur über Inhalt und Form von Konditionierung diskutieren, nicht über das "ob".

RE: Die Rolltreppengesellschaft | 21.02.2017 | 21:04

Im alten Europa, zumindest in Deutschland, ist die ökonomische und soziale Spaltung zwar wachsend, aber NOCH nicht so stark, dass die AFD mehrheitsfähig würde. Nur: Ein bisschen Schultz-Kosmetik wird nicht reichen, eine linke Alternative zum neoliberalen Mainstream und Rechtspopulismus zu formulieren, zumal sich rechte SPD, CDU und CSU auch schon Richtung AFD verbiegen. Der ideologisch herrschende Einheitsbrei ist immer noch alternativlos und potentielle "Linke" (immer noch SPD, LINKE & Grüne?) ohne überzeugende Vorschläge für ihre Wähler. Als erstes müsste die Austeritätspolitik und das "An-die-Wand-Konkurrieren" der EU-Peripherie durch Deutschland weg, aber dazu ist auch die SPD geistig nicht in der Lage. Ohne ein sozialeres, ökologischeres und demokratischeres Europa - durchaus mit zwei oder drei Geschwindigkeiten - wird sich aber der Rechtspopulismus weiter etablieren und verstärken.