Ver-Dichtungen III

Kurzprosa Kleine Denkanschläge auf alltägliche politische Bewertungen
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Mannhafte Mutter

Wenn Albrechts Tochter
die Mutter von Sieben
in die Trompete bläst
dann macht euch bereit
Söhne und Töchter
westlicher Demokratien

Denn es sei einfach
unfair wenn wir
die Freunde der Oligarchen
nicht annähernd dasselbe
in Mord und Totschlag
investieren würden
wie die mit 800 Militärbasen
und mehr als 500 Kriegen
und verdeckten Putschen
nach Neunzehnfünfundvierzig

meint die Katholikin und Mutter.

Pro-Terror-Kampf

Unser Pro-Terror-Kampf
ist ausgesprochen erfolgreich,
das wird man ja wohl
noch sagen dürfen!

Erst haben unsere Freunde
Afghanistan platt gemacht
statt Bin Laden in Tora Bora
gefangen zu nehmen, obwohl
unser Kommando Spezialkräfte
ihnen half Al Quaida nach Pakistan
flüchten zu lassen.

Dann haben unsere Freunde
nachdem ihre Sanktionen in den
90’er Jahren des letzten Jahrtausends
Hunderttausende Kinder ermordeten
endlich den Irak platt gemacht
der ja erwiesenermaßen viele
Massenvernichtungswaffen hatte.

Schließlich dürfen nur unsere Freunde
seit 1945 eigentlich wirklich
Massenvernichtung betreiben
wenn sie es wichtig finden
und niemand sonst!

Dann haben wir gemeinsam auch
über Ramstein gesteuert

hier und da mal
eine Hochzeit bombardiert
oder hilflose Zivilisten
auf Befehl eines
deutschen Generals

versehentlich auslöschen lassen, nun ja.

Im Zeitalter unserer Westlichen Werte,
also der Menschenrechte, ist es eben
normal, dass 90% aller Kriegstoten
Zivilisten sind und wir müssen ja auch an
die Rechte unserer Soldaten denken,
die wollen ja auch überleben.

Daher ist unser gemeinsamer Mord
mit Hilfe modernster Drohnen und
ohne den bürokratischen Aufwand
lästiger Gerichtsverfahren doch
das ultimative Mittel der Wahl
mit dem entschlossene Friedens-
Nobelpreisträger und wir Logistiker
den Pro-Terror-Kampf gezielt
weiterführen.

ISIS ist der lebende Beweis unserer
fruchtbaren Strategien –
ganz zu schweigen
was unserer Erdölkumpels
aus Saudi-Arabien,
die ja Trump sei Dank
immer noch unbehelligt
reisen dürfen,
gestern und heute
im Jemen so alles noch
herbeibomben
werden.

Arbeitsplätze in der Waffenindustrie
des Exportweltmeisters
und seines transatlantischen
Bruders sind jedenfalls gesichert.

Was wollen wir mehr?

13:54 17.02.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

nheckelei

Norbert Heckelei, M.A., studierte Politologie, Geschichte, Germanistik, Psychologie, Pädagogik & Bühnentanz. Er arbeitet als Pädagoge in einer Schule.
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