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RE: Joachim Gaucks totalitäre Aufklärung | 08.06.2010 | 12:58

"Was soll das? Wer will das schon."

OK, doof formuliert. Ich störte mich an der "BRD-Propaganda" bei Claudia.

"Die DDR dient doch nur noch als Buhmann, damit man genau diese Angriffe auf die Freiheitsrechte nicht bemerkt oder vernachlässigt."

Glaube ich nicht. Die DDR kann IMO schon deswegen kein "Buhmann" sein, weil sie eben wirklich eine Diktatur war und das nicht nur angehängt bekommt. Die Freiheitsrechte heute zu verteidigen hat damit wenig zu tun.

RE: Joachim Gaucks totalitäre Aufklärung | 08.06.2010 | 12:30

Für mich nicht. Als Konsequenz aus der Erfahrung DDR (Sozialismus der Prägung Lenin / Stalin / Post-Stalin) möchte ich mindestens die demokratischen Freiheitsrechte der "BRD" nicht angetastet wissen. Und finde die BRD auch in jeder Hinsicht der DDR vorzuziehen.

Das finden Sie wahrscheinlich nicht - diese Differenz wird heute hier, in Wahlen etc. ausgetragen. Und eben nicht vor Gericht und für (mindestens) einen von uns durch staatliche Verfolgung.

Das finde ich kein Instrumentalisieren der Opfer der DDR. Solche Opfer sollte es nämlich nicht mehr geben.

Und es ist doch wohl völlig selbstverständlich, dass es nie wieder Opfer geben darf, wie es sie unter und durch die Nazis gab. Das ist die Geschäftsgrundlage jeder Diskussion über diese Themen.

RE: Joachim Gaucks totalitäre Aufklärung | 08.06.2010 | 11:11

"Wird es der übliche SED=NSDAP=LINKE=STASI-Vergleich? "

Wo wäre der üblich? Na, Sie werden es uns wissen lassen.

Die Nostalgie ist die Stimmungslage der Leute, die ernsthaft die Mauer mit fiktiven Erschießungen an der deutsch-schweizerischen Grenze vergleichen. Das riecht doch sehr nach "so schlimm war's auch nicht".

Im Übrigen krankt der ganze Anti-Gauck-Schwung hier daran, dass es eben nicht heißt, SED=NSDAP=LINKE=STASI zu sagen, wenn man die DDR in der gebührenden Deutlichkeit als das bezeichnet, was sie war: eine Diktatur. Insofern wird hier auf einen Pappkameraden geschossen - und der fällt, wie alle Pappkameraden leicht um.

Umgekehrt wird auch ein Schuh draus: Wer die NS-Zeit benutzt, um die DDR halb so schlimm zu finden, instrumentalisiert deren Opfer auch.

RE: Joachim Gaucks totalitäre Aufklärung | 07.06.2010 | 16:05

"Wie gesagt, auch ich will nichts beschönigen"

Doch, wollen Sie. Und wenn Sie das wenigstens zugeben würden, wäre es eine diskutable Position (nicht, dass ich ihr zustimmen würde.)
So ist aber bloss eine Aussage nach dem Motto "Ich habe nichts gegen Ausländer, aber..."

Der Vergleich mit der Schweiz dagegen ist nicht nur verdruckst verharmlosend, da weiß man wenigstens, mit welcher Art von Nostalgie man es zu tun hat. Wieviel Tote auf die beschriebene Art und Weise gab es übrigens in letzter Zeit an der deutsch-schweizerischen Grenze?