Kompetenzwerte?

Merkeltreu! Ein Kompetenzwert scheint derzeit der wichtigste zu sein: Wie halte ich Themen aus dem Wahlkampf heraus?

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Kompetenzwerte?

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Merkel liegt in allen Kompetenzwerten vor Peer Steinbrück meldet NTV. Wobei bei der Berichterstattung man durchaus der Ansicht sein kann oder den Eindruck gewinnen kann, dass es sich um einen Wahlspot der CDU handelt.

Merkel verschweigt, nimmt keine Stellung zu brisanten Themen, wer sollte sie auch zwingen zu Themen, die die Bürger interessieren Stellung zu nehmen. Wer? Der größte Teil der Medien ist dem Merkelwahlverein beigetreten. De Maizière wird weggelächelt, NSA und die daran hängende Problematik wird weggeplaudert (ich weiß es nur aus der Presse), Friedrich erfindet die Grundrechte neu, in Griechenland, Irland und Portugal hat die Sparpolitik versagt, es wird mehr Geld gebraucht, nur vor der Wahl will sie sich dazu nicht äußern usw. Die Liste wird lang und länger und das Schweigen immer deutlicher und immer lauter.

Bei den Bürgern hat sie höhere Kompetenzwerte als Steinbrück, sagt NTV. Na, ja. Wahlkrampf halt. Sie hat sicherlich höchste Kompetenzwerte im Verschweigen, im Nichtssagen, im Lavieren. Da ist Merkel großartig. Die Verteidigung der Grundrechte in der NSA-Affäre gehört sicherlich nicht zu ihren Stärken.

Insgesamt brauchen die Deutschen wahrscheinlich eine Mutti, vielleicht. Brauchen täten die Deutschen einen neuen Aufbruch, eine Neuaufstellung der Sozialsysteme (Krankenkassen etc.), eine Neubewertung der Bundeswehr, eine Politik, die die Schere zwischen Armen und Reichen schließt, die die nicht mehr bezahlbaren Mieten bekämpft, die eine Neubewertung der EU initiert, das bräuchten die Deutschen. Gerade im letzten Punkt wird deutlich: Die gelernte ostdeutsche Bürgerin kann mit Europa nur wenig anfangen.

Sie hat außer der Kompetenz des Abwartens keine herausragende Fähigkeit. In diesem Punkt liegt sie sicherlich vor Steinbrück. Aufgrund ihrer kleinen und kleinsten Trippelschritte trifft sie offensichtlich mitten in das Gemüt der Deutschen – bitte rührt mich nicht an. Die nächsten vier Jahre werden, da die meisten Probleme nur aufgeschoben sind, Jahre des Umbruchs sein – Merkel kann keinen gesellschaftlichen Umbruch in einer marktwirtschaftlichen Ordnung. Merkel ist vielleicht im Tagesgeschäft gut, Merkel kann keine Zukunft gestalten. Die Neoliberalen Rösler, Brüderle und Westerwelle führen sie in der Wirtschaftspolitik am Nasenring durch die Manege. Merkel kann es nicht und ich wage zu behaupten, wenn sie gewählt wird und die FDP in den Bundestag kommt, wird diese Regierung in der Mitte der nächsten Wahlperiode scheitern. Die Probleme, die alle unter den Teppich gekehrt wurden, die derzeit nicht besprochen werden, werden mit Macht aufbrechen. Lange lassen sich die massiven gesellschaftlichen Verwerfungen in unserem Staat und in Europa nicht mehr unter der Decke halten. Vielleicht deshalb auch der Hang zum Totalitarismus. (Demokratie marktfähig machen).

Merkel fehlt jegliche Kompetenz, eine Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. Sie beherrscht nur das Klein-Klein des Machtspiels. Das reicht aber nicht.

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Geschrieben von

niclas quinten

Schreiben, schreiben und nochmals schreiben. Völlig egal, ob es veröffentlicht wird oder irgendeiner es liest. Status: Schreiber und Leser

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