Trump verstehen ist nicht schwer!

Einfach gestrickt Trumps Politik folgt einem einfachen Strickmuster: Kapital, Kapital, Kapital
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Keiner wird bestreiten, dass Donald Trump ein lupenreiner Kapitalist ist. Seinem Denken liegt der Sozialismus so weit entfernt wie der Mond von der Erde. Er, so sieht es derzeit aus, ist ein Zerstörer. Ist er auch ein Aufbauer, ein Erneuerer?

Man wird ihm nicht zu nahe treten, wenn man annimmt, dass er weder Marx, noch sich mit Werner Sombart und Joseph Schumpeter beschäftigt hat. Seine zerstörerischen Absichten sind nicht theoriebasiert, sie sind von seinen Instinkten und Erfahrungen geleitet: Aus Zerstörung wächst Neues!

Zum Begriff der „schöpferischen und/oder kreativen Zerstörung“ kann man bei den obengenannten Theoretikern nachlesen: „Jede ökonomische Entwicklung basiert auf einem Prozess der schöpferischen bzw. kreativen Zerstörung. Durch die Neukombination von Produktionsfaktoren, die sich erfolgreich durchsetzt, werden alte Strukturen verdrängt und schließlich zerstört. Zerstörung ist für die Erneuerung notwendig. Nur so kann eine neue Ordnung entstehen.“

Marx verwendet den Begriff sinngemäß im „Kapital“, ebenso Sombart, während Schumpeter ihn im kapitalistischen Sinne präzisiert:

„Die Eröffnung neuer, fremder oder einheimischer Märkte und die organisatorische Entwicklung vom Handwerksbetrieb und der Fabrik zu solchen Konzernen wie dem U.S.-Steel illustrieren den gleichen Prozess einer industriellen Mutation – wenn ich diesen biologischen Ausdruck verwenden darf –, der unaufhörlich die Wirtschaftsstruktur von innen heraus revolutioniert, unaufhörlich die alte Struktur zerstört und unaufhörlich eine neue schafft. … Dieser Prozess der „schöpferischen Zerstörung“ ist das für den Kapitalismus wesentliche Faktum. Darin besteht der Kapitalismus und darin muss auch jedes kapitalistische Gebilde leben.“

Zum Anfang: Trump ist ein lupenreiner Kapitalist er denkt ausschließlich in den Kategorien des Kapitals. Am Beginn seines Handels steht „Zerstörung“. Die Hoffnung ist allerdings nicht groß, dass er auch weiß wie der Aufbau (außerhalb seiner unternehmerischen Interessen) geht. Gesellschaftlicher Zusammenhang basiert auf mehr, als auf kapitalistischen und damit eigennützigen Strukturen. Da fehlt ihm wohl Bildung und Weitsicht.

Wir tun so überrascht. Da wird das Wort, das der Bundeskanzlerin Merkel zugesprochen wird: „Die Demokratie muss der Wirtschaft dienen“. doch bittere Wahrheit.

Quellen:

Karl Marx: Das Kapital. Stuttgart, 1957 (Im Zusammenhang ausgewählt und eingeleitet von Benedikt Kautsky)

J. A. Schumpeter, Kapitalismus und Demokratie. München, 7., erweiterte Auflage 1993

Werner Sombart: Der moderne Kapitalismus (vier Bände), München-Leipzig, vierte, unveränderte Auflage 1921

(und auch Wikipedia)

14:46 25.01.2017
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Geschrieben von

niclas quinten

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