I am a dreamer, but I am not the only one

Zukunft Erinnern wir uns noch an Zeiten ohne Krisen? Als wir Zukunft mit Vision nachdenken konnten statt den größten Schaden unzähliger Krisen abzuwenden. Wo ist die Hoffnung?
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Was haben uns die letzten 10 Jahre gebracht, nicht nur persönlich, sondern in einem großen Kollektiv? Ist unsere gemeinsame Welt sicherer geworden oder die Unsicherheit über die Zukunft nur größer?

Weltwirtschaft, Euro, Demokratie, Ukraine, Flüchtlinge, Türkei, Berg-Karabach … - die Liste der Krisen ist lang, viel zu lang! Und dazu kommt der Terror, das Werkzeug der Menschenfeinde, Feiglinge, Ausgegrenzten. Insbesondere die Menschlichkeit befindet sich in einer ihrer schwierigsten Phasen, sie leidet unter den ständigen Krisen. Misstrauen und Abgrenzung, Missgunst und Sorge beherrschen das Bild vieler Menschen, egal wo sie leben.

Wie können wir da noch optimistisch in die Zukunft schauen? Es gibt da nicht die eine Antwort, es muss viele kleine Schritt geben, bis wir die Krise gemeinsam lösen und nicht gegeneinander ausspielen. Beispiel Flüchtlingskrise: Viele Menschen haben Angst, vielleicht auch nicht unbedingt vor den Fremden, sondern vor ihrer ungewissen Zukunft, das darf man ihnen auch nicht übelnehmen. Aber diese Spaltung unserer Gesellschaft(en) in Europa und wo auch immer darf nicht dazu führen, dass wir nicht mehr miteinander reden.

Konflikte im Kleinen und selbige als Krieg im Großen ließen sich in meinen Augen durch zwei Prinzipien vermeiden: Dialogbereitschaft und Interessensausgleich. In der Vergangenheit waren diese Grundlagen aber in allen Krisen selten oder gar nicht gegeben. Nur die eigene Meinung zählt, der Dialog mit dem anderen wird nicht gesucht. Es kann so weitergehen und wird es wahrscheinlich. Aber das ist kein schönes Bild einer gemeinsamen Zukunft.

„Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“, sagte einst Willy Brandt. Recht hat er. Und es gilt überall, in allen Bereichen. Vor allem sollte sie gemeinsam mit allen gestalten werden. Dass das schwer wird, weiß ich, aber, dass unmöglich ist, stimmt nicht.

Wir haben nicht mehr viele Chancen, unsere Menschlichkeit unter Beweis zu stellen. Menschen bekriegen sich in Syrien und im Irak, werden von fanatischen Dschihadisten versklavt und terrorisiert. Einige lassen ihr Leben hinter sich, um ihres zu behalten. Und werden in Europa oft nicht willkommen geheißen, Ablehnung stößt ihnen entgegen. Der Krieg in der Ukraine ist aus den Medien und damit aus den Köpfen verschwunden. Aber Europa und Russland müssen beide ihre Fehler eingestehen und ihre Macht nutzen. Gleiches gilt für den Kurz-Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan. Die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden überall und nicht nur eine bloße Abwesenheit von Gewalt und Krieg scheint derzeit utopisch, aber auch das ist nicht unmöglich, wo der Wille stark ist.

Unsere Medien kommen auch deshalb aus dem Krisenmodus wohl auch nicht so schnell wieder heraus. Wir leben in unsicheren Zeiten, denen es Sicherheit der verbreiteten Unsicherheit entgegen zu stellen gilt. Nicht durch Ausgrenzung, sondern durch Zusammenhalt. Durch Vertrauen zueinander, Hilfe für andere. Ganz individuell. Durch kleine Taten.

Klingt nach großen Worten eines jungen Optimisten. Mag sein, dass nur wenige meine Hoffnung teilen, aber große hoffnungsvolle Entwicklungen fangen im Kleinen, in den Köpfen und Herzen vieler Menschen an.

I am a dreamer, but I am not the only one.

Auch erschienen auf HuffPost

11:25 25.06.2017
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