Niklas Buhmann

Selbstironie ist die schlechteste aller Umgangsformen mit dem durch sämtliche Kränkungen zersetzten "Ich" - abgesehen von allen anderen.
Niklas Buhmann
RE: Nicht der erste Dammbruch | 08.12.2020 | 12:11

Soweit alles richtig natürlich. Ich versuche nur mal, mich in die AfD reinzudenken (ein anspruchsvolles Manöver, aber es sei:) dann würde ich - neben der Vorpresch-und-Zurückspring- (oder ersatzweise der Kaffee-über-die-Tastatur-Kipp-)Methode; also zusätzlich zu der Strategie, die der Vor- und Chefdenker der Neuen Rechten S. Bannon als „überschüttet sie mit Unrat“ ausgegeben hat – Sacharbeit machen. Das klingt nun gar nicht nach AfD, könnte aber strategisch Sinn ergeben: Die (Sachthemen-)Koalitionen nehmen, wie sie fallen. Einfach irgendwas drauflos meinen und gucken, wer wie reagiert. Und dabei vor allem auf „Dammbruch“-Proteste hoffen, auf die ja auch Verlass ist. Also weiterhin darauf setzen, durch kalkulierte Empörung im Gespräch zu sein. Als neue Stufe des Dilemmas „Ignorieren oder Durch-Kritik-Großmachen“.

RE: Mit Marco Bülow jetzt im Bundestag | 23.11.2020 | 11:48

Sie machen mich nachdenklich. An sich war PARTEI-Wählen für mich immer so eine Art Nichtwählen de luxe, und ich habe dann doch wieder die kleineren Übel gewählt. Denn größere Übel gibt es halt auch dann, wenn die kleineren Übel immer weniger klein werden. Und solange die Unterschiede noch nicht komplett eingeebnet sind, schien mir die Verhinderungs-Wahl besser als das Bermudavieleck „Sonstige“. - Oder ändert sich gerade was? Die PARTEI nicht mehr nur als Bullshit-Markierer und auf Dauer gestellte Politsprech-Parodie, sondern als Sammelbecken für auf hohem Mitmachniveau Angepisste (i.e. Herr Bülow)? Und im Nachgang dann ggf. für die, die sich davon angezogen fühlen? Damit bin ich wieder am Anfang. Bzw. nachdenklich.

RE: Le Macron absolu | 16.06.2017 | 11:00

Einen Artikel schreiben, der dann „von der Wirklichkeit nicht goutiert wird“ + einen 2. Artikel schreiben, der sich klug und selbstkritisch mit der eigenen Fehleinschätzung befasst = 2 interessante Artikel. In diesem Sinne: weiterhin frohes Irren!

RE: Eine superbe Hyperbel | 11.05.2017 | 09:36

Ich hatte mich auf „Leben, Tanzen…“ bezogen. Wo ja durch das Aneinanderreihen von Klischeebausteinen bewiesen werden soll, dass selbst Zoo-Affen einen Hit à la Max Giesinger (ich kannte den gar nicht – wie frühvergreist ist das denn?) zusammenbasteln können. Das Ganze eingereiht in einen Hassmonolog über die „Kommerzkacke“ im deutschen Schlag-Pop. Ist wohl alles richtig, und gipfelt in einer eben so schön gestellten wie nachvollziehbaren Frage: „Ist der Echo eigentlich der Preis der deutschen Musikindustrie oder der Preis der deutschen Industriemusik?“. Allerdings fehlt mir da etwas die Fallhöhe. Keine Authentizität? Der Künstler hat nicht selbst erlitten, wovon der singt? Und die Musikindustrie prämiert wie blöd? – Ja, macht sie.

RE: Eine superbe Hyperbel | 10.05.2017 | 12:28

Ich schätze, dass wir uns bei der Bewertung seiner „Trilogie des musikalischen Schwachsinns“ rel. einig sind. „Ich hab Polizei“ – ich weiß auch nicht, ging an mir etwas vorbei, und „Leben, Tanzen, Lachen, Welt“, naja. Popmusik ist manchmal gar nicht so tief empfunden? Bzw. doch nicht vom Herzen geradewegs in die Gitarre gerutscht und das wird jetzt mal aleatorisch bewiesen (was es davon abgesehen gar nicht wird: zumindest mal die Noten sind nicht gewürfelt)?

Bei „Rainer Wendt“ interessiert mich auch die Strategie der humor-musikalischen Riskantmachung. Wer für sein raffgieriges, vorverurteilungsfreudiges Verhalten ein Top-ten-notiertes Liedchen riskiert, der-

-na ja, macht wahrscheinlich trotzdem weiter.

RE: Eine superbe Hyperbel | 10.05.2017 | 11:42

Ich weiß nicht, ob der „Denkzone8-Schulze-Antagonismus“ ein für alle Zeiten festgeschriebener sein muss. Ich glaube schon, dass Böhmermann das ist, was man als „Rampensau“ * bezeichnet. Weswegen es das Zielt einer Firma wie bildundtonfabrik (Danke übrigens für den Link) sein sollte, auch dieser Eigenschaft zuarbeiten. So dass sich Teamwork und ein Midas-artig selbstzentrierter Solist nicht zwingend ausschließen müssen.

Oder, pointierter gesagt: die Sache, um derentwillen er zurücktritt, ist in nicht unerheblichem Maß er selbst, was aber okay ist, wenn er das, was ihm - auch deshalb - auf den Leib geschrieben ist, gut rüberbringt.

* In diesem Zusammenhang: weiß eigentlich jemand, wie das mit Roche-Böhmermann war? Ich hab das gerne gesehen. Und während ich ja bei 99% aller „Promi-Scheidungen“ schon aus Desinteresse diskret bin, wäre ich hier wirklich neugierig, warum es auseinander ging.

RE: Eine superbe Hyperbel | 08.05.2017 | 13:26

Mein 1. Golfturnier steht mir ja noch bevor. Aber schon mal gut zu wissen, dass es nicht an der Kopfbedeckung scheitert.

RE: Eine superbe Hyperbel | 08.05.2017 | 09:59

o. der olle hai-decker. wollte der nicht mal den führer

führen?

RE: Eine superbe Hyperbel | 07.05.2017 | 11:53

Da halte ich Böhmermann tatsächlich für stilsicherer als die Meisten in der Branche - und hoffe natürlich, er bleibts noch lange.

Ich teile die Hoffnung. Mein "TV-Humor-Dreischritt" (Loriot - Polt* - Schmidt) hat scheint's Zuwachs bekommen.

* hat heute Geburtstag und ich bin wie immer zu spät.