Niklas Honig

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RE: "Das ist der feministische Grundirrtum" | 12.04.2011 | 15:59

Der Artikel und viele der Kommentare sprechen mir aus der Seele. Ich finde vor allem aus den folgenden drei Gründen eine Teilnahme des Vaters an der Erziehung unersetzlich:

1. Echtes Gleichgewicht der Geschlechter
Um ein "wahres" Gleichgewicht der Geschlechter hinzubekommen, muss der Mann die extrem anstrengende, schwierige und höchst verantwortungsvolle Aufgabe der Kindererziehung und Haushaltsführung verstehen und wertschätzen lernen. Das kann er am besten, wenn er es einfach selbst für mindestens ein halbes Jahr übernimmt.

2. Gleichgewichtete Einflussnahme
In unserer Gesellschaft ist ein ungutes Ungleichwicht in der Einflussnahme von Mann und Frau auf das Kleinkind vorhanden. Das Kind verbringt die allermeiste Zeit mit einem weiblichen Rollenmodell in Form der Mutter, der Kindergärtnerin und der Grundschullehrerin. Ich stelle die zugegebenermaßen sehr gewagte These auf, dass dies schlimmen Einfluss auf unsere spätere Fähigkeit, mit Mitmenschen umzugehen, hat und Grundlage für viele Probleme wie Konkurrenzdenken und mangelndes Vertrauen in andere ist.

3. Verantwortung übernehmen
Ich bin der Überzeugung, dass jeder Vorstandsvorsitzende, jeder Firmenchef, Banker und Hedgefondsmanager ein anderes Handeln (nämlich verantwortungsvoller und moralischer) an den Tag legen würde, wenn er mindestens für ein halbes Jahr (wegen einer verpflichtenden Elternzeit für Männer) mal 24 Stunden täglich mit einem schreienden Etwas auf dem Arm verbracht hätte.