Nina Draxlbauer

Freie Journalistin Österreicherin, lebt in NRW
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Nina Draxlbauer
RE: Innovation Lab Print HMS: Süddeutsche Zeitung - ein sinkendes Schiff? | 28.12.2009 | 15:00

Es stellt sich die Frage, ob Journalisten überhaupt Spezialisten für bestimmte Themen sein sollen oder ob schlichtweg die Kompetenz vorhanden sein sollte zu wissen wo man welche Informationen bekommt. Wissen = das was man im Kopf hat? oder ist Wissen = zu wissen, wen man fragen muss?

Meiner Meinung nach spielt Vermittlungskompetenz eine wesentliche Rolle für die Beurteilung von "Qualität" im Journalismus.

RE: Innovation Lab Print HMS: Süddeutsche Zeitung - ein sinkendes Schiff? | 27.12.2009 | 14:25

vielleicht sollte man besser von Qualitätskriterien für Journalismus sprechen und nicht von Qualitätsjournalismus.

RE: Tötet den Weihnachtsmann! | 23.12.2009 | 18:13

Ich habe nichts dagegen - bei mir gibt es sowieso nur das Christkind.

RE: Innovation Lab Print HMS: Süddeutsche Zeitung - ein sinkendes Schiff? | 23.12.2009 | 18:03

Wir sind Journalismus-Studenten und betreiben keine Feldforschung indem wir in die einzelnen Redaktionen gehen - dies würde auch den Rahmen des Innovation Lab sprengen. Es geht darum sich kritisch mit einem Print-Produkt auseinander zu setzen und dessen Chancen und Risiken abzuwägen.

Die SZ bietet Qualitätsjournalismus - keine Frage. Sie hat bis jetzt auch noch eine treue Leserschaft - doch was ist mit der nachkommenden Generation? Vielleicht hat die keine Zeit oder auch keine Lust im Flugzeug die SZ zu lesen. Dabei stellt sich eben auch die Frage des Formats und der Aufbereitung der Themen - denn der Inhalt allein ist nicht ausschlaggebend für den Kauf des Produkts.

Exklusiv veröffentlichen meint: zuerst im Internet.

Ok, Sie kommentieren und sind kein Blogger. Sie haben aber die Möglichkeit Ihre Meinung uneingeschränkt hier zu veröffentlichen und nutzen diese auch. Der Vergleich mit den Leserbriefen hinkt meiner Meinung nach etwas: es werden/wurden nie alle Leserbriefe veröffentlicht; es gab/gibt keine direkte Kommunikation zwischen Journalist und Leser (kein Diaolog so wie hier)

Dass Journalisten die Zeitung machen sollten, die sie selbst am liebsten lesen ist eine sehr veraltete Einstellung. Ein ziemlich ausgelutschtes Zitat, aber trotzdem passend: der Köder soll dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Und vielleicht lesen deshalb viele Menschen keine Zeitung mehr - weil Journalisten zu lange das gemacht haben, was ihnen selbst gefiel.

RE: Innovation Lab Print HMS: Süddeutsche Zeitung - ein sinkendes Schiff? | 23.12.2009 | 17:37

Hier geht es auch mehr um eine inhaltliche Diskussion und darum, welche Zukunft es für Tageszeitungen gibt.

RE: Innovation Lab Print HMS: Süddeutsche Zeitung - ein sinkendes Schiff? | 23.12.2009 | 15:52

@ elbeo: danke für die kritische Auseinandersetzung mit unserem Text.

zur "stabilen" Auflage: wenn Sie sich die Zahlen der letzten Quartale auf www.ivw.de ansehen, werden Sie sehen, dass die Auflage der Süddeutschen nicht wirklich steigt, sondern über die Quartale im Jahr 09 und 08 relativ stabil ist und somit Stagnation der richtige Begriff ist. Im dritten Quartal 09 sind die Verkaufszahlen sogar leicht gesunken.

zu Online-Artikeln: Sie haben Recht, es sind auch Artikel online, die erst am nächsten Tag in der Printausgabe erscheinen. Allerdings handelt es sich dabei um eine geringe Zahl. Der umgekehrte Weg ist also nach wie vor beliebter: zuerst in die Printausgabe und ein paar Stunden später ins Netz.

zum Selbstverständnis der Journalisten: für sehr viele Printjournalisten (SZ nicht ausgeschlossen) ist es immer noch ein Problem für Online zu schreiben. Vor allem ältere Kollegen überlassen die "minderwertige" Online-Arbeit oftmals den jungen Journalisten. Dies weiß ich auch aus Gesprächen mit Printjournalisten, die nach wie vor Onlinejournalismus als weniger prestigeträchtig ansehen als Print. Diesen Punkt sehen wir als ein zentrales Problem.

zum Tabloid-Format: dieser Vorschlag wurde von einigen Mitgliedern unserer Diskussionsgruppe gemacht, da beispielsweise die Welt kompakt mit ihrem Tabloid-Format sehr viele junge Leser anspricht. Über das Tabloid-Format der FR wurde in diesem Zusammenhang nicht diskutiert.

zu Videos online: ja, es gibt Videos, allerdings ist dieser Bereich ausbaufähig, denn Bewegtbild wird auch bei Onlineauftritten von Tageszeitungen immer wichtig (vor allem um die jüngere Zielgruppe anzusprechen).
Was Leyendecker und Prantl betrifft handelt es sich wohl um ein Missverständnis: die Artikel könnten exklusiv online erscheinen, dies schließt die Veröffentlichung im Printprodukt ja nicht aus.

Es gibt keinen Grund die Printausgabe zu "schwächen", sondern viel mehr einen Grund sie zu "stärken" und auch mal etwas Neues zu wagen (die Printausgabe hat sich in den letzten Jahren nie verändert)

zum Dialog zwischen Lesern und Redaktion: Sie bloggen doch selbst hier beim Freitag - warum haben Sie dann Zweifel am Erfolg dieser Strategie? Redaktionen können es sich nicht mehr leisten ihre Leserschaft zu ignorieren. Und wenn Sie der Meinung sind, dass Webformate nur dann erfolgreich sind, wenn das Printprodukt versagt, wie erklären Sie sich dann den Erfolg von Spiegel Online?