RE: Die Wölfe kehren zurück | 13.02.2013 | 15:53

Hallo,

drei Anmerkungen zu den Kritikern:

1.) Das Elend in der Region betrifft nicht nur die Nachkriegsländer. Mazedonien, Rumänien, Bulgarien, Albanien haben keinen Krieg erlebt und sich auch nicht besser dran.

2.) Am EU-Beitritt führt schon wegen der Freizügigkeit im Schengen-Raum und wegen des Zugangs zu den Kohäsionsfonds kein Weg vorbei. Der Blick nach Osten ist keine Alternative. Serbien hat seit 2000 etwa 30mal so viele Hilfen aus der EU wie aus Russland erhalten. Das hat die auch die neue Regierung voll und ganz begriffen.

3.) Zwei scheinen zu glauben, Milosevic sei ein Kommunist gewesen. Er kam tatsächlich aus der KP (so wie fast alle Staatsmänner der Region, seine Freunde wie seine Gegner). In seiner Ära, den 90-er Jahren, fand eine kriminelle Akkumulation statt: Die Betriebe im "gesellschaftlichen Eigentum" wurden von Privatfirmen, die Politikern und deren Günstlingen gehörten, fielttiert und ausgeplündert. Was den Serben noch blieb, etwa von Überweisungen ihrer im Westen arbeitenden Verwandten, nahm das Regime ihnen mit einr Hyperinflation weg. Mit Sozialismus oder Kommunismus hat das, glaube ich, nichts zu tun.

4.) Sönke Paulsen: Wenn das so einfach wäre mit den "zweibeinigen Wölfen"! Das größte Problem ist Ignoranz, nicht böser Wille, und da hilft es wenig, wieder Bösewichter zu identifizieren.

Beste Grüße,

Norbert Mappes-Niediek

RE: Die Wölfe kehren zurück | 10.02.2013 | 17:02

Lieber Herr Springstein, dass die Kommunisten verjagt wurden ist schon deshalb nicht das Problem des Balkan, weil diese Verjagung gar nicht stattgefunden hat. Die Kommunisten haben bloß aufgehört, Kommunisten zu sein. Und sowohl in (Ex-)Jugoslawien als auch in Rumänien hat die epochale Depression schon zu KP-Zeiten begonnen. Freundlichen Gruß, Norbert Mappes-Niediek