Stunde der Wahrheit

WAHLEN IN SERBIEN Auf die neue Regierung warten viel Streit, wenig Hilfe und bizarre Befreier
Exklusiv für Abonnent:innen

Bisher konnten die serbische Opposition und die westlichen Regierungen darauf verweisen, dass die Revolution in Belgrad ja noch nicht abgeschlossen sei. Von Heiligabend an, dem Tag nach der Wahl in Serbien, geht das nicht mehr. Dann, so steht zu befürchten, geht das Chaos erst richtig los. Die neue Regierung muss die Wohnungen warm und die radikalen Albaner im Süden klein halten, gleichzeitig die Staatsausgaben dämpfen und den Westen von ihrer prinzipiellen Friedfertigkeit überzeugen, den neuen Dinar stabilisieren und den angestauten Hunger der Menschen nach ein bisschen Wohlstand und Gerechtigkeit zufrieden stellen. Die Aufgabe fällt einer Koalition aus 18 Parteiführern zu, von denen keiner eine natürliche Autorität hat und jeder sich dem anderen