RE: Der Corona-Virus macht Hackepeter | 16.03.2020 | 11:47

Im Großen und Ganzen muss ich Ihnen recht geben in Ihrer Einschätzung. Der Mensch an sich ist käuflich und die Ausnahmen reißen es nicht raus. In früheren Zeiten waren es die Religionssysteme, die den Menschen unmündig hielten, allein der Spruch "Gott sieht alles" kann als Vorform der Überwachungskamera gelten, heutigentags sind es die Zuckerli der Konsumgesellschaft, die letztlich der nun offenbaren schlechten Krisenvorsorge Vorschub geleistet haben. Zudem gibt es ja nun auch definitiv Krisengewinnler, die nach der Krise entsprechende Power haben, im Eigeninteresse zu handeln – so sind, so erfahre ich aus sicherer Quelle, zum Beispiel bei bestimmten Alkoholtypen, die in Desinfektionsmitteln drin sind, die Preise durch die Corona-Virus-Krise von 800 € auf 3500 € pro Tonne gestiegen. Da entstehen "schöne" Geldhaufen.

Allerdings nehme ich mir heraus, trotzdem optimistisch zu bleiben und zu hoffen, dass diese Krise auch etwas Positives bewirkt. Warten wir's ab!

RE: Der Corona-Virus macht Hackepeter | 14.03.2020 | 11:57

Eine Kollektiverkenntnis könnte zumindest sein, dass es, egal wo, viel teuer ist, alles sozusagen immer knapp auf Kante zu nähen, statt Raum zu lassen für Notfälle. Hätten Krankenhäuser grundsätzlich die Verpflichtung, etwa auf eine Pandemie eingestellt sein zu müssen, statt nur verpflichtet zu sein, möglichst viel Geld einzuspielen, gäbe es jetzt nicht die vielen kleinen und großen Insolvenzen im Leben da draußen und natürlich auch weniger Tote. Leider aber besteht jetzt tatsächlich die Gefahr, dass die typischen Verdächtigen von der Pandemie zu profitieren suchen, dass unbemerkt ein paar neoliberale Gesetze durch die Parlamente gemogelt werden, was sonst ja nur bei Fußballweltmeisterschaften gemacht wird, und so weiter. O tempora, o mores!

RE: Der Corona-Virus macht Hackepeter | 13.03.2020 | 19:37

Alle Druidengeheimnisse gehen immer nur von Druidenmund zu Druidenohr, alte Regel und nicht zu ändern. Im realen Leben habe ich aber immerhin jetzt meinen Nebenjob, den man als Schriftsteller gemeinhin braucht, wegen der Corona-Virus-Turbulenzen auf Eis gelegt bekommen. Mal ein guter Test für meine Überzeugung, dass es im Leben trotz allem am besten laufe mit dem Optimistischen Fatalismus. Jedenfalls bekommen wir alle jetzt erst einmal eine andere Gesellschaft, denn so eine (gesamt)deutsche Kollektiverfahrung wird wohl einiges bewirken, denke ich, Gutes wie Schlechtes. Man darf gespannt sein.

RE: Der Corona-Virus macht Hackepeter | 13.03.2020 | 08:56

Sicher, da haben Sie recht, beleuchtet ein guter Witz – oder eine Satire – eine Wahrheit, die mindestens jeder schon ahnt und die ohnehin ans Licht kommt. Pessimistisch bin ich hingegen sicher nicht, ganz im Gegenteil ein strikter Anhänger des optimistischen Fatalismus, wie ich das auch in meinem kürzlich erschienenen Buch "Tauge/Nichts" (edition taberna kritika) ausführe. Mit dieser Haltung bleibt man, so jedenfalls meine Überzeugung, in Augenhöhe mit dem Schicksal, was dieser Tage wichtiger ist denn je. Dann braucht's auch keine Krücken.

RE: Der Corona-Virus macht Hackepeter | 12.03.2020 | 21:01

Ob komisch oder nicht, selbst wenn wir die Antwort wüssten, sie bliebe ja doch unter uns. Wo kämen wir sonst hin!

RE: Der Corona-Virus macht Hackepeter | 12.03.2020 | 18:12

Das sind Fragen, die nur ein gemeinnütziger Druide beantworten könnte, aber ich würde mal vorschlagen, mit dem Krug zum Brunnen zu gehen.

RE: Der Corona-Virus macht Hackepeter | 12.03.2020 | 00:25

Wir befinden uns im Jahr 2020 n. Chr. Ganz Humor ist von Kommerz besetzt… Ganz Humor? Nein! Ein von unbeugsamen Komikern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten … und so weiter und so weiter. Saukomisch.

RE: Die Volksbühne Berlin – Ruhe in Unfrieden! | 03.07.2017 | 03:35

Ja, so ist es, auch ich würde den Begriff Kulturkampf wählen, und leider ist es tatsächlich auch so, dass in Westdeutschland ganze Generationen (von den sogenannten 68ern aufwärts) es gelernt haben, sich den Staat zur Beute zu machen, nicht ohne sich dabei auch noch moralisch überlegen zu fühlen. Das sind so Leute, die sagen, ich habe nichts gegen lange Haare, aber kurz und gepflegt müssen sie sein. Spießer. Und als nächstes werden sie durchsetzen, unter dem Rosa-Luxemburg-Platz mit EU-Geldern eine Tiefgarage zu bauen mit SUV-geeigneter Ausstattung und Fahrstühlen direkt ins Foyer der Volksbühne. Ernsthaft betrachtet steht allerdings, wenn ich richtig im Bilde bin, die Verlängerung des Vertrages mit Dercon ungefähr zu der Zeit an, wenn in Berlin wieder Wahlen sind – wäre ja schön, wenn das Thema Kultur dann mal eine echte Rolle spielte. Noch schöner wäre es, wenn man schon vorher Dercon & Co. Tempelhof als Eventbude gäbe und die Volksbühne einem Team von echten Theatermachern – es muss durchaus nicht Castorf sein, aber Ensemble- und Repertoirebetrieb, das muss sein!

RE: Die Volksbühne Berlin – Ruhe in Unfrieden! | 02.07.2017 | 14:18

Das Problem ist ja, dass es in den letzten Jahren im Einzugsgebiet, sozusagen im Kiez der Volksbühne zu einem massiven Bevölkerungsaustausch gekommen ist, nicht zuletzt weil Müller den Berliner Wohnungsmarkt Immobilienhaien und Investoren ausgeliefert hat. Der Müller ist bei so was schmerzfrei und skrupellos. Es kann also sein, dass die Volksbühne auch unter Dercon voll ist, quasi "Erfolg" hat, weil viele der frisch aus dem Westen eingetroffene Neubürger es einfach schick finden könnten, den Abend mit einem netten Theaterbesuch zu beginnen und dann nett essen zu gehen. Man darf das dem System voll angepasste Bildungsbürgertum ihrer Quantität nach nie unterschätzen, die tun zwar nix dazu, nehmen aber gerne. Die Frage ist natürlich auch, welche Regisseure, Dramaturgen, Schauspieler usw. an der Volksbühne überhaupt arbeiten wollen, denn man darf nicht vergessen, das ist eine Riesenbühne, die nicht einfach zu bespielen ist. Internatione Produktionen sind ja ohnehin im Haus der Berliner Festspiele besser aufgehoben.

Hoffen wir also mal, dass es überhaupt zu Neuverhandlungen kommt, dann ist was machbar!

RE: Die Volksbühne Berlin – Ruhe in Unfrieden! | 02.07.2017 | 13:28

Der arme Kerl ist ja nix weiter als eine Marionette, und ja, ich denke auch, dass er ohne jede relevante Erfahrung im Theaterbereich, geschweige denn Erfahrung als Intendant eines so großen und wichtigen Hauses, einfach keine Mittel hat, etwas aufzubauen – außer er bedient sich der Machinerie der internationalen Kulturschickeria und macht Eventtheater. Letzteres ist die große Gefahr, und nur wenn der Lederer seinen gestern Abend geäußerten Worten Taten folgen lässt, dürfte es eine Chance geben, das zu verhindern. Hoffen wirs!!!