William Shakespeare 2.Runde eines Wettstreits

Das leidige Dilemma. "Oxfordianer" zerfetzen Shapiro's Buch "The Year of Lear". Die zweite Runde eines (literarischen?) Wettstreits.-
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Die erste Runde des Wettkampfes

Aufgescheucht durch die weltweite Aufmerksamkeit des Films Anonymous 2011 des Regisseurs Roland Emmerich und durch die Deklaration für einen begründeten Zweifel" (inzwischen unterzeichnet von 3300 Intellek-tuellen) sah sich der "Shakespaere Birthplace Trust (SBT) veranlaßt, der erodierenden Debatte um die Shakespeare Autorschaft entgegenzutreten und dem Spuk eines vermeintlichen Irrtums an dem Dichter aus Stratford ein für alle Mal ein Ende zu bereiten, indem sie das Buch "Shakespeare jenseits eines Zweifels" ("Shakespeare beyond Doubt"), eine Kollektion von 20 Essays verschiedener Experten herausbrachten.-
Die einflussreichste heutige Gruppe sog. Antistratfordianer ("Oxfordianer") antwortete mit einer "Gegenschrift" "Shakespeare jenseits eines Zweifels ?" ("Shakespeare beyond Doubt ?") mit einem sehr ähnlichen Titel und Buchdesign, aber dem entscheidenden Unterschied, dass der Titel ein Fragezeichen bekam?

Die zweite Runde des Wettkampfes

Mittlerweile ist dieser Wettkampf um die Autorschaft des wahren Shakespeare in eine zweite Runde getreten. 2015 veröffentlichte der orthodoxe Shakespeare Experte Prof.
James Shapiro ein Buch "1606 William Shakespeare und das Jahr von Lear", dem erneut eine Gegenschrift (E-book) "Umstrittenes Jahr , Das Jahr von Lear, Shakespeare 1606" folgte. ("Contested year")
Diese Entwicklung war abzusehen, stellte doch Shapiros Buch und Darstellung der Welt Shakespeare's im Jahre 1606 einen Frontalangriff auf die These der Oxfordianer dar, nach der Edward de Vere , Earl of Oxford der wahre Shakespeare ist, der die von Shapiro in den Kontext des Jahres 1606 gestellten 3 Stücke Shakespeare's 1606 nicht geschrieben haben konnte, da er bereits 1604 gestorben war.-
Das E-book "Contested year" stellt eine eindrückliche Zusammenstellung aller faktischen Irrtümer in dem Buch von Shapiro "The Year of Lear" dar.- Aber das Dilemma um die Shakespeare Autorschaft wurde nicht vermindert:
Für beide Seiten, sowohl für die Stratfordianer (" Shakspere aus Stratford schrieb die Werke") als auch für die Oxfordianer ("Edward de Vere schrieb die Werke") ist das Ausmass an"Ungereimtheiten" und unbeantwortbaren Fragen zu gross .- Dies erklärte wohl die Tatsache, dass sich die Gegenspieler jetzt seit bald 100 Jahren in einem toten Rennen befinden, das es erlaubt , "William", den Mann aus Stratford auf seinem Podest zu belassen.-
Eine Auflösung des Dilemmas wird erst einsetzen, wenn ein grundlegender Paradigmenwechsel erfolgt.- Wann dieser eintritt, ist schwer zu sagen. Auf längere Sicht hat Christopher Marlowe die bei weitem besten Karten.-
Shakespeare/Marlowe
blog 390

23:43 24.02.2016
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Geschrieben von

Nosinbutignorance

Ein Berufsleben lang habe ich mich mit dem Gehirn und den Mechanismen der Rationalität befasst, seit meinem Berufsende mit der Irrationalität....
Nosinbutignorance

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