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RE: Sozialpolitik mit fragwürdiger Gewaltstruktur | 04.08.2014 | 23:07

Wer den Text Formatiert und damit Lesbar möchte http://pastebin.com/Wj75ThKV

RE: Sozialpolitik mit fragwürdiger Gewaltstruktur | 04.08.2014 | 23:06

Nicht so schön, mit soviel Hoffnung zwischen den Zeigen geschrieben, aber dennoch eine verblüffende Parallele. PS: Friedmann halte ich nicht für den geeigneten Mann, um als Vorbild zum Gebrauch oder Missbrauch von Menschen gelten zu lassen. Wie funktioniert #HARTZ4, warum ist es überhaupt möglich geworden? Seit dem uns der Herrn Snowden jede Möglichkeit genommen hat die an Wissen grenzende Ahnung über den Überwachungsstaat zu verdrängen, muss ein jeder anerkennen, dass über Technik eine fast lückenlose Überwachung und Führung von Millionen von Menschen, für eine relative klein gehaltene Täter-Gruppe, praktizierte Realität ist. Es lag für die #SPD nun die Frage auf der Hand: "Können wir das mit den keinen Parteibeitrag mehr leisten könnenden Arbeitslosen auch so machen, die elektronisch runter regeln?" Agenda 2010 ward geboren. ========================= Kann eine relative kleiner Täterkreis, über eine Computer-Infrastruktur mittels Sanktionen, mehrere hunderttausend Menschen aus allen Grundrechten, bis hin zum „freiwilligen“ Ausscheiden aus ihrem Leben, vertreiben? In aller Öffentlichkeit, unter den Augen ja sogar Zustimmung des Volkes sozusagen. Jeder wird spätestens nun sagen: „was für ein Quatsch, niemand ist gezwungen sich vor ein Terminal zu setzen und die dort gezeigte Sanktion auf sich anzuwenden.“ Gibt es wirklich niemanden, der bereit ist die Knöpfe zu drücken? Wo doch ihm ein zwar erbärmlicher aber doch regelmäßiger Lohn winkt und nur das durch eine Mauer der Ohnmacht getrennte Gegenüber die auf dem Knopf vermerkte Sanktion trifft? Zumal noch wo man monatelang darauf hin abgerichtet würde? HARTZ4, als eine Installation, wo Probanden auf der einen Seite einer beeindruckenden, ihnen völlig unverständlichen Apparatur dem Menschen auf der anderen Seite dieser Apparatur, auf eine bloße Dienstanweisung hin, sanktionieren. Auch dann, wenn es diesem den Rest, den Todesstoß versetzte. Dem psychologisch interessiertem Leser wird sicher nun längst aufgefallen sein, dass es bereits in Experimenten nachgewiesen wurde, dass diese Installation vollkommen ausreicht um Mich und Dich, „Menschen“ dazu zu bringen ihnen völlig fremde Mitmenschen bis in den Tod zu betrafen. Fremde, für etwas zu Sanktionieren, das weder die Täter noch die Opfer selber verstehen. Es reicht völlig aus, wenn ein Vorgesetzter, eine Respektsperson, eine Dienstanweisung (=Befehl) es für richtig befindet und gegebenenfalls mit Nachdruck fordert, die es ja bloß Ausführenden von der Verantwortung los spricht. Die wesentliche, entscheidende Vorarbeit zum heutigem #HARTZ4 haben wir daher sicher Stanley Milgrams und sein unter seinem Namen weltberühmt gewordenes Experiment zu verdanken. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/stromstoss-experiment-so-leicht-werden-menschen-zu-folterknechten-a-597501.html Kann man Edward Teller mit Fug und Recht als den Vater der Atombombe bezeichnen, so gebührt diese Auszeichnung Stanley Milgrams, als Vater von #HARTZ4. Die Bezeichnung HARTZ4 wurde aber zu Ehren vom Peter Hartz, ein wegen Untreue verurteilter Wirtschaftsverbrecher https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hartz, gewählt. Dieser hatte sich als erster nach dem dritten Reich wieder getraut einen Deutschen Lösungsweg vorzuschlagen. Unter Federführung der #SPD und mit Deutscher Gründlichkeit wurde HARTZ4 bis heute in der Praxis weiter verfeinert und perfektioniert. Es erreichte bereits nach wenigen Jahren Wirtschaftlichkeit, wirft Heute bereits Gewinne ab. (Beachte! Für die Staatsdiener und Politik ist ja das Umlenken von Steuergeldern in die ihre Macht erhaltenden Unternehmen, Amigos, Verwandter und Helfershelfer der Gewinn.) Es ist den Betreibern also binnen weniger Jahre gelungen das Milgrams-Experiment, bis zur industriellen Anwendbarkeit hin, weiter zu entwickeln. Die von Milgrams noch benötigte, beeindruckende Sanktions-Apparatur, wurde durch ein schlankes Netz- und undurchdringliches Regelwerk ersetzt. An dessen einem Ende sitzen die wenigen Broker, die sich aus rein marktwirtschaftlichen Gewinnstreben heraus immer neue Sanktionen und Methoden einfallen lassen und diese in das System einprogrammieren. Auf der anderen Seite sitzen in Käfighaltung Probanden an tausenden von Terminals, um die darauf gebotenen Anweisungen ihre Mitmenschen zu Sanktionieren Folgen zu leisten, wenn diese die „gestellte Aufgabe“ nicht zufriedenstellend und im vorgegeben Zeitfenster zu lösen vermochten. Es werden heute mehr vereinzelte Menschen und ganze Familien wie je erhofft zu wagen über dieses System von der Inanspruchnahme ihrer Rechte, bis hin zum massenhaften Verzicht auf ihr Leben, weg sanktioniert. Ohne, dass die Täter irgendwelche ihre Arbeit beeinträchtigende Verdauungs-, Schlaf- oder psychische Störungen aufweisen. Im Gegenteil, die blühen förmlich auf beim Sanktionieren. Wissen Sie doch nur zu genau, wies ihnen sonst auch ergehen könnte, wie es dem Gegenüber ergeht. Und wenn schon, nach der Nummer kann man sie nicht mehr einfach so weg stoßen. Sie haben sich ihren Platz im Sanktionssystem redlich zusammen geklickt. Keiner würde in diesem Stadium leichtfertig eine zweite Hannemann riskieren. http://www.ingehannemann.de/ Und die übrige, nicht betroffene Bevölkerung weiß davon ja wieder nichts, wird davon kaum belästigt. HARTZ4 ist daher nichts weiter wie eine industriereife Weiterentwicklung des Milgrams Experimentes. Zum einen konnte gänzlich auf die Freiwilligkeit der Probanden verzichtet werden. Die moderne, leistungsorientierte Gesellschaft sondert diese in Scharen aus. Dann braucht natürlich nicht mehr nur so getan zu werden als würde da jemand Sanktioniert, am anderen Ende der Apparatur. Es wird wirklich betraft, die Zerstörung der Gesundheit bis hin zum Tod des Bestraften billigend in Kauf nehmend. Sonst würde das Ganze ja keinen Gewinn mehr abwerfen. Natürlich steht es der Industrie und den Unternehmen dabei frei, sich aus den Probanden-Pool der Sanktionierten beliebig zu jedem Zweck und Preis zu bedienen. Die oft mit einem erniedrigenden Lohn vergelte "Arbeit", ist in der Regel von solcher Gestalt, dass sie sich nahtlos in das Bestrafungssystem einpasst. Das die Familien, besonders die Kinder der zu Bestrafenden, dabei immer auch mit Beschädigt werden, wurde als begrüßenswerter Effekt in der Zukunft erkannt und ins HARTZ4 integriert. Es wird so strukturell und materiell sichergestellt, dass diese später ebenfalls auf der Seite der Sanktionsempfänger sitzen. Derart Vorgeschädigte, das Spiel schon kennende Probanden, dürften kaum noch große Gegenwehr und damit Aufwände machen, haben sie sich doch mit ihrer neuen Rolle in der Gesellschaft bereits weitestgehend abgefunden. Weitere Neuerungen sind, dass der Teil der Probanden, der zum Knöpfe Drücken eingeteilt wurde, sich das erbärmliche Gejammer und Elend der Sanktionierten nicht mehr alles alleine ansehen muss. Das wurde gänzlich auf die Straße und in die #GEZetten verlegt. Es ernähren sich dort bereits ungezählte, sich darauf spezialisiert habende Organisationen von. Ein Schlaraffenland und auf Generationen hinaus Arbeitsplatzsicherung für Sozialpädagogen und ihr Umfeld. Die Sanktionierenden brauchen daher keine sonst psychologisch notwendige Recovery-time mehr zwischen dem Abdrücken. Das steigerte die Effizienz und Haltbarkeit der Knöpfedrücker erheblich und vor allem treffen sie so ungehemmt, viel öfter und schneller, die höchst individuelle, schwer voraus zu berechnende Finale- oder Suizid-Triggerschwelle beim Sanktioniertem. Dazu übrigens braucht es wirklich noch den persönlichen Kontakt zwischen den Probanden am Drücker und dem davor. Nur Menschen vermögen durch ihre Spiegelneuronen die Wirkung der von ihnen verabreichten Sanktionen, wie kein Computer es je wird zuverlässig können, einzustufen und zu optimieren. Nach wenigen Sanktionen schon könnte man einen neutralen Menschen als Beobachter daneben setzten und der würde Stein und Bein schwören, dass er einer ganz "normalen", von Seiten des Bestrafenden respektvoll geführten Unterhaltung beigewohnt hätte. Allenfalls der Bestrafte ausfällig und Unsachlich wurde, weil er eine an sich banale Aufgabe nicht zufriedenstellend lösen konnte. Die Feindseligkeiten wurden nämlich auf einer Eben ausgetauscht, die wir mit erlernen von Vokaler-Sprache und der Unabhängigkeit von den Elterntieren, nicht mehr Fremden gegenüber primär beachten und die, da Binäre, zwei zuvor verbundene Wesen im gegenseitigem Blickkontakt erfordert. Nur in solchen, gewaltsam hergestellten Macht-/Ohnmachtssituationen, wirkt sie wieder lautlos und mit tödlicher Präzision. Wobei auch hier eine kleine Anmerkung angebracht scheint. Für die Administratoren, jene die sich die Sanktionen ausdenkenden Analysten eg., reicht es dabei völlig aus, wenn der Proband der die Sanktionen empfängt, keinerlei Ansprüche mehr stellt - einfach weg bleibt. Es wird da dann keinerlei Aufwand mehr getrieben herauszufinden, ob der sich umgebracht hat oder aus Mülltonnen weiter existiert. Man verlässt sich da ganz auf die meist zwischenzeitlich Schlange stehenden Inkassounternehmen und deren Gerichte, dass da keiner mehr auch nur auf den Gedanken kommt noch mal aufzustehen. Das wird zwar von vielen auf der Knöpfedrückerseite verwendeter Probanden zusehends als unfair empfunden, oft sind hohe Wetten darauf abgeschlossen, wann der oder die ihr Leben aushaucht, wenn man zB. droht die Kinder weg zu nehmen eg.... Und nicht zuletzt erwachsen in derart unsymmetrischen Machtgefälle ja auch Hass und Lustgefühle auf der einen, Angst und Ohnmachtsgefühle auf der Anderen Seite, die bis zum Ende von den die Kontrolle habenden ausgelebt worden sein wollen (Siehe Guantanamo Bay).