Nous Poetikos

Unsere differenzierte Sprachfähigkeit unterscheidet den Mensch vom Tier. Nutzen wir sie!
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RE: Die Wächter der Mauer | 16.11.2014 | 16:58

Sehr geehrter TOMHH.

Wenn ich aus einem Land ausreisen möchte oder fliehen muß, was beides ein Menschenrecht nach der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist, dann ist es für mich gleichgültig, wer mich daran hindert, entscheidend ist, dass ich daran gehindert werde.

Der von Ihnen postulierte Unterschied besteht also qualitativ nicht.

Das von Ihnen zitierte Argument von RORA1970, dass "andere Länder das ja auch täten, ist leider keines. Denn schon im Kindesalter sollte man lernen: Nur weil die anderen etwas machen, ist es weder richtig noch muß man es auch machen.

Lustig auch: "Grenzen sollen illegale Grenzübertritte verhindern." Die einfachste Lösung um illegale Grenzübertritte zu verhindern ist, Grenzübertritte für normale, nicht vorbestrafte Personen generell zu erlauben. Damit gäbe es diese sogenannten illegalen Grenzübertritte nicht mehr, die sie befürchten.

Genauso haben übrigens auch die DDR Oberen argumentiert:

"Der Antifaschistische Schutzfall verhindert illegale Grenzübertritte"

RE: Die Wächter der Mauer | 15.11.2014 | 18:23

Ein Vergleich verbietet sich nie. Man kann alles miteinander vergleichen und dann kann man z.B. zu dem Schluß kommen dass es mehr oder weniger Unterschiede gibt und mehr oder weniger Gemeinsamkeiten.

Im Falle des Ein- oder Aussperrens von Menschen eher weniger Unterschiede und die Gemeinsamkeit, dass die Menschen sterben.

RE: In der Jungsteinzeit war es der Wein | 11.07.2014 | 00:26

Bleibt noch hinzuzufügen, dass in den USA Millionen von Menschen "Chrystal Meth" unter verschiedenen Arzneimitelbezeichnungen verschrieben bekommen.

Hierzu schreibt Wikipedia: "In den USA wird (S)-Methamphetamin-Hydrochlorid (Desoxyn) unter anderem bei der Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren, der Narkolepsie (einer Störung der Schlaf-Wach-Regulation) und bei krankhaftem Übergewicht angewendet. Die therapeutische Dosis von Desoxyn bei ADHS-Indikation beträgt oral bis zu 25 mg täglich. Die Anwendung von Desoxyn als Anorektikum sollte nicht bei Kindern unter 12 Jahren erfolgen."

Dies halte ich allerdings für extrem bedenklich.

RE: In der Jungsteinzeit war es der Wein | 11.07.2014 | 00:05

Bleibt noch hinzuzufügen, das auch Hitler von seinem Leibarzt regelmäßig Pervitin (Pervitin=Methamphetamin="Chrystal Meth") gespritzt bekam ( siehe "Nazis on Speed" aus dem The Gruene Kraft Verlag).

Insofern ist es sicherlich keine neue Entwicklung das Politiker das nehmen.

Das Zeug hat nur einen neuen Namen bekommen, damit man alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen kann. Und vor allem damit man eine neue mediale Sau durchs Dorf treiben kann.

Im Gefährlichkeitsranking der britischen Gesundheitsbehörde liegt es übrigens hinter Alkohol ( wobei wir bei Alkohol kulturell und genetisch besser daran gewöhnt sind). Ausdrücklich sei gesagt, dass ich trotzdem vom Konsum dringend abrate. Die Schockbilder von "Crystal Meth"-Opfern kann man übrigens genauso mit Alkohol-, Nikotin- und Heroin-Opfern machen.

Deswegen wäre es auch die Privatsache von Herrn Hartmann, wenn er Gelegenheitskonsument wäre oder es nähme, um in langen nächtlichen Sitzungen wach zu bleiben.

Aber dass er als drogenpolitischer Hardliner auftrat ist der eigentliche Skandal und wirft ein bezeichnendes Licht auf alle politischen Hardliner, egal ob sie als Hardliner in Sachen, Drogen, Pornographie, Homosexualität, Religion, Abtreibung usw. auftreten.

Und dass diese Leute oft bigott sind ist auch nichts neues, erleben wir doch immer und immer wieder.

RE: Totgesagte verhandeln entspannter | 20.01.2014 | 00:08

Korrektur, ich meinte natürlich religionsgeschichtlich ist der Islam eine christliche Sekte und nicht der Koran.

Besser hätte ich aber schreiben müssen, dass der Islam als Religionsgemeinschaft sich mit starken Bezügen vom Christentum entwickelt hat.

RE: Totgesagte verhandeln entspannter | 19.01.2014 | 22:54

Eine gute Antwort würde etwas mehr Recherche von mir verlangen, also versuche ich es mit einem kurzen Rundumschlag.

Das neue Testament ist zu wesentlichen Teilen auch Bestandteil des Korans. Jesus Botschaft findet sich mithin also auch im Koran. Auch wenn ich diesen Teil eben noch nicht komplett gelesen habe.

Religionsgeschichtlich ist der Koran eigentlich eine christliche Sekte, die in vielen Bereichen Parallelen zum Protestantismus aufweist.

Ihre Schilderungen über die frühen Christen treffen nicht zu, auch wenn sicherlich diese genauso davon überzeugt waren Gutes zu tun, wie es die meisten fanatischen Religiösen sind.

Schon (der vermutlich fiktive) Jesus ging in den Tempel und wollte dort die Händler verjagen, ein klarer Eingriff in die Glaubensfreiheit anderer Menschen.

Die Urchristen in Rom störten ebenfalls die Feste anderer Gottheiten, teils gewalttätig. Dies war zumindest ein Grund für Ihre Verfolgung.

Warum sollte die Weltmacht Rom, die alle Religionen akzeptierte und die Anbetung aller Gottheiten gar forderte plötzlich eine religiöse Bewegung verfolgen?

Der Grund war, dass die Herrscher von Rom sehr wohl bemerkten, dass die Christen eine Einheitsreligion durchsetzen wollten, und das mit der Kontrolle über die Religion letztlich auch die Frage der Herrschaft im Staat verbunden war.

Und nach der Machtübernahme in Rom kam es dann ganz dicke mit der christlichen Lehre:Glaubenskriege, Blut, Gewalt, Menschenverachtung.

Erst die Aufklärung konnte dann das Christentum verändern.

Denn die Bedeutung der Nächstenliebe in der Religion wurde erst durch Thomas von Aquin und folgende ins Zentrum der Lehre gestellt und doch auch danach war sie mehr ein Aushängeschild als tatsächlich gelebte Solidarität.

Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass die Christen sich von den Juden unterscheiden, weil die Juden nur Ihr eigenes Volk unters Joch einer Religion zwangen, während die Christen eben diese Grenze übertraten und beschlossen, die ganze Menschheit müsse christianisiert werden.

Und dieser Gedanke lebt heute auch in eingen wirren islamischen Sekten weiter, die leider von den falschen Leuten mit sehr viel Geld und Waffen ausgestattet werden.

Die meisten Moslems sind aber nicht mehr oder nicht weniger tolerant als die meisten Christen, gehen sie einfach mal vor die Tür und reden mit einigen. Sie werden überrascht sein.

RE: Totgesagte verhandeln entspannter | 19.01.2014 | 21:48

@Alalue und

@J.Taylor

Sie schreiben:

Der, den die ihren Prophet nennen, ... aber für ihn gehörten Verrat und Lug und Trug und Krieg & Grausamkeit gegenüber den Ungläubigen zum Geschäft: natüsrlich in Gottes Auftrag.

Und das können Sie mit den christlichen TExten nicht vergleichen. Oder sicher vergleichen, aber als Ergebnsi kommt Ungleichheit raus."

Und

"In der Bibel steht kein Passus, dass Hexen zu verbrennen und Knaben von Priestern zu vergewaltigen sind, trotzdem geschieht es, ..."

Daraus muß ich schlußfolgern, dass Sie beide das alte Testament nicht gelesen haben.

Vielleicht kennen sie die Szene, wo Moses vom Berg herabsteigt, mit den 10 Geboten und als erstes alle seines Stammes töten läßt, die das goldene Kalb angebetet haben. Im weiteren Verlauf werden dann die Tempel der Anhänger anderer Gottheiten zerstört und die Priester ermordet.

Diese Form religiös motivierter Gewalt ist tatsächlich mit den monotheisitschen Religionen aufgekommen und hat die folgenden Jahrtausende geprägt.

Auch wenn sie letzten Endes auch nur eine Ausdrucksform der in der Antike durchaus üblichen Brutalität und Menschenverachtung war, die auch nicht monotheistische Herrscher gegenüber Ihrem Volk, vorallem aber gegenüber unterworfenen Völkern und Sklaven für selbstverständlich hielten.

RE: Wählen gegen die Demokratie | 25.12.2013 | 20:02

Peter Jelineks Argumentation gleicht der, die man immer von allen diktatorischen Regimen hört ("das russische Volk ist nicht reif für die Demokratie", "in so einem riesigen Land wie China würde Demokratie nie funktionieren", etc.). Nur das er hier nicht für einen Diktator sondern für eine politische Kaste aus Berufspolitikern/Parteien und Großkonzernen/Interessenverbänden spricht.

Natürlich ist die Bevölkerung in Deutschland nicht optimal politisch aufgeklärt. Und sie erkennt auch keinen Sinn darin sich politisch zu informieren, denn jeder einzelne hat ja eben nun mal keinen Einfluß.

Der einzige Weg, das Entscheiden zu lernen findet statt, indem man der Bevölkerung erlaubt, die Entscheidungen zu treffen und aus den Fehlern zu lernen.

Selbstverständlich brauchen wir weiterhin eine Verfassung mit Minderheitenschutz und Menschenrechten, aber das stellt ja auch niemand der sich für Volksentscheide einsetzt in Frage.

Ich bevorzuge für die Entscheidungsfindung sogar das Prinzip der Townhall-Meetings. Jeweils kleine Einheiten von 500 Bürgern diskutieren die Themen gemeinsam und stimmen dann ab. Zu Themen, die Bezirks-, Landes- oder Bundesthemen betreffen werden die Ergebnisse all dieser Einzelabstimmungen zusammengezählt.

Der Hintergrund ist der, dass es eben wichtig ist, das nicht nur abgestimmt wird, sondern vorher auch jeder an der Diskussion teilnehmen konnte und sich ein Bild machen konnte.

Hier könnten auch die Parteien weiter bestehen und Ihrer verfassungsgemäßen Aufgabe nachkommen, an der Willensbildung mitzuwirken. Sie raten den Bürgern, sich in einer Abstimmung z.B. für "ja" oder "nein" zu entscheiden und liefern Argumente. Zumindest die Empfehlungen und Argumente von den Parteien über 5 % werden dann vorgetragen, bevor diskutiert und abgestimmt wird.

Auch könten die Parteien weiterhin ein Vorschlagsrecht für Gesetzesentwürfe haben.

RE: Leben auf dem Rücken der Gesellschaft | 23.12.2013 | 23:23

@gweberbv

Dir ist es ein Rätsel, wie steigende Steuereinahmen und steigende Beschäftigung mit der lahmenden Konjunktur zusammen passen.

Offenbar geht es auch den Journalisten und Regierungsberatern/Wirtschaftsweisen so, denn von denen hat sich dazu bisher noch keiner geäußert.

Lediglich von der Linken hört man, dass die neuen Jobs wohl überwiegend prekär oder Teilzeit sind.

Gleichzeitig mit der Anzahl der Jobs steigt ja auch noch die Anzahl der Arbeitslosen trotz aller Bemühungen, die Arbeitslosenstatistik nach unten zu frisieren.

Die steigenden Steuereinnahmen und auch die Restkonjunktur dürften m.E. überwiegend darauf zurückzuführen sein, dass aufgrund der drohenden Geldentwertung sehr viel in Immobilien investiert wurde, was unter anderem die Bauwirtschaft gestützt hat. Dazu wurde auch mehr konsumiert, besser das Geld ausgeben, bevor es wertlos ist.Aber eine tiefere Analyse wäre mir hier jetzt zu aufwändig.

RE: Leben auf dem Rücken der Gesellschaft | 22.12.2013 | 20:41

Sie schreiben:"selbst im Wirtschaftsaufschwung, wie wir ihn anscheinend gerade erleben."

Leider muß ich diesen Unsinn seit Jahren jeden Tag überall lesen. Es ist von Ihnen sicherlich nicht mal böse gemeint, aber guckt denn niemand in die Zahlen? Wir haben seit 2011 in Deutschland nicht in einem einzigen Quartal ein Wachstum von auch nur einem Prozent gehabt. Was mich noch schwerer beschäftigt: Als unter Gerhard Schröder das Wirtschaftswachstum auf 1 % sank sprachen alle Medien von Rezession und vom Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft. Jetzt hatten wir im Quartal der Bundestagswahl nur ein Wachstum von 0,3 % und alle Medien feierten das deutsche Wirtschaftswunder. Das war sogar im Ausland so, zahlreiche Geschäftspartner aus aller Herren Länder drückten mir ihre Anerkennung aus, für unsere tollen wirtschaftlichen Leistungen. Die meisten mittelständischen Unternehmer, die ich in Deutschland persönlich kenne, haben aber in 2013 ein extrem schlechtes Jahr gehabt und Verluste gemacht.

Hier mal ein Link zu den deutschen Zahlen, sind für jeden öffentlich einsehbar:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2284/umfrage/veraenderung-des-bruttoinlandsprodukts-der-deutschen-wirtschaft/

Im besagten dritten Quartal 2013, in dem die deutsche Wirtschaft auf ein Wachstum von 0,3 % einbrach hatte Frankreich übrigens ein wesentlich stärkeres Wachstum. Für 2013 gesamt erreicht Frankreich immerhin auch 0,3 % und zieht damit in etwa mit Deutschland gleich. Doch die Presse spricht die ganze Zeit vom "kranken Mann" Frankreich und vom starken Deutschland.

Hier lesen und posten doch viele Journalisten und Medienunternehmer, vielleicht könnt Ihr mir ja die Frage beantworten: Liest keiner von den Journalisten die öffentlich zugänglichen Zahlen und Statistiken, oder haben sich alle darauf geeinigt, die Bevölkerung für dumm zu verkaufen und mit Falschmeldungen Desinformation zu betreiben?