französisches Tagebuch, ach, Nicholas Bonaparte

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Jahrelang hatten die "gens de voyages" (Roma , Sinti) ihre angestammten Plätze --- überall. Nie hörte ich Klagen. Ich fuhr an diesen Plätzen vorbei, dachte immer, wie schön und Gottseidank, die Wäsche flatterte im Wind, die Wohnwagen glänzten. Und nun hat Nicholas Bonaparte mit seinen Günstlingen diese groteske Idee der "Rückführung" der Roma in die "Heimat" ausgebrütet. Einige sind auf das Lockangebot mit den 300 Euro reingefallen. Sie werden, wie zu Zeiten der Vichy-Regierung, nachts "deportiert". Es sind die Ärmsten, die gehen.

Wir machten heute ein Picknick in einem alten Burggelände. Es ist eine Ruine und da fließen Bäche und kleine Flüsse in einem Sumpfgelände zusammen. Hohe Bäume bilden ein undurchdringliches Dach, alles lebt in schweigendem Grün. Plötzlich waren da Kinder, braun und schwarzhaarig, sie plantschten an den sandigen Ufern, Hunde bellten und spielten, Feuerchen brannten und eine Ahnung von Wohnwagen schien durch die Bäume. Sie haben sich hier versteckt, es ist möglich hier.

23:28 22.08.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Novalis

lebt halb in Frankreich, halb in Deutschland, suchte die Blaue Blume, fand sie und erkannte, dass Realität Illusion ist und Illusion Realität.
Novalis

Kommentare 4