Was hat Augstein eigentlich geschrieben?

Absurder Vorwurf? Die Debatte um die Liste des SWC dreht sich zumeist um Broder oder die angebliche Absurdität des Vorwurfs, der Verleger und Kolumnist Jakob Augstein sei “Antisemit”.
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Die Frage ist aus unserer Sicht allerdings viel eher, ob Augstein antisemitische Ressentiments in seinen Texten benutzt oder zur Förderung derselben beträgt. Daher veröffentlichen wir noch einmal Zitate aus seinen Texten, die wir mit Fundstellen aus dem “Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus” konfrontieren. Daraus geht hervor, warum Augsteins Aussagen – nach den Kriterien eines von der Bundesregierung eingesetzten Expertengremiums – durchaus als antisemitisch gelesen werden können. Zumindest aber ist es aus unserer Sicht an der Zeit, die Debatte endlich anhand von Textstellen – und nicht anhand von vermeintlich “absurden” Vorwürfen zu führen.

Es musste gesagt werden

http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2013/01/swc1.jpg

Die Top-Ten-Liste des SWC hat für viel Aufsehen gesorgt (Foto: Screenshot)

“Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: ‘Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.’ Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen.

Es muss uns nämlich endlich einer aus dem Schatten der Worte Angela Merkels holen, die sie im Jahr 2008 in Jerusalem gesprochen hat. Sie sagte damals, die Sicherheit Israels gehöre zur deutschen “Staatsräson”. Und damit es keine Missverständnisse gebe, fügte sie hinzu: ‘Wenn das so ist, dann dürfen das in der Stunde der Bewährung keine leeren Worte bleiben.’

Mit der ganzen Rückendeckung aus den USA, wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss, und aus Deutschland, wo Geschichtsbewältigung inzwischen eine militärische Komponente hat, führt die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs.

Israel hat der Welt eine Logik des Ultimatums aufgedrängt: Es will gar nicht beweisen, dass Iran eine Bombe hat.”

Der politische Antisemitismus unterstellt das Bestehen einer „geheimen jüdischen Macht“, die „hinter den Kulissen“ der etablierten Politik die eigentlichen Fäden zieht. Die damit verbundene Verschwörungsideologie artikuliert sich dabei meist in Verweisen auf das Wirken einer angeblichen „Israel-Lobby“. (S.16, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

[...]Positionen, die einen antisemitischen Diskurs befördern können. Dies gilt vor allem für die Israelkritik, die häufig durch eine einseitige Verurteilung des jüdischen Staates, ein Ignorieren seiner legitimen Sicherheitsinteressen und eine leichtfertige Infragestellung seiner Existenzberechtigung geprägt ist. Man scheut nicht vor Vergleichen mit dem Nationalsozialismus zurück und verbindet die Kritik der Unterstützung Israels durch die Bundesregierung mit einer pejorativen Bewertung der deutschen „Vergangenheitsbewältigung“. (S.172, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

Gleichzeitig wirken [Affären um Antisemitismusvorwürfe] in den Alltag zurück, da die öffentlichen Reaktionen häufig als „Verfolgung“ von Unschuldigen, Einschränkung der Meinungsfreiheit und Gesinnungsterror dargestellt werden. Dass es sich im Wesentlichen um Selbstverständigungsdebatten der gesamten deutschen Gesellschaft angesichts ihrer Geschichte handelt, wird dabei häufig außer Acht gelassen, die Verantwortung für die vermeintliche „Verfolgung und Ausgrenzung“ dieser Personen pauschal „den Juden“ zugeschrieben und damit eine beherrschende „jüdische“ Macht auf dem Meinungsmarkt insinuiert. (S.68, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

Hier weiterlesen: http://www.publikative.org/2013/01/04/was-hat-augstein-eigentlich-geschrieben/

20:29 04.01.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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