O.Beck

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RE: Der Dschungel frisst die Gesellschaft | 29.01.2013 | 23:43

Ganz sicher keine Messe der Hochkultur, ergo auch nicht ernstlich ein Kandidat für den Grimmepreis (man könnte auch überlegen ob die Bedeutung des Preises halt einfach abnimmt). Aber interpretieren Sie da nicht entschieden zu viel rein? Ich denke 9o % der Zuschauer (ja, ab und an gehöre ich auch dazu) sind klug genug um in der Sendung das zu sehen was es ist, ein Experiment wie Prominente oder solche, die sich dafür halten, über zwei Wochen eng aufeinander lebend miteinander auskommen. Spätestens nach der zweiten oder dritten Staffel müsste doch jeder dieser Medienschaffenden erkannt haben was ihn erwartet, d. h. sie erniedrigen sich selbst. Bislang war auch nicht erkennbar, dass ein Sieg ernstlich von grossem Vorteil für die Teilnehmer war. Das an der ein oder anderen Stelle kräftig von RTL gebastelt wird kann auch nicht ernsthaft verwundern.

Mit Bildungs- oder Kulturanspruch kann die Sendung natürlich nicht gesehen werden, aber wer tut das? Sie anscheinend. Ich prognostiziere wagemutig, der Untergang des Abendlandes steht nicht bevor, folgenreiche Verrohung der menschlichen Sitten aufgrund zuviel Dschungelcamp guckens wird auch nicht eintreten.

Es gibt im deutschen Fernsehen reichlich Sender, die Ihrem Anspruch durchaus genüge tun. Dass es unterschiedliche Sender mit unterschiedlichen Ansprüchen für unterschiedliche Menschen gibt ist ein Wesen unserer Gesellschaft und das ist uneingeschränkt gut so. Es soll Länder geben, die eine bei weitem schlechtere Auswahl im Fernsehen haben als Deutschland (ich denke Italien soll wohl dazugehören).