Der gebildete Mensch kennt sich aus!

Toleranz Der privilegierte, gebildete Mitteleuropäer ist sehr tolerant, er kämpft für Minderheiten und stellt die widerlichsten Artgenossen bloß. Nur, was tut er selbst?
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Wir führen hier viele Debatten. Am einfachsten ist es, die ganz kruden Artgenossen vorzuführen, diese xenophoben, homophoben, völlig verwirrten, augenscheinlich komplett hirngeschmorten anzuprangern.

Mag sein ich selbst bin komplett ohne Verstand, da ich weder die Genderdebatten verstehe, da es in meiner Sicht der Dinge schlicht völlig irrelevant ist, wie ein Mensch nun empfindet - solange er niemanden damit schadet, soll er seine Neigungen frei und offen ausleben.

Ich denke jemanden zu schaden, beginnt an dem Punkt, wo ich mittelbar, oder unmittelbar die Lebensumstände eines Mitmenschen negativ beeinflusse.

Ich schade wohl auch mit meinen Worten, da sie für die meisten beleidigend, unreflektiert und schlicht dumm wirken mögen.

Vielleicht entschuldigt mich meine Naivität.

Nur - wie gehen wir mit anderen um, deren Naivität anderen Schaden zufügt?

Sind wir nicht alle furchtbar naiv?

Ist es am Ende diese bodenlose Dummheit, die die Brillanz unseres möglichen Schaffens zertrümmert und sie ins destruktie Wirken transformiert?

Solange wir Genderdebatten führen müssen, solange wir uns durch Indoktrination und Ideologien spalten lassen,solange gebildete sich ungebildeten überlegen fühlen (und im Grunde Konditionierte auf Unkonditionierte treffen), solange wir uns selbst nicht als bunten, wundervollen Haufen betrachten, sondern als eine bipolare Masse von Guten und von Bösen, solange wir uns dann meist selber bei den Guten und die Anderen bei den Bösen verorten, solange bleibt die Hoffnung tatsächlich die naivste Regung in uns selbst.

Solange wird der zynische Pragmant das Zepter schwingen und werden die Rollen tatsächlich bipolar verteilt -

in Täter und in Opfer

in Gewinner und Verlierer

in Überfressene und Verhungernde

in Nutzer und Genutzte

in Mann und Frau

in Schwarz und Weiß

am Ende sind wir alle

nur ein elender gigantischer Haufen

Scheißdreck!

.... und der ach so reflektierte, gebildete Philanthrop ist der Gegenpol zum Misanthrop

solang er satt und zufrieden, selbstgerecht und wohlversorgt,

seinen Körper durch die Räume bewegt

..... doch wehe, wehe man ihm etwas in seinen Weg legt....

wenn die Masse erst beginnt, sich zu schlagen,

verschwimmen die Fronten ganz schnell....

..... mitten im Kampfgetümmel, wehe es schaltet einer das Licht aus!

.... denn wenn wir die Farben der Uniformen nicht sehen, werden wir uns am Ende die Bajonette wohmöglich noch in die eigenen Gedärme jagen, damit endlich Ruhe herrscht,

Ruhe in diesem unsäglichen Irrenhaus!

11:20 09.08.2015
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Geschrieben von

Oberham

Bedeutungslosigkeit ist immanent - trotzdem ist Nachdenken erlaubt
Oberham

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