Der silent Sheriff für die Empathie!

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Wir müssen sparen, wir müssen felxibel sein, wir müssen lebenslang lernen, wir müssen sparen, wir müssen flexibel sein, wir müssen lebenslang lernen,

nur einige der Mikrowellenfloskeln, die uns tagtäglich via digitalverschlüsselter Bilder und Tonspuren die Vorderlappen verschmoren.

Der Mensch, im Herzen ein Mitleid empfindendes Wesen wurde in der Vergangenheit meist durch den Gebrauch von roher Gewalt zu dem gemacht was nutzbar war, zum gierigen, egomanen, rücksichtslosen Überlebenskämpfer.

Wir leben in einer Zeit, da werden meist nur noch Floskeln benutzt, schon stellt sich das gewünschte Ergebins ein. Was ursprünglich als pralle, glänzende Frucht zum Wohle aller in uns vorhanden war, wird durch manipulative Kraft des Wortes, zur giftigen Galle, die sämtliche Ionen in unseren Vorderlappen mit geiffernder Scheuslichkeit befrachtet.

Goebbels war das Vorbild aller heutigen Phrasendrescher, er war das verbale Messerwerk, welches ein ganzes Volk zu willigen Helfern einer kruden, abgründig grausamen Massenschlachterei konditionierte, wobei den Worten das Gas für die Einen und die Bomben für die Anderen folgten.

Merkel hat ähnlich hohe Zustimmungsraten, sie ist allerdings nur eine weitere hässliche Figur im Marionettenfundus der Profiteure einer gespaltenen Menschenherde.

Ihre immer gleichen monotonen Silbenmikrowellen braten nicht minder den Verstand der Wähler, gemeinsam mit einer – inzwischen nicht einmal mehr subtil – agierenden Medienarmada,

einer Herde von schwätzenden, assistierenden Puppenschar, und der perfiden Konditionierungswalze die unsere Kinder wie Brotteig knetet und ferig geformt in die Öfen der Opportunismusbäckerei schiebt, schafft sie es erneut ein ganzes Volk ins Verderben zu treiben.

Sie ist jedoch diesmal nicht alleine – sie wurde nur erwählt für unsere Region – praktisch erleben wir global das immer gleiche Szenario – mancherorts schon viel weiter gediehen als hierzulande.

Vor tausenden von Jahren mag die Empathie die Chance zur gütigen Menschlichkeit gewesen sein, wann diese Chance vertan wurde vermag ich nicht zu sagen, sie verkümmerte jedenfalls mehr und mehr zum Regulativ, dass eine hemmungslose gegenseitige Ermordung meist unterband und bei jeder Blutorgie eine mal mehr oder weniger eng gesteckte Grenze der Grausamkeit zog.

Früher konnte man den Massen oft verzeihen, sie lebten in einer engen Realität und träumten mir unbekannte Träume – einzig die Liebe konnte wohl niemals ins Räderwerk der Spalter beherrschbar integriert werden.

Heute wissen wir alles, heute könnte man täglich die Vernichtungszahlen wie einen Wetterbericht nach der Tagesschau verlesen, es rührte uns nicht mehr an.

Man tut es einzig nicht, da es langweilte, stattdessen werden wir mit Episoden des Wahnisnns versorgt, kleinen Mosaiken, die wie ein monotones Pendel täglich mehr die letzten Elektronenflüsse im Labyrint unserer Großhirnrinde gleich einer Feile zuschleifen, auf dass die Spiegelneuronen nur noch auf den Impuls, der den wahren Mächtigen gefällig ist, reagieren.

Wir sind inzwischen so abgestumpft, dass ein Funke ausreicht, um uns erneut gegeneinander zu hetzen, wir werden täglich ein kleines Stück weiter entsolidarisiert, täglich weiter zu willenlosen Konsumaffen oder – schlimmer noch – willenlosen Zerstörern unserer Lebensgrundlagen gepolt.

Wer sich dagegen auflehnt, der darf zumindest seinen Zellhaufen weiter ausführen, ja er darf sogar schreien, er dürfte alles tun, nichts kann den Gang der Dinge mehr bremsen.

Jede Revolte, jede Hoffnung auf ein Miteinander löst sich auf die der Säure des Hasses, der Gier und des Neids, am Ende zählt immer nur die Gunst des Kapitals – sie entscheidet über Tod oder Leben, Macht oder Ohnmacht.

Kein Moderator in den Medien, der auch nur ein wahres Wort sagen könnte ohne Tags darauf erneut zu der Menge sprechen zu können – oder?

Es ist – soweit sind wir schon – kein Problem mehr!

Periodisch werden wir schon mit den Hungerbildern konfrontiert, sobald die Unruhe im Volk anzusteigen droht, enden Hungersnöte und große Kathastrophen, von einem Tag zum anderen – man tetstet aus, mit jeder Phase die wir länger willig akzeptieren, das Betroffenheit die einzig angemessene Reaktion ist, dass Spendegelder, Patenschaften und etwas soziales Engagement sinnlos, da völlig wirkungslos verpuffend, sind, nähert sich der Zeitpunkt der Massenprekarisierung.

Wer zeigt heute lange und an prominenter Stelle hungernde Griechen?

Leute keine Angst, Ihr könnt sie uns zeigen, es besteht keine Gefahr!

Wie gesagt, bringt statt dem Wetterbericht oder zustäzlich dazu, den globalen Hungertotentanz – zeigt uns zur Prime-Time die am ärmlichsten verreckenden Menschen -

lasst uns den Toten des Tages wählen!!!!!

Wenn wir das endlich schlucken, dann – liebe Plutokraten – seid ihr doch am Ziel -

dann habt ihr den letzten Rest an Empathie und das letzte Mitgefühl in uns weggebrannt,

dann könnt ihr den Silent Sheriff auf die Todesdosis einstellen, dann könnt ihr darauf verzichten ein Milliardenheer an billigen Arbeitskräften, die sich gegenseitig darum schlagen von Euch als Nutztiere gehalten zu werden, exterminieren.

Dann habt Ihr die seelenlosen Funktionssklaven die ihr Euch so wünscht – und könnt in Euren Parallelwelten ungestört den Wahn vom hemmungslosen Luxus und dem unbegrenztem Ausleben jeder noch so abartigen Phantsie fröhnen – wir – werden Euch nicht mehr aufhalten, wir kämpfen alle darum ein Teil von Euch zu sein.

Die Utopie einer menschlichen Welt, sie existiert vielleicht irgendwo dort in der Unendlichkeit des Universums – oder jenseits in anderen Dimensionen – auf diesem blauen Planeten, bestand vielleicht irgendwann die Chance – doch – wer von Euch glaubt noch daran?

Wer heute bei seiner Indienrundreise ein leichtes Unwohlsein empfindet, beim Anblick verkrüppelter Kinder, oder einer Leiche am Wegrand – einer menschlichen Leiche – der ist schon mit überdurchschnittlicher – Empathie bedacht – wer sich übergibt, wer sich schämt und seine Koffer packt – da er den realen Anblick nicht erträgt, wer dann sein Leben ändert – der ist krank, der ist reif für die Psychiatrie – zumindest braucht er eine Zeit lang Medikamente – es sei den, er begreifft, dass er seinen Job nicht mehr weiter – einfach so – ausüben kann – dass er sich gegen die Dinge stellen muss – und sei es nur – indem er aufhört als Rädchen zu funktionieren – die Menschen in den Hilfszentren – sie sind die letzten kleinen Fünkchen, in einer ansonsten stockdunklen kollektiven Menschenseele.

Hoch lebe Ackermann, Jain,

Hoch lebe Zuckerberg, Gates

Hoch lebe Slim, – das Land in dem der lebt, ist das Reich der Hölle und der Angst -

ja – stimmt – es ist – noch – weit weg.

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10:21 19.02.2012
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Geschrieben von

Oberham

Bedeutungslosigkeit ist immanent - trotzdem ist Nachdenken erlaubt
Oberham

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