Kein Mangel an Bildern!

Büchereistoff.... Pynchon ist die Realität ....
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Wenn der Brigardier Pudding Kaviar vernascht!

Die Gleichgültigkeit der Massen bestürzt mich nicht erst seit gestern – mich treffen die Ignoranz gegenüber dem Hunger, dem Elend und der grenzenlosen Ungerechtigkeit der Menschen untereinander viel mehr als das nun wieder offensichtlich vor uns schimmernde Stalllicht, dass dem Nutztierhalter (lest den Hühnerbeitrag) eine bessere Sicht auf sein Vieh erlaubt.

Nur – Michals Beitrag hat mich an ein Buch erinnert – und plötzlich verstehe ich warum Pynchon seinen Pudding Kaviar zum naschen gab.

Kann man Scheiße schlucken????? Ich habe gelesen 17 in den Schützengräben Flanderns haben sie ihre eigene Scheiße gefressen, um danach im MG-Feuer zerfetzt zu werden – unsere Vorväter.

Die Psychopaten saßen damals schon in der Messe und aßen Beluga – Kaviar – oder die Scheiße von Frauen – die ihnen allerdings mit geschicktem Griff die Sinne raubten und den Saft, den weißen, die Frontsau zahlt mit dem Blut und konnte bestenfalls die Weiber transzendentieren.

Natürlich findet der brave konditionierte Mensch solcher Art widerliche Obszönitäten unsäglich, einen Menschen der dies schreibt – hält er wohl für verrückt – nun Pynchon erhielt damals den Pulizer Preis nicht, er wurde in diesem einen Jahr nicht vergeben – heute könnte man das alles lockerer nehmen, schließlich sind vier Dekaden Konditionierungsfortschritt absolviert – es würde sich niemand mehr aufregen, niemand, echauffieren.

Journalismus:

Die fünfte Gewalt ist schlicht ein Medium zur Massenkonditionierung, mit jedem Tag weniger subtil, offensichtlicher, derber, da man sich kaum mehr die Mühe machen muss, die Dinge zu verpacken.

Der Nutzmensch ist in einen Zustand versetzt, der den Speichelfluss gemäß gewähltem Trigger wunschgemäß generiert.

Sie (lesenswert ) haben das schön in einen Kontext verpackt – sie dürfen das so wie ich – nicht schreiben, sonst ginge ihre Reputation verloren – nur – ich denke schon Autoren in den 60ern, haben es absolut deutlich auf den Punkt gebracht – die Kultur hat es auf den Punkt gebracht – nur – wie sollen freie Menschen die von einer Millionenhorde übertrampelt werden noch etwas bewirken?

Es ist längst entschieden, Psychopathen regieren die Welt und die gesunden Menschen sind entweder wunschgemäß konditioniert oder sie treiben wie Blütensamen im Wind, ziellos, umher und finden keinen Boden mehr.

Uns bleibt nur noch konsterniert den Wahnsinn zu betrachten, man kann ihn kaum in Worte fassen.

Vor Jahren faszinierte mich das Buch Gravity´s Rainbow – ich habe es leider noch nicht im Original gelesen – eine Sache die ich wohl für die lauen (hoffentlich lauen) Augustnächte genieße – die deutsche Übersetzung kam mir damals noch zu surreal, zu psychedelisch vor, eine Einschätzung die ich heute ganz und gar nicht mehr teile – Pynchon hat es schlicht auf den Punkt gebracht und Obama oder Merkel sind geradezu leibhaftig aus dem Labor der SHAEF entstiegen – nur – die Schwänze der pawlowschen Figuren errigieren nicht mehr beim bevorstehenden Einschlag einer V2, sondern beim bevorstehenden Platzen einer Finanzblase.

Ok – hier handelt es sich um einen feuilletonistischen Beitrag – eine Leseempfehlung zum “Wiederausgraben” Thomas Pynchon “Die Enden der Parabel” zum nochmal lesen, oder neu lesen!

10:12 23.04.2015
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Geschrieben von

Oberham

Bedeutungslosigkeit ist immanent - trotzdem ist Nachdenken erlaubt
Oberham