Politokratie

Versailles 2013 Die soziale Hierachie bekommt ein Loch - über der Basis, dem Elend, wird ein luftleerer Raum geschaffen, nur Übermenschen werden künftig da durchkommen. Klassenkampf 2013
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Wenn gerade in diesem Moment wieder mal ein Mensch in Griechenland an seinem Lieblingsstrand steht und sich eine alte Pistole an die Stirn setzt, abdrückt und seine Ruhe gefunden hat, ist das nichts weiter als eine völlig unbedeutende Episode.

Niemand wird hier darüber schreiben, nirgends, es interessiert uns nicht. Wir haben andere Interessen, öffentliche Interessen, gerade geht es um eine unfähige Ministerin, die wegen ihrer Fähigkeiten, gefälligst nicht an ehemaligen kleinen Lässlichkeiten gemessen werden sollte.

Ähnlich geht man mit Bischöfen um, ehemalige Lässlichkeiten, die Menschen goutieren es, sie rennen weiter in die Kirchen und sie rennen weiter zu den Wahlen und tragen für fünf Sekunden den Kopf erhoben - schon nach dem Kreuzchen, senkt sich beim Hinausgehen aus dem Wahllokal selbiges wieder, der Rücken verkrümmt.

Es geht uns gut, es ging uns über Dekaden lang unglaublich gut, wir wussten nichts damit anzufangen.

Wir haben eingekauft. Wir haben eingekauft. Später gingen wir shoppen. Auch heute gehen wir noch shoppen.

Dummheit ist eine verführerische Sache. Kommt ein schlaues Kind, ohne Gewissen an ein dummes, oder sagen wir treudoofes, so dürfte das schlaue bald täglich die Rosinen aus dem Pausenbrot des andern picken.

Die cleveren Zeitgenossen konnten sich da nicht beherrschen, bei so viel Unterwürfigkeit, so grenzenloser Zufriedenheit, den der Konsumhunger war ja gestillt, da durfte man doch nicht zögern. Man griff zu, immer dreister, dreister und eben bald so dreist, dass es schon fast peinlich war.

Auch schon vor 10 Jahren gönnten sich nicht mehr nur einige der Topmanager in der EU Millionen Gagen, nein es wurden immer mehr die Mehrwertmenschen wurden.

Aus einigen Hundert wurden einige Tausend – bald Zehntausende.

Heute plötzlich bemerken die im Rampenlicht stehenden Volksbetrüger, dass sie rechts überholt wurden, von Beamten, ja von Menschen die auch aus öffentlichen Kassen schlürfen, den besagten Sparkassenverkäufern – äh Vorständen natürlich, von den „Managern“ der städtischen Wasserwerke, E-Werke – nirgends bekommt man mehr vernünftiges Personal ohne hohe sechststellige Jahresgehälter zu bezahlen.

Dabei brauchen sie in Brüssel die Besten, ergo – für die Länder bleiben nur die Zweitbesten – ja was bleibt für die Regierung?

Minister sind eben nur Kleinbetrüger, Kleinverbrecher, die zweite, wenn nicht gar dritte Reihe.

Das mögen sie sich nicht mehr bieten lassen, es wird wohl bald beschleunigt werden – die Regierung fährt auf der linken Spur, dort fährt man nun mal schneller.

Derweil wird es für die Menschen, die all diese „Besten“ zu bezahlen haben, da sie selber unmöglich ihre Leben organisieren können, da sie alleine ja im Chaos versinken würden, sich wahrscheinlich schon morgen – sofort – gegenseitig umbrächten, oder aus Versehen in der Kloschüssel ertrinken würden, immer schwerer den Preis zu zahlen.

Nun, man kann ja Schulden machen, Schulden um die Elite heute zu bezahlen, gezahlt wird dann morgen, von den jungen Menschen.

Ich sprach ja schon oft davon, dass uns die Politokratie in Deutschland alleine etwa 50 Milliarden Euro kostet (nicht die normalen Beamten – sondern nur die ganzen Würdenträger, die aktiven und die im Vorruhestand oder im Ruhestand – plus die notwendigen Unterhaltskosten für ihre angemessene Darstellung).

In Brüssel kommt man nun endlich auch aus der Deckung, warum – nun – man muss die Zahlen nennen, damit man selber endlich wieder mehr bekommt, man kann dem Volk nicht klarmachen, dass die Kanzlerin gefälligst das Doppelte erhält ohne ihm vorzurechnen, dass in Brüssel tausende von Beamten mehr als die Kanzlerin verdienen.

So schießt die konservative FAZ gegen die EU-Bürokratie, sie sei zu teuer – jedoch nur mit dem Gedanken, die Kanzlergage sei einfach viel zu mickrig – etc. etc.!

Das wird dort natürlich heftig dementiert – nur so viel – die SZ ist sich nicht zu schade, dass sie 63 Milliarden an Verwaltungsaufwand in Brüssel als verschwindend gering, im Verhältnis zu den nationalen Verwaltungskosten bezeichnet.

Endlich eine konkrete Zahl – 63 Milliarden! Wofür? Für eine Kommission für die 33000 Beamte arbeiten – inklusive der Kommissare.

Eine Kommission, die trotzdem nichts weiter als ein korrupter Haufen von nimmersatten, leider sehr cleveren – leider – da sie ihre Klugheit nur zur persönlichen Bereicherung nutzen – nur dazu nutzen dem treudoofen Kind das Pausenbrot abzunehmen – Gestalten.

Das macht knapp 2 Millionen Aufwand pro Kopf – zugegeben – angesichts des Haushalts von nun wohl 999 Milliarden (die Billion will man ja vermeiden) verschwindend gering.

Nun in Griechenland bleibt pro Kopf für einen treudoofen Schüler momentan praktisch null Euro – legt man die Schulden um – steht er mit knapp 100.000 Euro in der Kreide.

Wir in Deutschland stehen gut da – wir haben nur etwa 43.000 Euro Schulden pro Kopf und wenn sich ein Mensch artig als Minenräumer im Wald oder als sexy Bardame in einer Bar zur Verfügung stellt, wenn er für 1 Euro Hundekacke aufsammelt oder jede Woche seine Bewerbung wie ein Sklave der um ein Herrchen bettelt, täglich an die Personalabteilungen der Zeitarbeits- oder sonstiger Menschenhalterfirmen verschickt, hoffend für 10.000 Euro im Monat Irgendetwas arbeiten zu dürfen, stehen doch noch ein warmes Zimmer und etwa 4500 Euro zur Verfügung – der Rest vom Pausenbrot.

Wir dürfen aber nicht über die EU Grenze blicken (außer die Griechen – Portugiesen, Spanier ---) den dort ist es oft ja noch schlimmer.

Die letzten Jahrhunderte war Europa die Schatzkammer aller geraubten Güter jenseits seiner Grenzen, da blieben auch dem einfachen Mann auf der Straße einige Krümel!

Weißer Europäer zu sein, hieß vor allem die letzten sieben Dekaden lang, privilegiert zu sein! Waren wir daher mit den Leistungen der Verbrecher so zufrieden?

Dann ist das kommende Elend wohl die gerechte Strafe – für uns die Verlierer. Dummheit bring Leid, manchmal sind es aber auch Kanonen die Leid bringen!

Wobei, gibt es dümmere Dinge als Waffen?

Aber wir haben ja Frieden in Europa, den Friedensnobelpreis, wow, die Mädels und Jungs dort Oben, sie sorgen dafür, mit ihrer Klugheit beschützen sie uns, behüten uns und sorgen dafür, dass es uns allen gut geht!

Also alles halb so schlimm, lasst die Regierenden endlich mehr verdienen als die EU-Beamten und Sparkassendirektoren, macht sie zufrieden, wir brauchen endlich die Besten an der Spitze des Staates, nicht in Brüssel!

Die Banker im Schatten lachen sich krumm – die sind ja inzwischen bei hohen zweistelligen Millionenbeträgen angelangt, da kommen auf einige Hundert schon mal 2 Milliarden Boni – mir graut schon vor dem Begehren der EU Beamten und der Kommissare – endlich deren Niveau erreichen zu wollen.

Die Korruption kann nicht mehr viel bringen, denn das Volk in Europa, ja die Welt, die haben sie schon lange verraten und verkauft – ergo, jetzt bleiben nur noch jene, die auch heute noch zufrieden sind und shoppen, und shoppen und shoppen!

Ja, die Zufriedenheit, die bleibt, solange das Shoppen möglich ist.

Also kämpf Leute, denn die soziale Pyramide hebt langsam ab, sie schwebt gen Himmel, gefüllt mit jenen die die Top-Jobs für sich erkämpfen – nur wer es nicht schafft, der bleibt am Boden und der darf bald nicht mehr shoppen.

Wenn ihr klug seid, dann gebt ihr den Schwebenden das Pausenbrot, jenes aus Pappe und hebt euch das aus Korn und mit der Butter auf, geht auf das Land – baut an und lasst die Steuern Steuer sein, tauscht die Talente ohne Geld, besinnt Euch eurer Selbst, lasst sie schweben die Gewinner, lasst sie einfach davonschweben und vergesst sie.

Im Übrigen bin ich sicher ihr seid klug genug, um auch in Manufakturen die Dinge in Kooperation herzustellen, die man für ein sicheres, angenehmes Leben braucht.

Niemand auf der Welt braucht Konzerne, niemand braucht die Gewinnerklasse, der Homo Sapiens könnte ein wunderbares Leben ohne diesen Ballast für seine Spezies sicherstellen!

Es bedürfte nur der Kraft und des Mutes, sich dem Wahnsinn zu verweigern und sich – zumindest in Kleingruppen – ein alternatives Leben ohne Steuern und Staat aufzubauen.

Geld existiert in so einer Gesellschaft nicht, da man es nicht braucht – und ich kenne keinen Menschen, der den ganzen Tag nur herumliegen und träumen möchte, jeder Mensch ist glücklich, wenn er einige Stunden am Tag sinnvolle Arbeit zum Wohle von sich und anderen verrichtet. Das ist das Leben!

Was wir daraus gemacht haben ist ein tödlicher Wettkampf, eine Welt in der Milliarden hungern, eine Welt in der die armen Zwangssterilisiert und betäubt auf Felder gelegt werden, in der Kinder entführt und ausgeweidet werden, eine Welt in der Milliarden Tonnen an Nahrungsmittel verrotten oder sofort vernichtet werden, gleichzeitig im sekundentakt Menschen verdursten, verhungern, an der Verseuchung der Umwelt elend versterben, eine Welt in der der Marktpreis regiert, eine Welt die keine Gnade kennt, eine Welt in der die besten Menschen jene sind die diesen Wahnsinn organisieren.

Wir alle reden täglich von diesem Irrsinn, doch wir kommen nicht auf die Idee, diesen Irrsinn zu beenden. Nein!

Vielmehr lecken wir jenen den Podex, die diesen Irrsinn am gierigsten befeuern.

Diesen Menschen gönnen wir 2 Millionen Geldeinheiten pro Jahr und Kopf in der EU, wir zahlen die Henker unserer Kinder, wir zahlen die Henker der Verlierer in diesem Spiel, wir kämpfen täglich nur darum, nur ja nicht auch Verlierer zu sein – und geben mit jedem Handgriff genau dieser Irrsinnsmaschinerie über drei Viertel unserer Kraft!

Ich bin nur ein winziger Ruf im Nirgendwo, doch solange ich lebe, werde ich Euch diese Botschaft immer wieder zuflüstern, ihr werdet sie nicht lesen, falls doch, werdet ihr zur Besinnung kommen?

Doch es ist anders - nich wahr?

Welche Mutter würde nicht beneidet, die stolz verkündet, - ach mein Sohn, meine Tochter - er/sie hat jetzt eine Stelle in Brüssel, als Beamter/Beamtin in der Kommission - das Einstiegsgehalt beträgt ohne Zulagen 5.000 Euro netto - und die Aufstiegschancen sind ganz wunderbar!

Also machen wir weiter, trainiert Eure Kinder, schleift sie, härtet sie ab, macht sie effizient und macht sie mulitlingual, macht sie gewissenlos oder besser noch, macht sie glauben, ein Gewissen zu haben, lasst sie ja nicht orientierungslos, es wäre ihr vermutliches Ende - im Vorratspol der Millionen ausgeschiedender, überflüssiger Menschen.

Was glaubt ihr eigentlich, was mit denen passieren wird, wenn sie zuviel Dreck verursachen?

In Hamburg möchte man die Obdachlosen jetzt endlich aus dem Stadtbild entfernen, für den Preis der Semper-Oper, hätte man die alle in Appartements unterbringen und ihnen Arbeit in Altenheimen, Sportclubs, der Kinderbetreuung, Bibliotheken, contoroller in der Finanzverwaltung etc. etc. beschaffen können, inklusiver fundierter Ausbildung!

Ich denke die odachlosen Hamburger hätten Hoch-Tief nicht so wüten lassen, ich denke die odachlosen Hamburger würden Hamburg weitaus besser regieren, als die Anzugträger in den dicken Limusinen.

Kein Wunder, dass man sie entfernen möchte, selbst ein besoffener, weil frustrierter 18jähriger unter der Brücke hat mehr gesunden Menschenverstand, als ein arroganter, verblendeter, eingebildeter Popatz, der die Vernichtung der Zukunft mitorganisiert.

Der EU Haushalt, der Wahnsinn in Zahlen. Die FAZ findet die Kanzlerin verdient zu wenig, die Kritik an den Kosten der EU-Bürokratie bringt mal kurz die Kosten in die Medien.

Die SZ findet 2 Millionen pro Kopf für einen EU Beamten verschwindend gering.

09:57 08.02.2013
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Geschrieben von

Oberham

Bedeutungslosigkeit ist immanent - trotzdem ist Nachdenken erlaubt
Oberham

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