oekosoph

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RE: Die Wahl der Wahl | 30.09.2009 | 13:06

Sehr geehrter Herr Seeßlen,
am Schluß schreiben Sie: Von einem Neustart für das Projekt Demokratie ist man weit entfernt. Vielleicht müssen wir ihn aber auch erst einmal verlangen.
Exakt das verlange ich. Dazu aber benötigt man als Demokrat neue Gesetzesvorlagen. Zum Beispiel zum Grundübel Habgier.
Habgier – das Turbotreibmittel unserer Gesellschaft, verbrämt genannt: kapitalistisch,
ist nicht sehr demokratisch.
In der Realität, in seinen Auswirkungen, der Existenzvernichtung, auf den einzelnen Menschen, auf die Firma, auf die Gesellschaft, dem Staat, die Demokratie, nichts anderes als blanker, nackter Wirtschaftsterror, eben „Kalter Kannibalismus!“
Der historische Kannibalismus ist (scheint) überwunden. Wird in der Strafjustiz sogar als kriminell verfolgt und verurteilt. Das Treiben der Boni-Bankster-Kapitalisten, denen die
Vernichtung von Existenzen schnurzpiepegal ist, wenn nur ihr persönlicher Gewinn,
ihr finanzieller Vorteil gewährleistet ist, haben nicht die Spur von Einsicht in das Kriminelle ihres Tuns, wie die praktische Erfahrung zeigt. Genau so wenig wie die historischen Völkermörder. Völkermord aber ist international geächtet. Boni-Bankster kleiden sich genau so zivil wie die Taliban, nur ihr Zwirn ist eleganter.
Arbeitslose sind Wirtschaftsleichen. Durch Heuschrecken ausgeplünderte Firmen sind Wirtschaftsleichen. Abgezockte Kleinkapital-Anleger sind Wirtschaftsleichen. Demokratische Staaten werden in ihren Fundamenten durch diese ‚Kalten Kannibalisten’ in ihrer Substanz gefährdet.
Unsere Demokratien sind gefährdet, weil der wirtschaftliche Schaden morgen nicht mehr zu beheben (zu bezahlen) ist. Und den das ewig zahlende Volk, die Demokraten, morgen nicht mehr bezahlen will. Bevor also Charles Lynch sein Haupt erhebt, sollten wir uns ganz schnell auf einen Strafrechtsparagraphen des ‚Kalten Kannibalismus’, analog dem Völkermord, da diese Dimension schon erreicht ist, einigen.

Günter Neumann
Ökosoph