Frankreichs martialische „Operation Wuambushu“ für ein verschärftes Migrationsgesetz

Insel Mayotte Emmanuel Macron und sein Innenminister Gérald Darmanin sorgen in einem französischen Überseedepartement für Massenausweisungen, die an Deportationen grenzen. Beobachter sehen das als Vorspiel für ein neues, schärferes Migrationsgesetz
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 25/2023
Bild der Operation Wuambushu („Rückeroberung“) auf der Insel Mayotte: Gendarmen während der Zerstörung eines Quartiers
Bild der Operation Wuambushu („Rückeroberung“) auf der Insel Mayotte: Gendarmen während der Zerstörung eines Quartiers

Foto: Philippe Lopez/AFP via Getty Images

Madi Abdallah Abdou war Bauarbeiter. Am 22. Mai wurde er dazu eingeteilt, unter Polizeischutz das Quartier plattzumachen, in dem er und seine Familie wohnten. Vergeblich hatte er um Urlaub gebeten. Als er den Bulldozzer an seinem eigenen Haus einsetzen sollte, erlitt er einen Herzinfarkt. Seine Witwe ist nun obdachlos.

​Derartige Abrissaktionen sind Teil der „Operation Wuambushu“ („Rückeroberung“ im lokalen Idiom), mit der Paris gerade die Insel Mayotte im Indischen Ozean überzieht, ein Überseedepartement zwischen Madagaskar und der Küste von Mosambik. Macrons Innenminister Gérald Darmanin treibt „Wuambushu“ mit viel politischem Getöse und TV-wirksam voran. Er hat 1.800 Mann Polizei zusätzlich nach Mayotte fliegen