Lafontaine im Boulevard

Medienkritik Polemik mit den Mitteln persönlicher Verunglimpfung
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FACEBOOK-EINTRAG Lafontaine: "Fuck the US" Von MARKUS DECKER, FR vom 23. Juni 2015

http://www.fr-online.de/politik/facebook-eintrag--lafontaine---fuck-the-us--,1472596,31026954.html

Hier mein unterdrückter Kommentar in der FR dazu (leicht redigiert):

Man könnte ja kommentieren „fuck the FR“, wenn es dort nicht Politik-Autoren mit mehr politischem Sachverstand gäbe als ausgerechnet Markus Decker. Ich nenne nur den Namen Stephan Hebel.

Sie könnten Lafontaines Posting ja auch einfach neutral referieren, statt eine Attacke gegen ihn zu reiten, Herr Decker, ohne dass Sie es verstehen oder gar die Auffassung teilen müssten. Aber was Sie hier leisten, ist nichts als billige und schlecht gemachte Polemik.

Die Vorsitzenden einer Partei oder einer Fraktion heißen „Vorsitzende“, und nicht „Chef“. Diese Verballhornung stammt noch aus den Zeiten des vorangegangenen Kalten Krieges, als der Generalsekretär der KPDSU in seltener Übereinstimmung in den Medien schlicht „Kreml-Chef“ hieß. Es scheint so, als wollten bestimmte Medienvertreter diese Zeiten wieder heraufbeschwören. Sie nennen Frau Merkel doch auch „Kanzlerin“, oder? und nicht „Regierungschefin.

Im Gegensatz zu Lafontaine bedienen Sie sich hier martialischer Ausdrücke a la „Attacke“. Seinen verbalen (!) Angriff kann man auch Kritik nennen oder meinetwegen Polemik, das wären sachgerechte Benennungen ohne Gewaltmetaphorik. Die Krönung: „Der Napoleon von der Saar“

Was soll so etwas, wie „Lafontaine konnte sich vor Zustimmung kaum retten.“? Er erhielt viel Zustimmung, fertig.

Lautet der Facebook-Name von Lafontaine „Lafo“? Ansonsten gehört, „wie ihn Freunde nennen“, in den Bereich des Privaten und nicht eines politischen Kommentars, um für Ihre Invektive einmal diese unverdiente Bezeichnung zu wählen.

Auf der Straße lautet die Übersetzung gemeinhin anders.

Auf der Straße? Wo sonst befinden denn Sie sich mit Ihrem Boulevard? Nach so vielen persönlich herabwürdigenden Äußerungen müssen Sie zum Schluss nicht noch prüde werden. Sie dürfen es getrost aussprechen: die sinngemäße Übersetzung lautet „Scheiß USA“, das erscheint der deutschen Zunge offenbar schmackhafter als das amerikanische „Fuck“.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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