Kopf an Kopf: Die Schlümpfe und Cowboys and Aliens

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Haarscharf hatten sie die Nase vorn: Erst Montag abend stand fest, dass die Helden aus Cowboys and Aliens mit 36,4 Mio. Dollar an den Schlümpfen mit 35,6 Mio. vorbeirauschten. Schlechte Kritiken haben beide Filme, bei Cowboys and Aliens hatten sich aber viele Analytiker mehr erwartet: Daniel Craig und Harrison Ford spielen mit, Steven Spielberg zählt zu den Produzenten, Regie führte Jon Favreau, der auch für die Iron-Man-Filme verantwortlich zeichnete. Um die 163 Mio. soll das Ganze gekostet haben - diese Summe dürfte der Film, für den Box-office-Experten um die 40 bis 45 Mio. Dollar Einspielergebnis am ersten Wochenende erwartet hatten, in den USA wohl nicht wieder einspielen. Der Titel des Films könnte einiges zu dieser Enttäuschung beigetragen haben: Wie bei Snakes on a Plane, einem anderer Flop, wird hier im Grunde schon im voraus alles verraten - wozu da noch ins Kino gehen? Cowboys and Aliens klingt nach gepflegtem Trash, der Film ist aber eher ernst gemeint, so fiel auch die Marketing-Kampagne aus, so dass hier nichts mehr richtig zusammenpassen wollte. Und Western-Hybriden sind ohnehin seit Wild Wild West oder Jonah Hex berüchtigt für schlechte Kasse.

"Was sagt Ihnen das Lied der Schlümpfe?" sang Herbert Grönemeyer einst. Dem US-Publikum sagten die diesmal CGI-animierten Zwerge so einges: Sie hievten sie mit 35,6 Mio. auf Rang zwei. Damit haben die Schlümpfe um einiges mehr Moneten gesammelt als erwartet und für eine der Überraschungen dieses Sommers gesorgt. Kritikerlob gab's allerdings keines, diese neueste Adaption soll recht öd ausgefallen sein.

Captain America - The First Avenger musste in seiner zweiten Woche hingegen einen recht herben Rückschlag erleiden und setzte sich mit 25,6 Mio. auf Platz drei. 22 Mio. holte Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 (uff! Diese Titel!), der Zauberlehrling hat damit die Marke von 1 Milliarde Einspielergebnis weltweit überschritten und steht nun bei insgesamt 318,5 Mio. Dollar in den USA.

Der dritte Neueinstieg dieses Wochenendes, Crazy, Stupid, Love. eröffnete mit 19,1 Mio. ein Triumvirat von Komödien, gefolgt von Friends with Benefits (9,3 Mio. und 19,1 Mio. gesamt) und Horrible Bosses (7,2 Mio. und starke 96,3 Mio. gesamt). Auch Transformers: Dark of the Moon mischt auf Rang 8 noch ein wenig mit (6,1 Mio. und 338 Mio. gesamt). 80 Mio. hat Zookeeper gekostet, mit 4,3 Mio. am Wochenende liegt die Komödie jetzt bei einem enttäuschenden US-Einspiel von 68,8 Mio. Auch bei Cars 2 auf Rang zehn steht die Ampel nicht auf Grün: Mit 200 Mio. war der CGI-Film der teuerste in den aktuellen Charts, mit 2,3 Mio. und 182,1 Mio. gesamt in den USA fehlt noch einiges, um hier von einem echten Erfolg zu sprechen.

Nächstes Wochenende wirds, verzeihung, affig: Jemand hat sich an die Film-Serie um den Planet der Affen erinnert, das Remake von Tim Burton vergessen und die Idee zu Planet der Affen: Prevolution ausgeheckt - mal sehen, wie viele Besucher sich für diesen Neuaufguss interessieren.

13:34 02.08.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

oschoeberl

Otmar Schöberl, Autor und Journalist in Wien; Beiträge für Falter, kolik Film, celluloid, ray, art quarterly; abgeschlossenes Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie der Publizistik; Einführungen im Filmmuseum Wien und im Filmhaus Spittelberg; Archivar für die Stadt Wien
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare