otto8

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RE: Auf Autopilot | 04.05.2015 | 16:47

Wenn Menschen wirklich so gut darin sind, komplexe Muster zu erkennen, wieso fällt es ihnen dann in der Praxis so schwer, einfache Regeln (Vorfahrt, Geschwindigkeit, Abstand, Drogenkonsum, Telefonieren/Simsen am Steuer) einzuhalten? Wenn sich der Mensch wirklich durch etwas auszeichnet, dann ist es eine permanente Selbstüberschätzung, die in Deutschland jährlich Tausende das Leben und noch mehr Menschen nachhaltig ihre Gesundheit kostet.

RE: Das ganze Fach fällt mit | 29.04.2015 | 21:10

Zum Thema Open Access sollten sich die Autorin des Artikels und - so sie ihn denn richtig wiedergibt - der Autor des Buches wirklich noch mal schlau machen. Wikipedia wäre eine Anlaufstation. Falls die Konzentration auf den Inhalt am Bildschirm zu schwer fällt, bitten Sie einfach den nächsten Internetausdrucker Ihres Vertrauens darum, Ihnen ein schönes Buch draus zu binden. Man könnte den wohltuenden Zeitverzögerungseffekt freilich noch erhöhen, indem man das Ganze von einem Klostermönch abschreiben und verzieren lässt.

PS: "bücherfeindliche Technikeuphoriker" - wer ist damit eigentlich gemeint? Leute wie Gutenberg etwa?

RE: Gegen die Bescheidwisser | 12.03.2015 | 11:04

Vier Anmerkungen:

a) Strohpuppendiskussionen à la "Russlandversteher" & "Bescheidwisser" sind nicht nur Ausweis einer Projektion, sondern leiden unter einem Defizit im simpelsten logischen Denken: Jemand, der gegen eine Eskalationspolitik ist und den Westen (USA, Nato, EU) kritisiert, wird dadurch nicht zum Anhänger Putins. So, wie jemand, der gegen den Vietnam- oder Irakkrieg war, kein Anhänger der Nordvietnamesen oder Saddams war.

b) Man kann geopolitische Erwägungen als zynische Feldhügelperspektive brandmarken, dann sollte man sich aber selbst nicht auf den Feldherrenhügel des Geschichtspositivismus setzen, der in einer notwendig subjektiven und gegenwartsverhafteten Geschichtssicht willkürlich Linien in die Zukunft verlängert. Nato auf der Krim? Amerikanische Regime-Change-Politik im Namen von Rohstoffausbeutung, Kriegsindustrie & Absatzmärkten bei gleichzeitigen innenpolitischen Krisen und einer antirussischen Tradition? Spielt alles keine Rolle. Der "Kommunismus als Religion" ist die Triebkraft der Geschichte.

c) Niemand wird den Wünschen der Maidandemonstranten nach echter Demokratie & Freiheit widersprechen wollen, und sie verdienen alle Unterstützung in einer sehr schwierigen Lage. Aber ist unser Idealismus wirklich glaubhaft? In anderen Regionen interessieren uns Menschenrechte einen feuchten Kehrricht, wenn sie die Exportindustrien stören. Nein, mit diesem Hochheben angeblich unhintergehbarer Werte soll nur ein pragmatischer Friedensschluss verhindert werden. Was ist das aber für ein Idealismus, der Menschenleben opfert?

d) Ich weiß wirklich nicht, was mit dem "rechthaberischen Chor" gemeint ist. In meinen Augen überwiegt in den deutschen Medien stark die transatlantische Sicht der Dinge, die selbst rechthaberisch und tendenziös bis manipulativ ist. Die Kritik daran in Foren & Blogs ist sicher teilweise sehr problematisch. Aber sind da dieselben Kriterien anzusetzen wie an professionellen Journalismus? Solange man keine Mittel hat, den Mainstream der Mainstreammedien (oder ihrer Kritiker) empirisch zu messen, sollte man sich Feststellungen dieser Art ersparen.

RE: Der Gefahr ins Gesicht lachen | 18.01.2015 | 17:46

"Nahezu alle Samuarai waren Anhänger des Buddhismus..." [https://de.wikipedia.org/wiki/Samurai]. Und dann noch daran denken, wie sich dieses "ritterliche Ideal" im Zweiten Weltkrieg weiterentwickelt hat und heute in Japan immer noch zur Verehrung von Kriegsverbrechern beiträgt.

RE: Pumpe, Klempner und die Vorstellungskraft | 11.01.2015 | 11:34

Bei den Haushaltsgeräten sollte man bedenken, welche Energien und Rohstoffe die Neuproduktion verschlingt, was auch mit erheblicher Umweltverschmutzung verbunden ist. Der Artikel ist mir da entschieden zu konsumistisch im Sinne von: Neuanschaffung immer ökologisch. Bei Kühlschränken z.B. gelten die optimistischesn Energieangaben nur für die ersten Jahre, die Dämmung baut nämlich rapide ab (https://www.test.de/Kuehl-und-Gefriergeraete-Stromhunger-waechst-4579954-0/).

Auch wenn man's ungern hört: Die Lösung liegt meist nicht in der technischen Aufrüstung, sondern im Verzicht: Zimmertemperatur bisschen runterregeln, kleineren Kühlschrank, auf Gefrierschrank verzichten, weniger/kürzer duschen, Wäsche nicht ständig waschen, sondern auslüften, und ein Wäschetrockner ist nun wirklich das überflüssigste Gerät der Welt.

RE: Unsere gefühlte Freiheit | 10.10.2014 | 13:42

Angesichts der Internetmonopole wie Google und Facebook, die uns ausbeuten, uns einer digitalen Leibeigenschaft unterwerfen...

Na, dann wünsche ich mich in die wunderbare Zeit zurück, als Springer unser Denken manipulierte, Bertelsmann uns per Super RTL mit Werbung zumüllte, das ZDF die Regierungslinien ans Volk brachte und der Brockhaus seine Preise so setzte, dass ein Arbeiterkind nie an das Weltwissen kam...

Sorry, Google, stellt uns sehr gute Instrumente zur Verfügung, um gerade Medienmonopole zu untergraben und zu einer Demokratisierung des Wissens beizutragen. Und nicht alles Datensammeln ist ein Problem, sondern hat sehr viel produktives Potenzial. Wenn man nur daran denkt, wie der Staat regelmäßig daran scheitert, für genügend Kindergarten-, Schulplätze etc. zu sorgen. Was den Autor mit Larnier verbindet, ist das Kloppen holzschnittartiger Thesen, die eigentlich Hypothesen sind. Ich habe kein Problem, mich der Herrschaft von Daten zu unterwerfen, so deren Auswertung nicht interessengeleitet ist und demokratisch kontrolliert werden kann. Alles Herumtheoretisieren geht doch arg zulasten der Empirie und der differenzierten Betrachtung, die der Autor einfordert, aber selbst nicht einlöst.

RE: Der tödlichen Umarmung entkommen | 14.08.2014 | 14:08

Und gekaufte E-Books dürfte er auch dann noch lesen, wenn er sein Nutzerkonto löscht – anders als bei Amazon.

So werden Skandale fabriziert, die keine sind. Evtl. hat der Autor nicht ganz begriffen, wie eine Cloud funkioniert. Wenn Sie Ihr E-Mail-Konto bei T-Online löschen, gehen auch alle Mails verloren, falls Sie sie nicht vorher anderweitig gesichert haben. Dasselbe bei E-Books. Man kann den Walled Garden Amazons als problematisch empfinden, sollte aber auch die Vorteile der Synchronisation aufzählen: immer up-to-date, Backup inbegriffen, bei Kauf eines neuen Kindle sind Bücher gleich da, es kann über mehrere Reader synchronisiert werden, sodass auch Familienangehörige mitlesen können, Bücher gehen nicht verloren, wenn Reader den Geist aufgibt oder gestohlen wird. Diese Lösung ist gerade für Techniklaien gut.

Und dann schauen wir uns mal das angeblich so offene Tolinogerät an. Epub mag ne tolle Sache sein. Aber bei dem DRM, mit dem die Verlage ihre E-Books versehen, bin ich genauso an bestimmte Hardware gebunden und wäre mir recht unsicher, ob ich die Bücher in paar Jahren noch lesen kann. Also wenn jemand die E-Book-Kultur im positiven Sinne vorantreibt, ist es Amazon. Dass es einmal sein Monopol zum Schaden aller ausnutzen würde, ist erst mal reine Zukunftsprojektion. Der problematische Umgang von Verlagen mit ihrem Copyrightmonopol hingegen ist erwiesenermaßen Realität.

RE: Die Alte Welt macht mobil | 03.08.2014 | 09:45

Hier wehrt sich ein alter eingespielter medial-politischer Komplex gegen Konkurrenz. Dass die unerhörte staatliche Überwachung und das Unvermögen europäischer Politiker, den Amerikanern die Stirn zu bieten, nun ausgerechnet den Internetkonzernen in die Schuhe geschoben werden soll, weil sie "zu viel Daten" speicherten, ist ein unglaublich perfider Winkelzug in der ganzen NSA-Affäre.

Es gibt sicher Grund für Zukunftssorgen bzgl. der Internetgiganten. Doch sollte man erst mal auf die Vergangenheit schauen. Und da haben Google, Amazon & Co. uns mit Technologien ausgestattet, die unsere gesellschaftliche Teilhabe immens erhöhen. Die EU-Politiker, die hier das Wort erheben, haben hingegen im Bunde mit reaktionären Medienkonzernen und Industrielobbyisten erfolgreich auf postdemokratische Zustände hingearbeitet. Der aktuelle Zustand der EU ist in ihrem Kommissionspräsidenten Juncker erschreckend verkörpert. Da kann man sicher erst mal nur ein mehr an Google wünschen, statt auf die Desinformation von Leuten reinzufallen, die ihre Geheimdienste Bomben legen lassen.

RE: Der Offenbarungseid des Alexander Dobrindt | 01.08.2014 | 16:46

Mit der Einführung des Automatisierten Fahrens ist die Erwartung verbunden, dass die Unfallhäufigkeit abnimmt“, heißt es aus dem BMVI [...]. Die [...] Stellungnahme vom 28. Juli aus dem Haus von Minister Alexander Dobrindt (CSU) bleibt freilich jede Ausführung schuldig, worauf sich diese vage Hoffnung tatsächlich gründet.

Der Autor scheint noch niemals am (deutschen) Straßenverkehr teilgenommen zu haben. Dann wüsste er, welche unkontrollierbaren, emotional instabilen, betrunkenen, inkompetenten, abgelenkten, ermüdeten, ihr eigenes Können gnadenlos überschätzendes & des Risiko unterschätzenden Menschen für gewöhnlich hinter dem Steuer sitzen. Natürlich liegt nichts näher, als entweder das Autofahren in bestimmten Zonen (Innenstädten) ganz zu verbieten oder, wo das unmöglich ist, die menschlichen Fahrer durch Computer zu ersetzen. Und zwar möglichst schnell.

Meiner Meinung nach werden kommende Generationen nur den Kopf darüber schütteln, dass es Menschen jemals erlaubt war, ein Gefährt mit einer solchen Zerstörungskraft zu steuern.

RE: Was heißt hier „Sonnensteuer“? | 16.07.2014 | 13:14

Vielen Dank für die konzise Darstellung. Ich empfinde die beschriebene Lösung in der Wasserversorgung jedoch alles andere als fair, sofern aus dem eigenen Brunnen kein Abwasser verursacht wird. Auch ist es absolut sinnvoll, die Leute zum Sparen zu animieren, denn jenseits der ökonomischen entstehen nun mal ökologische Kosten, die evtl. die ökonomischen Kosten von morgen sind. Klar, Skaleneffekte sinken, aber man sollte sich auch mal mit dem Gedanken vertraut machen, dass die ein oder andere Infrastruktur zu groß geplant wurde und daher zurückgebaut werden muss. Und gerade das ist doch ein Vorzug von Dezentralität in kleinen Einheiten, dass sie Infrastruktur einsparen kann, das Risiko solcher Fehlplanungen mindert und kommenden Generationen keine unkalkulierbaren Altlasten hinterlässt.

Was die Anfangs- und Entwicklungskosten der Solar- und Windenergie angeht, die wir über die hohen Garantiepreise für Altanlagen abzahlen, so sollte man das wie bereits vorgeschlagen, besser sozial verträglich aus Steuermitteln begleichen.