pandoria

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RE: Wissenschaften – gewaltige Luftnummern? | 26.03.2009 | 22:32

Dazu ein Buchtipp (darf man sowas hier?): Ernst Peter Fischer: Die aufschimmernde Nachtseite. Kreativität und Offenbarung in den Naturwissenschaften. Was mich außerdem sehr fasziniert hat, als ich mal im Kloster St. Odile im Elsass war: der "Hortus Deliciarum" der Äbtissin Herrad von Landsberg (Ende 12. Jh.). Dieses Buch ist (wenn ich falsch liege, bitte berichtigen!) sowas wie die erste Enzyklopädie überhaupt. Diese Frau hat sich tatsächlich daran gemacht (ohne google! ohne Wikipedia!), das gesamte theologische UND profane Wissen der damaligen Zeit zusammenzufassen. Vielleicht sollte man dort mal wieder reingucken.

RE: German Amok | 15.03.2009 | 03:35

Der These, dass männliches Dominanzgebaren sich mit der gesellschaftlichen „Feminisierung“ noch verstärkt habe, kann ich nicht unbedingt zustimmen. Ich erlebe eher im Gegenteil: dass männliche Kollegen heute kollegial und respektvoll sind. Aber das mag von Umfeld zu Umfeld unterschiedlich sein.
Der These, dass gerade die Zurückgewiesenen, Sensiblen, Verschreckten die seien, die austicken, stimme ich 100% zu. Denn dieser Persönlichkeitstyp wird in der Regel von der Umwelt, zumal unter Jugendlichen, vollkommen missverstanden: Die Feinfühligen sind in der Regel ruhige Naturen, gehen also in Gesellschaft von tendenziell lauten Jugendlichen leicht unter. Sie müssen sich dann schon anderweitig hervorstechen, um wahrgenommen zu werden: durch überdurchschnittliche Intelligenz, überdurchschnittliche Attraktivität, überdurchschnittlichen Witz, überdurchschnittliche Sportlichkeit... wenn aber nichts davon der Fall ist, wenn sie nirgendwo über dem Durchschnitt liegen außer in der Wahrnehmung ihrer Umwelt (wenn sie also alles spüren, aber nichts davon verarbeiten können, keine Kanäle haben für ihre Wut) bleibt ihnen nur: überdurchschnittliche Gewalt. Und schon werden sie wahrgenommen! Und wie!

RE: Tötungsmaschinen sind keine Freizeitspielzeuge | 14.03.2009 | 23:52

Dumm, dass man eigene Kommentare nicht editieren kann, denn in einem Satz meines soeben verfassten Kommentars fehlt das Verb. Es sollte natürlich heißen:

"(...) Wie kann man als Eltern/Mitschüler/Gesellschaft für Typen SORGEN, die schüchtern sind ..."

RE: Tötungsmaschinen sind keine Freizeitspielzeuge | 14.03.2009 | 23:46

"Wie kann jemand, der längst alle Hoffnung aufgegeben hat, wissen wie wertvoll das Leben ist? Was tun?", schreibt mein Vor-Kommentator, und ich denke, genau DAS ist die Frage, die sich alle - Eltern, MItschüler, Politiker, aber ganz entschieden auch wir, die Medien, stellen müssen. Das Internet ist genauso heller Ort (wie z.B. hier in dieser Community) als auch düsteres Loch, Darkroom, Moloche für alle möglichen Grausamkeiten. Tim K. hat sich viel im Internet bewegt, und offenbar eben nicht auf den "hellen Seiten". Als Gesellschaft muss man sich jetzt vielleicht am ehesten fragen: Wie kommt es, dass ein 17-Jähriger sich lieber in den düsteren Teilen der Internetwelt aufhält als in den hellen, lichten? Wie kann man die hellen Seiten der Online- und Offlinemedienwelt, vor allem aber auch der echten Welt für Typen wie Tim K. attraktiver machen? Wie kann man als Eltern/Mitschüler/Gesellschaft für Typen, die schüchtern sind (was für die anderen wie "ruhig" aussieht), denen es materiell an nichts fehlt (was für die anderen wie "zufrieden" aussieht), die aber seelisch ausgehungert sind (was die anderen eben nicht sehen können) und deswegen innerlich kochen, bis sie schließlich auf höchst sichtbare, spektakuläre Weise platzen? Wie können wir alle dazu beitragen, dass nicht nur die dunkle, sondern mindestens genauso auch die helle Seite der Gesellschaft voller Abenteuer und Möglichkeiten steckt, seelisch satt zu werden?

RE: Viele Erklärungen, keine Antwort | 14.03.2009 | 15:45

Ich wundere mich über die Fragen, denen die Experten jetzt nachgehen:
- War Tim K. irgendwann mal in psychotherapeutischer Behandlung oder nicht?
- Stammt ein Eintrag in einem Internetforum von Tim K. oder nicht?
Was für Aufschlüsse erhofft man sich denn aus der Beantwortung SOLCHER FRAGEN?
Angenommen, Tim K. war in psychotherapeutischer Behandlung: Ist das dann ein Zeichen dafür, wie krank er war oder wie geheilt? Angenommen, Tim K. war nicht in psychotherapeutischer Behandlung: Was trägt dann dies Schnipselchen zur Erkenntnis des Gesamtbilds bei? Und angenommen, die virtuelle Botschaft stammt von Tim: Was bedeutet eine virtuelle Botschaft unter virtuellem Namen in einem virtuellen Medium für die WIRKLICHKEIT, die in diesem Fall leider Amoklauf heißt?
Für mich als Laien sieht der Fall so aus: Tim K., einem Jungen, der vielleicht ein bisschen zu sensibel für die Welt war (oder besser: für die Welt, wie er sie empfunden hat), ist der Kragen geplatzt. Und weil er wollte, dass sich endlich mal jemand kümmert, weil er keine reellen Kanäle für seine Wut hatte, hat er daraus eine Inszenierung gemacht, deren Interpretation nun tatsächlich in vollem Gange ist. Nur: in was für einem??

RE: Wer hat die DDR-Wohnung gefälscht? | 29.01.2009 | 22:38

Oder: Die Wohnung sieht aus wie Original-DDR, ist aber Original-Hartz IV, und die Bewohner überwintern in ihrem Zweitwohnsitz auf Mallorca