Rechte Männerrechtler versagen beim Thema Harry Potter

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Dies ist eine Ergänzug zum Blog von Magda "Die Männerrechtler entern die Piratenpartei"

Vorbemerkung:

Dies ist mein erster Beitrag und ich schreibe ihn, weil die Diskussionen zu "Gender", "Männerrechtler", Männerbewegung, Feminismus hier immer ganz schön hoch her gehen und weil in den Kommentaren zu den Themen die letzte Zeit desöfteren schlaue Sache gesagt wurden, die aber immer wieder unter gehen. Ich versuche mal ein wenig davon hier unterzubringen:

Die Männerrechtler wie sie Magda in ihrem Beitrag benennt, zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie sich erstens immer wieder als Opfer inszenieren.

Zweitens ist ein großer Teil zutiefst frauenverachtend unterwegs. Im Blog "Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land" (www.wgvdl.com) ist das in erschütternder Klarheit nachzulesen.

In diesem Blog sammeln sich drittens auch eindeutige Nazis, denen die Gleichberechtigungbemühungen von "allen" die nicht dem weißen hetero-Mann entsprechen viel zu weit gehen. Linke Politik ist der Feind der Männerrechtler. Schlimmer als Linke sind für die Männerrechtler nur noch Feministinnen, die alle in einen Topf geworfen werden. Ob es sich um eine rassistische Feministin oder eine linke Feministin, eine Queerfeministin oder eine konsevative Feministin handelt ist egal.

Bei diesem Blog wird einem beim Lesen so übel, dass "Vordenker" dieser Szene wie Arne Hoffmann sich nicht mit Klarnamen melden, um nicht in Beziehung zu ihnen gesetzt zu werden. Vordenker sind eben viertens Arne Hoffmann (Arne) und Gerhard Amendt (Ament). Ersterer schreibt gerne in der Jungen Freiheit, Amendt ist dezidiert homphob aufgetreten und machte im letzten Jahr Schlagzeilen, als er vehemnt die Abschaffung der Frauenhäuser forderte.

Männerrechtler sehen sich fünftens als diejenigen, die als einzige die Interesse der Jungen und Männer vertreten. Sie mögen linke engagierte Männer, die einen größeren Teil des Bundesforum Männer stellen explizit nicht und versuchen sie als "lila Pudel" zu verunglimpfen.

Männerechtler diffarmieren sechstens gerne, tun sich gerne mal mit erzkatholischen Gruppen zusammen und sind sehr gut organisiert. Sobald irgendwo in einer Zeitung ein Bericht auftaucht , der irgendwie kritisch mit Männer- oder Frauenthemen umgeht treten sie massiv auf: schreiben massenhaft mails an alle die irgendwie etwas damit zu tun haben könnten. Wenn es sich um eine Frau handelt , macht sich die Meute sofort auf die Suche nach einem Foto von ihr und stellt ihn auf einschlägigen Seiten, wo dann über sie übelst hergezogen wird. Um dann in der Schlußfolgerung sich selbst als Opfer böser Feministinnen , "lila Pudeln",linken Punkern, linken Faulpelzen oder linker gleichgeschalteter Medien zu inszenieren. '"Wir sind die Opfer in Deutschland" ist das Lebensmotto und politische Paradigma der Männerrechtler.

In der letzten Zeit versuchten die Männerrechtler gezielt die Piratenpartei zu '"entern". Manchmal kentert der Männerrechtler dabei aber auch:

So bei einer Veranstaltung der Piraten vor einigen wenigen Tagen in Konstanz geschehen, wo der Männerrechtler Dr. Bruno Köhler ( ein enger Kumpel von Arne Hoffmann) als "Fachreferent" auftrat.

Wie das Abkacken für den Männerrechtler dort vonstatten ging in einem Beitrag von mir von gestern nachzulesen:

"Immerhin hat der Dr. Köhler, der Vorsitzende des reaktionären manndat club, bei der Veranstaltung zu "Jungen als Verlierer" in Konstanz ganz schön geloost. Er musste den Vortrag abbrechen,weil er den Fragen (!) nicht gewachsen war.
Das heißt: es gab keine feministische Intervention oder irgendwas in Richtung "Kommunikationsguerilla" oder sonst was wirklich Freches. Es genügten einfache Nachfragen.

Jetzt haben die Herren um Arne Hoffmann im Forum bei wgvdl.com ganz schön zu kämpfen, dass die ganz rechte Meute nicht über den dusseligen, etwas reaktionären Dr. Köhler von manndat herfällt.:

aus wgvdl.com von gestern abend:
"Ich hätte, wenn der Artikel der Wahrheit entspricht, von einem Dr. Köhler von dem ich bisher eine hohe Meinung gehabt habe, erwartet, den Laden im Griff zu haben, auch wenn "aufgrund der Alters- und Lebenserfahrungsstruktur" der Piraten (um das böse Wort "nerds" zu vermeiden...) ein besonderes Fingerspitzengefühl dazugehört." (dampflok)

und da der Köhler halt wirklich nicht so richtig mitkam , als ein paar Fragen kamen und einige der rechten Männerrechtler halt die Piraten jetzt anfangen zu kritisieren, als könnten die was für Dr. Köhler von manndat schiebt "dampflok" gestern noch nach:

"Allen Piraten als Solche die Schuld geben, daß sie offenbar von einer feministischen PR-Bude "vertreten" werden, nur weil ein Auftritt danebengegangen ist? Ziemlich unmännlich, wenn Du mich fragst."

Nun sei es halt so,

die Reaktionären beschimpfen die anderen Reaktionäre als unmännlich, weil ein anderer Reaktionärer nicht mal ausreichend rhetorische oder inhaltliche Kenntnisse hatte um mit ein paar (!) Nachfragen (!) umzugehen.

Was meinen beim Vortrag Anwesende dazu:

"Aus dem Publikum erwähnte eine Frau Harry Potter und fragte warum Bücher die beide Geschlechter ansprechen nicht ebenso geeignet seien. Der Referent wies darauf hin, dass er überhaupt nicht wisse wie viele Jungen und Mädchen Harry Potter lesen. Er stellte außerdem die Vermutung auf, dass diese Bücher von manchen Kindern nur gekauft werden weil sie “modern” sind und dann ungelesen im Bücherregal stehen (Lustigerweise habe ich mir im Nachhinein eine seiner zitierten Statistiken angesehen… wo Harry Potter explizit erwähnt wurde). "

Ok, dass Harry Potter Bücher von Kindern gekauft werden , um sie "ungelesen" im Ragl stehen zu haben ist auch eine wirklich etwas dämliche und peinliche Antwort von Herrn Köhler!
sehr sweet nachzulesen auf:

sideglance.melan-chol-ie.de/2011/05/28/benachteiligung-von-jungen-was-ist-eigentlich-geschlechtersensibel/

Inzwischen ist ein Tag vergangen und die Männerechtler versuchen zu retten was zu retten ist: intern werden diejenigen die den Abbruch des Vortrages von Herrn Köhler als peinlich bezeichnen zum Stillschweigen gebracht und es wird inzwischen von einer "Falle" schwadroniert , die die Piraten dem Herrn Köhler stellten. Als dies auch nicht so ganz balsamierend auf die vereinzelt enttäuschten Männerrechtler wirkte, versuchen einige Vordenker das Ganze als "feministisch" gestellte Falle darzustellen und Herr Köhler sei jetzt auch Opfer.

Absolut zu empfehlen für eine Einordnung der Männerrechtler und deren Verortung in rechtskonservativen und reaktionären Kreisen ist klasse Buch von Andreas Kemper "(R)echte Kerle. Zur Kumpanie der MännerRechtsbewegung", erschienen im Unrast Verlag dieser Tage, das er auf den Linken Buchtagen in Berlin ,diesen Samstag präsentiert.

Männerrechtler sind natürlich auch nicht zimperlich , wenn wer gegen sie schreibt:

www.muensterschezeitung.de/lokales/muenster/Andreas-Kemper-beschreibt-kritisch-die-neue-Maennerbewegung;art993,1261060

"Kemper selbst fühlt sich bedrängt: Er bewegte sich im Internet unter einem Pseudonym, bis dort Maskulisten seinen Namen und Wohnort veröffentlichten. In seinem Postfach findet er regelmäßig Schmäh-Mails von Rechtsradikalen und Maskulisten. Ihm ist klar, dass die Belästigungen noch zunehmen dürften, wenn „(R)echte Kerle“ Mitte Mai im Unrast-Verlag erscheint. Als überzeugter „lila Pudel“ wird er die neuen Männer trotzdem weiterhin im Auge behalten."

21:31 02.06.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Pantherin

Queer, Links, gegen Rechts, Schwul, Verbraucherschutz
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