Die Empörung um den Tag ohne Fleisch

Veggie Day Belächelt wurden die Grünen in den letzten Tagen für den Vorschlag, einen fleischlosen Donnerstag einzuführen. Verlust der Freiheit? Sinnlose Träumerei? Eher nicht
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Die Empörung um den Tag ohne Fleisch
Foto: SAUL LOEB/AFP/Getty Images

Seit Jahren schon gibt es schon den Begriff "Veggie Day", hinter dem die Idee steckt, an einem Tag in der Woche auf Fleisch oder Fisch zu verzichten.

Zum Schutz der Tiere, der eigenen Gesundheit oder der Natur dient ein solcher Tag. In der belgischen Stadt Gent ist er sogar bereits Praxis, hier gibt es Dutzende vegetarische Restaurants und Geschäfte. Eigentlich keine schlechte Sache, oder?

Nun wurde von der Bild entdeckt, dass auch die Grünen in ihrem Wahlprogramm die Einführung eines Veggie Days in öffentlichen Kantinen fordern. Ein regelrechter Aufschrei ging durch die Medien, laut einer Forsa-Umfrage fühlt sich knapp die Hälfte der Deutschen bevormundet, allein bei dem Gedanken daran, einmal Mittags kein Fleisch zu bekommen.

Fleisch? Das muss sein. Hier empört sich der Deutsche, verteidigt seine Freiheit, wenn nötig sogar in der Kantine.

Günstig und in Massen wollen wir es essen. Da verwundert die nächste Meldung kaum: Hochleistungszüchtung tut den Tieren nicht gut.

Mehr Milch, mehr Fleisch, mehr Eier in immer weniger Zeit. Dass das nicht gesund sein kann, ist klar. Dass Medizin im Spiel ist, sowieso. Auch dieser Skandal ist seit Jahren bekannt, vielleicht länger noch, als der Veggie Day überhaupt existiert. Doch hier bleibt der Aufschrei eher leise.

Denn wirklich etwas ändern zu wollen ist mühsam. Man müsste sich ja Gedanken machen und Gewohnheiten umstellen. Der Gang zum Bauern im Dorf ist meist umständlicher und teurer, als alles zusammen im Supermarkt zu kaufen. Will man also seine Essgewohnheiten umstellen oder lieber sein Recht auf Fleisch von gedopten Kühen verteidigen?

Man könnte es ja mal versuchen, genug Gründe gibt es ja immerhin.

Vielleicht morgen.

23:09 14.08.2013
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Geschrieben von

Pascal Schneider

Student Soziologie und Politikwissenschaften in Frankfurt.
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Pascal Schneider

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