Wie eine Invasion durch Ausserirdische

Moderne Machtpolitik Wenn man die politische und wirtschaftliche Landschaft kritisch betrachtet, könnte man den Eindruck gewinnen, dass Außerirdische die Macht übernommen haben.
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"Die Außerirdischen sind gelandet!"
Keine Angst, ich bin nicht durchgeknallt. Aber manchmal komme ich mir vor, als ob es jenseits der Welt, in der ich lebe, noch eine andere gibt und das auf dem gleichen Planeten. Und ich meine das jetzt nicht religiös!
Die Welt, in der ich lebe, die kleine Welt der einfachen Leute, verläuft nach vielen Regeln, die wir gemeinsam befolgen und respektieren.

Das ganze ist dynamisch, verändert sich und so muß es ja auch sein, denn neue Bedingungen erfordern neue Antworten. Das ist natürlich ein spannungsreicher Prozess mit Auseinandersetzungen, aber im letzten doch ein Prozess mit nachvollziehbaren Entwicklungen und Regeln.

Grundlegend ist dabei immer der Wille, im Frieden zu leben, möglichst gerechte Verhältnisse zu schaffen, ein menschenwürdiges Leben führen zu können und ähnliches mehr.
Aber offenbar gibt es neben dieser Welt eine Welt, die sich an anderen Regeln orientiert. Eine Welt, wo das, was uns "kleinen Leuten" wichtig ist, nicht mehr gilt. Gern schmückt man sich in dieser Welt mit der Attitüde des größeren Überblicks, der höheren Verantwortung und vergisst dabei nur allzu leicht, dass man auch hier nur mit Wasser kocht, wenn auch wesentlich heißer.
Wenn ich zum Beispiel Menschen auf den Steuerskandal von Uli Hoeneß anspreche, erlebe ich immer wieder, dass argumentiert wird, dass Menschen, die so leben, wie du und ich, das nicht verstehen können, dass aber ... Nein, kein Aber, ich verstehe das nicht, weil es menschlich nicht verständlich ist, dass man immer und immer mehr jenseits des Vorstellbaren haben muß. Eine solche Mentalität ist für mich allenfalls Therapiebedürftig, aber nicht verständlich.
Aus dieser Geisteshaltung, dass es nie genug gibt, der institutionalisierten Gier, die immer mehr unsere Wirtschaft und Politik fasst, erwachsen Ungerechtigkeiten ohne Ende. Der kleine Mensch auf der Strasse und das sind am Ende du und ich, ob wir denn in Deutschland, Ägypten, Syrien, Afghanistan oder der Ukraine leben, gilt gar nichts mehr, wo die Mächtigen ihre Spiele spielen. Ist es legitim, eine ganze Stadt mit allen ihren Bewohnern einzukesseln, weil in dieser Stadt Verwaltungsgebäude besetzt sind? Ist es gerecht wegzuschauen, wenn hunderte zum Tode verurteilt werden, nur weil ihre Geisteshaltung nicht in unsere "weltpolitisches" Ziel passt. Kann es sein, dass immer wieder in bestehende Verhältnisse von außen eingegriffen wird, um die Menschen von etwas zu befreien und im Nachhinein läßt man sie mit den Trümmern allein? Mit den Trümmern, sprich mit der anschließenden Desorientierung, dem Terror der Milizen, dem Konflikt der Religionsgruppen, so wie es in Libyen geschieht, letztlich auch im Irak und in Afghanistan, Ländern, in denen ganz und gar kein Friede durch die Intervention entstanden ist, geschweige denn, dass die so oft beschworene Demokratie wirklich stark wäre und in den Herzen wurzeln würde.
Was hat das alles mit den Menschen in diesen Ländern zu tun?
Sie werden zu Opfern einer Politik, die nur die eigenen Interessen im Auge hat, die sicherheitspolitischen und die wirtschaftlichen. Oder ist die Destabilisierung vieler Länder am Ende ein eigenes Programm? Je mehr die Länder islamischer Prägung mit sich selbst beschäftigt sind, desto weniger handeln sie außenpolitisch im eigenen Sinne?
Je mehr Europa im Kern einen eigenen schwärenden Konflikt hat, desto weiter ist es von einer wirklichen Einigung entfernt?
Wie man sich auch stellt - und ich weiß, dass meine Argumente hier oberflächlich sind und ich sie weiter profilieren sollte - hat man wirklich das Leben derer im Sinn, die uns allen die Nächsten sind? Ich habe meine Zweifel, wo über dem sogenannten "Großen und Ganzen" die Probleme gern übersehen werden, die in den eingreifenden "Helferländern" in Ost und West selbst bestehen. Den Splitter im Auge des anderen zu sehen, um dem Balken im eigenen nicht zu Leibe rücken zu müssen, scheint mir auch eine Strategie der gegenwärtigen Weltpolitik aller Couleur zu sein.

17:49 04.05.2014
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Geschrieben von

Pastor Ralph

Pastor in der evangelischen Kirche, Freizeitblogger.
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