Die Welt ist ein Flughafen

Überwachungsprogramm In den letzten Tagen wurde ich auf eine gute Metapher bezüglich der Problematik der Freiheitseinschränkung durch Überwachung gestoßen. Diese möchte ich kurz erläutern.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

http://teleschirm.info/img/464-0-0-dubai-airport-aerial-view.jpg

Zunächst einmal möchte ich den Urheber der Metapher hervorheben. Der Benutzer Praxis schrieb auf Medium.com einen Artikel mit dem Namen „The World Is Now an Airport“. Ich möchte ihm für diesen Artikel hier auf diesem Wege danken.

Ich finde diesen Gedanken so ausgezeichnet, da diese Metapher etwas schafft, was man sonst vielleicht nicht so vollbringt. Sie schafft es den Menschen, die sich nicht so sehr für die Problematik der Überwachung und den einhergehenden Freiheitsentzug interessieren, aufzuzeigen wie Menschen sich verhalten, wenn sie das Gefühl haben überwacht zu werden.

Am Flughafen ist das gut zu beobachten, denn am Flughafen ruft niemand laut durch das Terminal, man nimmt bestimmte Gegenstände nicht mehr mit um Probleme zu vermeiden und man surft vielleicht nicht mehr über den Hotspot auf eventuell fragwürdigen Websites. Man überlegt sich gegebenenfalls ob man einen Link zu einem bestimmten Artikel nun teilt oder lieber nicht um keine Probleme bei der Einreise in die USA, Großbritannien oder andere Staaten zu bekommen.

Am Flughafen lässt man alle Schikanen über sich ergehen, denn es macht ja offenbar Sinn, dass mir der Sicherheitsmann beim Einchecken zwischen die Beine fasst oder ich mein Schuhe ausziehen muss – ich könnte ja schließlich Waffen, Bomben oder Messer dabei haben. Am Terminal bleibe ich ruhig und gesittet, ich mache keine hektischen Bewegungen oder einen nervösen Eindruck.

Der Flughafen ist ein Ort über den man eigentlich nicht in Bezug auf die Überwachungsproblematik redet. Dort sind Kameras, die mich beobachten, dort sind Polizisten, die unter Umständen mit Maschinenpistolen bewaffnete Streifengänge im Gebäude machen. Das passiert offen und für jedermann gut sichtbar. Es soll ein abschreckendes Signal an alle sein: Macht bloß nichts Falsches!

Auf dem Flughafen haben wir alle unser Verhalten bereits geändert. Auf dem Flughafen ist es gut zu beobachten, dass Menschen ihr Verhalten verändern, wenn sie sich beobachtet und / oder (indirekt) bedroht fühlen. Auf dem Flughafen kann es jeder Mensch, der nicht begreifen will, dass Überwachung eine Verhaltenskontrolle durch eine andere Person darstellt, der sollte einmal auf den Flughafen gehen und sich dort die Menschen ansehen, wie sie ihr Verhalten anpassen.

Dieser Artikel erschien am 13.12.2014 zu erst auf meinem Blog teleschirm.info, welcher sich mit Datenschutz und Technischen Aspekten beschäftigt.

15:53 14.12.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Patrick Pehl

"Gern dien' ich den Freunden, doch tu' ich es leider mit Neigung / Und so wurmt es mir oft, dass ich nicht tugendhaft bin." [F. Schiller, 3.Periode]
Patrick Pehl

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