Paul Duroy

Der Weg in die neu aufgeklaerte und entspannte Gesellschaft ist moeglich und noetig
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Paul Duroy
RE: Die Lumpenhaftigkeit des Journalismus | 20.12.2017 | 14:43

Ich gebe zu, dass man es in Zeiten von ubiquitärer Kommunikationsdressur duch Facebook und Google sicher nicht mehr gewohnt ist, sich geduldiger mit einem längeren Text (wenn nicht dem ''Gesamtwerk'') zu befassen, aber als Nichtnutzer dieser ''sozialen Medien'' adressiere ich diejenigen Rezipienten, die zu lesen und zu verstehen wissen, die sich Zeit nehmen, einem Text gerecht zu werden und nicht vorwiegend an Freunde der wie auch immer bedingten Lakonie.

RE: Die Lumpenhaftigkeit des Journalismus | 18.12.2017 | 15:36

Erst einmal danke für Ihre geduldige Lektüre und die sehr anknüpfungsreichen Anmerkungen. Zum Format habe ich unten bei Magda schon geantwortet. Tatsächlich hat sich hier beim Schreiben eine Textbestie entwickelt, die man vielleicht noch einmal in Zügeln hätte halten können. Insofern wurden nun dilatorisch weitere ergänzenswerte Aspekte auf ein ungewisses ''Nächstens mehr...'' überantwortet. Dem spielerischen Aspekt allerdings, ein unzeitgemäß episches Format auf den Leser abzuwälzen als ein provokantes Ärgernis, das vielleicht Diskussionen zeitigt, konnte ich mich nicht ganz entziehen.

Zu ergänzen sind, auch nach Ihren Anmerkungen: die Definition ''kritischer Medien'' und ihre Abgrenzung zu den ''klassischen Medien'', die in diesem Text mehr in den Vordergrund gerieten. Die Bedingungen ''kritischer Medien'' im 21. Jahrhundert, der Fokus auf die lange Historie der Produktion von Realität durch die Medien, die definitiv nicht erst eine Erfindung dieses Jahrhunderts ist.

Ihren eigenen, im Kommentar verlinkten Text werde ich in nächster Zeit in Ruhe lesen und kommentieren.

RE: Die Lumpenhaftigkeit des Journalismus | 18.12.2017 | 15:23

Nicht aufgeblasen, sondern sich Zeit genommen. Form kann kaum Inhalt erschlagen, insofern hinkt die Metapher etwas. Eher ist die Form ungewöhnlich für das Format, wie oben von iDog angedeutet. Aber damit kann ich leben, wer lesen und verstehen mag, wird lesen und verstehen. Hätte ich dies nach Art der Zunft geschrieben, die ich bemängele, so wäre ich mir selbst nicht gerecht worden.

Was ich zugebe: ich hätte drei, vier Artikel daraus machen können. Aber andererseits ist es ein verspieltes Unterfangen, die Ungeduld des ''modernen Lesers'' zu reizen mit barocken Monumentalformaten. Aber ich dulde natürlich auch das kursorische Rosinenpicken.

RE: Make Trump great again! | 03.02.2017 | 17:29

Mir bleibt nichts anderes, als Ihnen zuzustimmen, was die Abwehr der rechten Populisten angeht. Es muss wieder sozialer in der Marktwirtschaft zugehen. Der aufscheinende Siegeszug des Rechtspopulismus ist die Kehrseite gescheiterter ökonomischer Wunschvorstellungen, die seit Jahrzehnten nur Rentiergarantien für sog. ''Leistungsträger'' hervorgebracht haben (vgl. VW-CEO Martin Winterkorn).

Die Globalisierung hat zwar die Weltmärkte prosperieren lassen, jedoch insgesamt Reichtum fehlalloziert. Ja, wird der neoliberale Ökonom sagen: das Wirtschaftswachstum hat nach aller Empirie in den meisten Ländern doch nachweislich zugelegt. Ja, mag sein: bloß um welchen Preis (Stichwort: externe Kosten) und wo hat sich der Reichtum alloziert? Davon schweigen die Marktliberalen lieber.

Der Industrie-Arbeiter, der jahrelang in seiner Firma für einen guten Lohn am Band stand, jetzt aber nach einer Phase der Arbeitslosigkeit zB als Zeitarbeiter, vermittelt über ein Jobcenter, wieder neu in denselben Betrieb ''eingegliedert'' worden ist, nun aber für die gleiche Arbeit um bis zu 2/3 weniger seines Ursprungslohnes nach altem Vertrag verdient, mag sich bei der Wahl also überlegen, warum er nicht populistisch wählen sollte.

Das Grundeinkommen wäre sicher ein starker und bekenntnisreicher Weg, die Marktwirtschaft und die Gesellschaft wieder sozialer zu machen. Aber soviel Courage erwarte ich nicht aus den Kreisen regierender Parteien.

RE: Ich bin Dein Text. Genieße mich. | 03.10.2016 | 12:40

Aussie, wenn bei mir eine Essenz Ihres Kommentares bleibt: Sie können auch wütend...das gefällt mir! Wie ich schon sagte: mein Text war eine Anlasserregung, will heißen: mit cholerischer Schreibhaltung konnte von allem Anfang gerechnet werden. Da ich unter dem Einfluss des Zornes längst nicht alle Aspekte kritisch verknüpfen konnte, verwies ich eher arrogant als patriarchal auf mein Gesamtwerk, weil niemand gern so völlig verkannt wird. Der patriarchale Gestus und nun seien Sie einmal aufrichtig mit sich selbst, kam der nicht eher aus Ihrer Richtung, Stichwort: ''Jaja, die Jungschen...?''

Gut, lassen wir das jetzt, ich mag diese argumenta ad hominem immer nicht. Wenn Ihnen die Aussage im Text fehlt, muss und kann ich damit leben. Zur Diskussion wurde hier übrigens einiges gestellt, vor allen Dingen, wenn man auf das Gesamtwerk schaut;)! Im übrigen meine ich herauszulesen, dass Ihnen der Text so schlecht gar nicht bekommen ist.

RE: Ich bin Dein Text. Genieße mich. | 03.10.2016 | 12:25

Hallo Niklas Buhmann! Danke für Ihren/Deinen Kommentar (Anrede bitte aussuchen, sonst gelte ich hier, wie einer der Vorkommentatoren oben meint, noch als Patriarch...wobei: hat was;)...jedenfalls eine sehr wohltuende Stellungnahme, nachdem sich hier die geballte Altersweisheit einiger Vor-Kommentatoren zunehmend off-topic in meiner Kommentarleiste wie auf einer Spielwiese austobt.

Übrigens gehts mit den Komplimenten ja mitunter wie beim Tennis zu: der Ball kommt umgehend zurück. So auch hier: mir gefällt u.v.a. Ihr/Dein Text ''Dry T-Shirt-Contest im Call-Center'' phänomenal. Da erkenne ich einige der Aspekte wieder, die auch mir hier zu schaffen gemacht haben.

RE: Ich bin Dein Text. Genieße mich. | 02.10.2016 | 12:52

Dann will ich Sie mal ansprechen, Aussie42, und über Bande auf Heinz spielen, der ja weitgehend d'accord mit Ihnen zu gehen scheint und Sie als Sprachrohr seiner fragmentgebliebenen Kritik auffasst.

Verstehe, Sie gönnen sich im Gestus der Weisen vom Berge (ein wenig pejorativ muss ich werden, Sie werden mir das nachsehen) eine Art von historisch-relativierenden Überblick über die Erregtheit, verbinden das Ganze mit einer Prise Linkenschelte aus dem auch schon etwas verblätterten Kapitel ''Selbst schuld: das fällt den Linken jetzt alles wieder vor die Füße'' (eine dabei aber durchaus angebracht Linkenschelte, jedoch vielleicht doch ein wenig arg aufs große Gesamtbild der Zeitläufte gespannt gespannt, zumal wenn man berücksichtigt, dass dieser Artikel explizit in die literarische Gattung der 'Anlasserregung' fällt, die immer ephemerischen Charakter trägt und das nicht verleugnet. In einer zweiten Bewegung, die aber aufmerksamere Lektüre des ''Gesamtwerkes'' fordert, will der Text in eine ganz andere Richtung, die über den bloßen Anlass der Erregung hinausweist: dazu bitte in den Folgemonaten weiterlesen (wenngleich ich Sie dazu nicht dingen möchte).

Immerhin ist Ihnen in Ihrer betonten Entspannung gegenüber diesen Themen das Ganze eine Replik aus dem fernen Sydney wert, da kann es ja so egal nicht gewesen sein. Wobei ich gar nicht in Abrede stellen möchte, dass ich nach einigen weiteren hinzugewonnen Lebensjahrzehnten mich auch gern von der 'clementia aetatis'' sanft in warme Hüllen schmiegen lasse, die mir mehr Indolenz gegenüber den Erregbarkeit der pulsierenden Moderne gewährt, eine Indolenz vielleicht sogar bis auf den Punkt hinaus, an dem ich nicht einmal mehr Repliken auf altersweise wirken wollende Repliken verfertigen muss.

Für jetzt aber verfüge ich nicht über diese Ressource, daher müssen Sie mir verzeihen. Sie werden dies altersgemäß leicht vollziehen können.

RE: Ich bin Dein Text. Genieße mich. | 01.10.2016 | 21:36

Was meinen Sie? Die Kritik(?) sollte deutlicher formuliert werden, ich verstehe zB jetzt mal so gar nicht, in was für eine Richtung sie zielt.

RE: Ich bin Dein Text. Genieße mich. | 30.09.2016 | 12:50

Das würde man sich zumindest wünschen, dass die Werbeagenturen scheitern, aber eventuell bleibt das leere Hoffnung. Da wie gesagt das kritische Denken bei den meisten Consumern oft nicht einmal einsetzt. Formen der Werbung nicht hinterfragt, sondern hingenommen und dann als ''Realität'' eingepreist. So gewährt man den Agenturen freie Hirnkapazitäten, die selbige als Andockstelle zum Kolonialisieren des ''Denkens'' des Konsumenten benutzen können.

Die Ausweitung der comfort zone für den Konsumenten schreibt dieser dann der Company gut. ''Ach, wie schön, man duzt sich jetzt überall und das Unternehmen und seine Produkte wollen mir nur Gutes.''

Jetzt müsste man sehr weit ausholen und exkursorisch über gelebte Suffizienz-Wirtschaft reden, die solche Formen der Annäherung sowieso überflüssig machen würde. EINEN Du-Imperativ werden die Company-Schergen ganz sicher nie bringen: ''Du brauchst nichts mehr. Du bist schon schön so, wie du bist, drum verzichte!''...DIESE entspannende Botschaft bringen sie nichts aufs Tapet.

RE: Ich bin Dein Text. Genieße mich. | 30.09.2016 | 10:11

Ursus, besten Dank für Deinen Verweis auf Tilo Jung. Bei dem ist das natürlich wieder strategisch inszeniert und somit macht es mich nicht wütend, sondern findet seine wohlüberlegte Berechtigung. Hier ist das Du ja auch eine Minderung der Autoritätsschwellen, die von UNTEN kommt! Die sich salben wollende Autorität der Politiker wird durch das ungefragt naive 'Du' der Anrede überrumpelt und weggeschliffen. In diesem speziellen Fall ist das Ganze also eine super Sache und man darf die Pikiertheit des ein oder anderen Politikers dabei (Gysi nimmts ja souverän) vorbehaltsfrei genießen. Dann wiederum muss man auch sagen: auf den Bundespressekonferenzen wiederum muss auch der gute Thilo Abstriche machen und siezt u.a. Merkels Sprecher Seiher-Bert, Verzeihung: Seibert dann doch. Aber er stellt immerhin Fragen, die die üblichen politischen Phrasen demaskieren und entkleistern und das gefällt sehr!