RE: Köln ist nicht Kairo | 07.01.2016 | 20:24

"ich könnte sie auch unterscheiden"

Jeder kann das, dennoch redete die Polizei zunächst von Nordafrikanern, zum Entsetzen ihrer Kollegen: http://www.welt.de/politik/deutschland/article150735341/Die-meisten-waren-frisch-eingereiste-Asylbewerber.html

Wieso? Statt Kulturrelativismus zu betreiben, sollten Sie besser nach diesem Vorbild differenzieren: http://www.nzz.ch/feuilleton/phallisch-aggressives-verhalten-1.18673539

RE: Köln ist nicht Kairo | 07.01.2016 | 20:00

Wie schnell sich doch Vorurteile ("Wie wahrscheinlich ist es, dass syrische Flüchtlinge, ....") im Laufe eines einzigen Tages als solche erweisen können. O si tacuisses: http://www.welt.de/politik/deutschland/article150735341/Die-meisten-waren-frisch-eingereiste-Asylbewerber.html

RE: Operation Regime Change | 05.07.2015 | 00:04

Normierung von Meinung gibt es nicht nur dank der Meinungsmache durch die Mainstream-Medien sondern auch, viel subtiler, dank der unverstandenen und nicht als deutsche Identität akzeptierten deutschen Geschichte. Das kann man im obigen Blog gut beobachten:

Da wird in Griechenland nach den bisherigen nationalistischen Regierungen (soz.-dem., kons.) eine neue, aus Linksnationalisten (Syriza) in Koalition mit Rechtsnationalisten (ANEL), gewählt, die die bisherige Politilk fortsetzt, welche darin besteht, weder die aufgeblähte Armee noch den aufgeblähten öffentlichen Dienst (25 % aller Erwerbstätigen!) um die nötigen 30-40 % (headcount) zu reduzieren. Das wäre ja, so hört man, eine unerträgliche Sparsamkeitspolitik, die man verdeckend auch als "Austeritätspolitik" bezeichnen kann.

Linksnationalisten - klingelt da was? Hatten wir nicht schon sowas? Damals nannten sie sich hierzulande Nationalsozialisten und ihr Hauptargument war der "Schandvertrag von Versailles" - genau wie heute das Hauptargument ihrer griechischen Nachfolger von Syriza der "Terrorismus" (Vroufakis) der EU ist, der das griechische Volk "knechten" soll. Hinsichtlich ihrer nationalistischen Propaganda sind m.E. Varoufakis/Tsipras schlechte Kopien von Geobbels/Hitler, was bis in die Details geht: Das "oxi" Plakat mit einer verzerrt hässlichen Schäuble-Fratze erinnert all jene, die davon was wissen (wollen), doch sehr an die "Judenfratzen", mit denen seinerzeit gegen das internationale von der (jüdischen) Wallstreet gesteuerte Finanzkapital gehetzt wurde.

Unbegreiflich ist mir, wie sich hierzulande ein vorgeblich "linkes" Bewusstsein mit der Unterstützung der protofaschistischen Syriza-Bewegung vereinbaren lässt. Fällt keinem auf, dass der Referendumsbeschluss von Syriza, ANEL und der faschistischen Morgenröte gemeinsam gegen Kommunisten, liberale, soz.-dem, und konservative Demokraten verabschiedet worden ist? Welch ein unheiliger Bund!

Die Blindheit hiesiger "Linker" gegenüber nationalsozialistischen Entwicklungen im Ausland kann wohl nur verstanden werden, wenn eine fehlende sachlich-intellektuelle Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte unterstellt wird.

RE: Operation Regime Change | 04.07.2015 | 09:44

5 % aller Polen, 5,7 % aller Deutschen und ca. 10 % aller Greichen sind im öffentlichen Dienst beschäftigt. Davon sind in Polen 5,5 %, in Deutschland 37 % und in Griechenland 80 % Beamte.

Wenn Resteuropa den Griechen (egal ob Nea Demokratia, Pasok, oder Syriza) sagt, sie sollten doch bitte ca 30 % Personal im Staat einsparen, dann wird diese Forderung, die den Staatshaushalt und die drohenden Pensionslasten nachhaltig sanieren könnte, von den Griechen jeder Couleur als unsoziale Austeritätspolitik abgelehnt. Auch die meisten Foristen scheinen diese Meinung zu teilen.

Aber wollen Sie mit Ihrem Steuergeld griechische Beamte bezahlen oder nicht doch lieber das Gehalt der Mitarbeiter der nächsten KiTa um die Ecke erhöhen?

Quellen: Wikipedia und DGB (http://www.beamten-magazin.de/aktuelles_2013_bm_10); die gerne angeführte OECD Studie "Government at a Glance 2013", die Griechenland einen viel kleineren öffentlichen Dienst bescheinigte, beruht auf "griechischen Zahlen" aus dem Jahre 2008 (Griechenland hat erstmals 2010 seine öffentlichen Angestellten tatsächlich gezählt); apropos "griechische Zahlen": 2009 sprang das Defizit durch Nachzählen plötzlich von 3,7 % auf 12,7 %.

RE: Operation Regime Change | 04.07.2015 | 09:44

5 % aller Polen, 5,7 % aller Deutschen und ca. 10 % aller Greichen sind im öffentlichen Dienst beschäftigt. Davon sind in Polen 5,5 %, in Deutschland 37 % und in Griechenland 80 % Beamte.

Wenn Resteuropa den Griechen (egal ob Nea Demokratia, Pasok, oder Syriza) sagt, sie sollten doch bitte ca 30 % Personal im Staat einsparen, dann wird diese Forderung, die den Staatshaushalt und die drohenden Pensionslasten nachhaltig sanieren könnte, von den Griechen jeder Couleur als unsoziale Austeritätspolitik abgelehnt. Auch die meisten Foristen scheinen diese Meinung zu teilen.

Aber wollen Sie mit Ihrem Steuergeld griechische Beamte bezahlen oder nicht doch lieber das Gehalt der Mitarbeiter der nächsten KiTa um die Ecke erhöhen?

Quellen: Wikipedia und DGB (http://www.beamten-magazin.de/aktuelles_2013_bm_10); die gerne angeführte OECD Studie "Government at a Glance 2013", die Griechenland einen viel kleineren öffentlichen Dienst bescheinigte, beruht auf "griechischen Zahlen" aus dem Jahre 2008 (Griechenland hat erstmals 2010 seine öffentlichen Angestellten tatsächlich gezählt); apropos "griechische Zahlen": 2009 sprang das Defizit durch Nachzählen plötzlich von 3,7 % auf 12,7 %.

RE: Und wieder mal die Welt verbessert | 13.06.2015 | 09:25

"Kritik an den Gipfelergebnissen ist schwierig..." - Häh??

Da werden gleichzeitig die Eingrenzung der globalen Erwärmung (max 2 Grad) und die Förderung des freien Handels (TTIP) angestrebt - welch ein leicht zu kritisierender Widerspruch:

Mehr globaler Handel => mehr Verkehr => mehr CO2 => mehr und nicht weniger globale Erwärmung

Diese Logik der Globalisierung ist, bei einer auf CO2 Verbrennung beruhenden Verkehrswirtschaft die wahre Botschaft des Gipfels. (Oder wurde da etwa über die Rückkehr zur Segelschiffahrt und die Halbierung des Flugverkehrs in den nächsten 10 Jahren geredet?)

RE: Das letzte Gefecht | 13.06.2015 | 08:54

Die Debatte geht - typisch für den Zeitgeist, den Augstein und Blome unisono vertreten - am Problem vorbei:

Es wird (fälschlich, aber ganz der Diktion der Schwulenvebertreter in allen Bundetagsparteien folgend) behauptet, Ehe diene dem Schutz von Liebe und Füreinander-Einstehen Erwachsener.

Wäre das so, dann könnten auch Geschwister heiraten und Inzest wäre kein Problem. Dass das verboten ist, liegt aber an der Sorge um die Gesundheit des Nachwuchses solcher Verbindungen, d.h. Ehe zielt auf Nachwuchs und entsprechend wollen heterosexuelle Paare, die die Ehe eingehen in der Regel eigene Kinder bekommen. Dass das nicht immer klappt und datrüberhinaus Ehen mit 2 und mehr Kindern heute selten geworden sind, ist ein unseliges Produkt der aktuellen kapitalistischen Gesellschft, die den Arbeitszwang als höchste Lebensfreude speziell für junge Frauen darstellt und durch miese Bezahlung das "Doppelverdienen" erzwingt.

Homosexuelle Partner können dagegen nur durch Adoption zu Kindern kommen (ansonsten feiern sie ihre Zweisamkeit als Glück, die von von heterosexuellen Paaren, so es dabei bleibt, dagegen zumeist als Unglück empfunden wird). Damit stehen Praktiken der modernen Kinderbeschaffung wie Leihmutterschaften (bei Männern) und anonyme Samenspenden (bei Frauen) im Fokus, die auch gelegentlich von kinderlosen heterosexuellen Paaren als Ausweg aus ihrem Unglück gewählt werden. Was damit den Kindern, denen damit ihre leiblichen Eltern entzogen werden, angetan wird, das interessiert in der aktuellen Debatte kaum jemanden (außer, bei Leihmutterschaften, gelegentlich die Autoren von Fernsehkrimis). Ebensowenig interessiert, dass z.B. anonym gezeugte Kinder m.W. recht häufig (Statistiken gibt es dazu leider nicht) als junge Erwachsene zur Traumabewältigung die Praxen von Psychotherapeuthen aufsuchen.

Wenn man, wie ich, generell gegen solche Praktiken der Kinderbeschaffung ist, kann man konsequenterweise kein Freund der Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit heterosexuellen, auf Kinder zielenden Ehen haben. Dass sich ein dummer SPD Staatssekretär erdreistete, sich über das Unglück der Kinderlosigkeit von Frau Merkel lustig zu machen, zeigt das ganze Elend der Debatte.

RE: Was will der Imam? | 10.01.2015 | 02:19

Ehemaliger Nutzer:
(1) A propos AT:
Jesus war Jude und hat die Gebote des AT (etwa "Ihr sollt eure Feinde jagen, und sie sollen vor euch her ins Schwert fallen" 3. Mose 26,7) durch den neuen Bund ersetzt
("Ihr habt gehört, daß gesagt ist: "Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen." Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf daß ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte." Mt 5, 43). Das AT ist lediglich dazu da, damit man verstehen kann, was an der christlichen Lehre neu ist, die sich insbesondere nicht auf die "Kinder Israels" beschränkt sondern an alle Menschen richtet.

(1) A propos "Disclaimer". Um Distanzierungen geht es nicht. Da die Islamisten aus muslimischen Gemeinden kommen, ist es vielmehr Sache dieser Gemeinden (d.h. ihrer religiösen Führer) diese Verbrecher zu isolieren, ihren Predigten öffentlich und entschlossen entgegenzutreten, sie daran zu hindern Anhänger zu werben etc. Wenn das die Führer der islamischen Gemeinden nicht selbst tun, dann tun's andere und es besteht die Gefahr dass alle Muslime haftbar gemacht werden - das kann niemand wollen.

RE: Die Guten und das Böse | 10.01.2015 | 01:48

Habe mit einigermaßen gesteigerten Entsetzen oben an diversen Stellen gelesen, die unsensiblen Karikaturisten seien ja selbst schuld an ihrer Ermordung und überhaupt könne man die Islamisten verstehen angesichts der Verbrechen des westlichen Kolonialismus/Imperialismus gegenüber der islamischen Welt (Kriege im Irak, ...).

Wow: Auge um Auge ... heißt diese Logik und die Autoren finden diese alttestamentarische Logik auch noch richtig. Und ich hatte bislang gedacht, wir lebten im christlichen ("Liebet Eure Feinde...") Abendland oder wollten dies zumindest.

Aber nein: "Auge um Aug find ick jut" lautet die Parole der ganz und gar unchristlichen und nicht auf Versöhnung bedachten Mit-Leserbriefschreiber, die hinterhältige Mordtaten an respektlosen Karikaturisten (und zufälligen Besuchern eines koscheren Einkaufszentrums), ganz nach dem Motto "die Juden hatten Auschwitz seinerzeit auch verdient", zu rechtfertigen belieben.

RE: Was will der Imam? | 29.12.2014 | 22:10

Das habe ich verstanden: "Verteidigungsfall" - möglicherweiser richtig - aber Jesus von Nazareth kennt keinen "Verteidigungsfall", den die "Rechtschaffenen" Moslems gelegentlich in der Sicherheit ihrer Rechtschaffenheit ausrufen - da gilt dagegten ABSOLUT: "Liebet Eure Feinde!" -
Aber die Frage an die Moslems geht anders: Wo sind Eure Demos gegen IS und Boko Haram?