Russland könnte den Balkan eigentlich vergessen

PRIORITÄTEN Schon seit 1990 waren für Moskau die Beziehungen zum Westen stets wichtiger als die traditionellen Bindungen an Jugoslawien oder andere südosteuropäische Staaten
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Auffallend schnell hat Russland den Fall Slobodan Milosevic zu den Akten gelegt und dessen Nachfolger den roten Teppich ausgerollt. Inzwischen wird in Moskau gern der Eindruck erweckt, der Balkan gehöre schon lange nicht mehr zu den strategischen Interessensphären. Der Brain-Trust im Dunstkreis Wladimir Putins ist erkennbar bemüht, den Präsidenten auf einen pro-westlichen, pro-atlantischen Kurs zu führen.

Analysiert man die Beteiligung Russlands am jüngsten Machtwechsel in Belgrad und bedenkt dabei, was es tatsächlich zu beeinflussen vermochte, zeigt sich, dass sogar dieser brisante weltpolitische Konflikt für Moskau einen eher untergeordneten Rang einnahm. Es lässt sich noch so viel über eigenständige Politik »in der Region eines