Pedram Shahyar

Blog aus den Metropolen des globalen Aufstandes
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Pedram Shahyar
RE: Antiimperiale Solidarität verbinden! | 17.03.2015 | 17:30

Wenn du Taz nicht über eine Bewegung lästert, dann ist sie nicht ernst zu nehmen :)

RE: Vor der Explosion | 29.06.2013 | 16:57

Liebe Freunde, diesen Blog hab ich von Berlin aus geschrieben. Ich stütze mich dabei auf meinem Kontakt mit Aktivisten vor Ort und der ägptischen Presse.

RE: Die Mursi-Brüder | 10.12.2012 | 05:19

Das Militär verhält sich neutral. Ihre Erklärung am Samstag war sicher keine Rückendeckung für Morsi.

RE: Die Mursi-Brüder | 09.12.2012 | 01:54

Lieber Lutz

Al Shatr ist der mächtigster Mann der Brüder, und zur Zeit der harte Flügel. Während Morsi den sanften Moderaten spielt, der nach Dialog ruft, hat Shatr in seiner Pressekonferenz am Samstag die Opposition als unislamisch bezeichnet, die die Sharia sabotieren wollen. Ferner meinte er, 80% der Demonstranten seinen Kopten, also voll auf die religiöse Karte gesetzt. Er wäre sicher nicht die bessere Lösung gewesen, sondern ist der harte, bei den Demonstranten noch verhassterer Typ.

Und auch sonst wird in der westliche Wahrnehmung die aprupte Machtverlust der Brüder kaum rezipiert. Sicher, sie waren mächtig und haben im letzten Jahr das Spiel der Macht recht klug gespielt. Aber in Zeiten der Revolution ist die Arithmetik der Macht anders und sehr viel dynamischer. Die Brüder haben in einem Jahr soviel verspielt, das alle hier überrascht. Sie können zum ersten Mal nicht mehr auf eine solide Mehrheit hoffen, und das ist wirklich neu in der politischen Grographie Ägyptens.

Liebe Grüße aus Kairo, Pedram Shahyar

RE: Ein Jahr danach: Wo steht die Revolution in Ägypten? | 25.01.2012 | 22:53

Liebe(r) Anchesa
meiner Ansicht nach kann niemad, also keines der politischen Blöcke, zur Zeit alleine das Land ordnen. Die Muslembrüder sind die schlauesten innerhalb der Elite, und drängen deshab auch nicht alleine zu Macht, sie spielen das Spiel der Macht sehr langsam. Die Armee hat versucht schenll zu spielen und vieles dadurch an Boden verloren.
Sicher wird der Islam in der neuen politischen Ordnung Ägyptens eine große Rolle spielen - aber das ist auch nur selbstversändlich, betrachtet man die religiöse Dominanz in der Alltagskultur dieses Landes. Allerdings dominiert, trotz der überaschenden Wahlerfolg der Salafisten ein moderater Islamverständnis, wofür die Al Azhar Mosche steht. Diese wichtigste Institution des Sunitentum hat sich immerwieder für den Erhalt von individuellen Freiheiten ausgesprochen. Das Land ist sehr relogiös konservativ, so wird dies auch die Politik prägen, aber mit Taliban oder eines islamistischen repressiven Staates wie im Iran hat dies nichts zu tun.

RE: Die Konterrevolution schläft nicht | 10.03.2011 | 01:56

die Rolle der Muslimbrüder ist nicht übersichtlich. Aktivisten erzählen mir, dass sie eine halbintegrierte Position im Mubbaraks System hatten. Sie waren die ersten Tage des Aufstands nicht dabei und später jedenfalls keine Mehrheit auf dem Tahrir. Ihre Parolen für einen islamichen Staat wäre von der Masse nicht befolgt und sogar aktiv zurückgewiesen worden. Die schlimmeren Islamisten sind die Salsfisten, die auch halbintegrierten waren. Die Staatssicherheit war eng mit deren militanten Aktivisten verwoben. Sie werden auch hinter der aktuellen Angriffen auf die Christen vermutet. die Muslimbrüder werden sowohl von den liberalen auch auch den linken Aktivsten, mit denen ich gesprochen habe nicht als die große Gefahr gesehen.
Zur zeit tendieren sie stark zu Armee und wollen keine weiterführung der Revolution und ihre Dynamik bremsen.