RE: Unsichere Lage im Tschad | 06.05.2021 | 21:15

Ein paar Beiträge zur FACT. Die Türkei operiert nicht in der Sahelzone. Da behauptet halt die LNA, weil das besser klingt, als wenn man einräumen müsste, dass die eigenen Söldner im Nachbarland einen schrecklichen Bürgerkrieg ausgelöst haben und da rummarodieren. Tchad: d'où vient l'arsenal des rebelles du Fact? (rfi.fr)Die Regierung bzw. das Regime des Tschad wirft der LNA vor die FACT bewaffnet zu haben. Denn die finden da nun lauter Waffen aus den Vereinigten Emiraten. Und der Wagner Truppe werfen sie vor diese ausgebildet zu haben. Oder wie es der Atlantic Council über die franzsösische Außenpolitik schreibt. "Zu sehen, wie einer der zuverlässigsten – aber autokratischsten – Partner Frankreichs in der Sahelzone von Söldnern getötet wird, die von der militärischen Unterstützung und Inkompetenz eines anderen von Paris unterstützten aufstrebenden Autoritaristen in Libyen profitierten, ist eine zynische Wendung des Schicksals."Déby’s death: A microcosm of the flaws of French foreign policy in Libya - Atlantic CouncilOder wie es in Frankreich so heißt. "Die Verbündeten unseres Verbündeten Haftar haben unseren Verbündeten Deby umgebracht...." Tchad : ces rebelles, alliés de notre allié Haftar, qui tuent notre allié Déby... | Secret Défense | L'Opinion (lopinion.fr)

RE: Frankreich verliert einen Freund | 02.05.2021 | 22:45

Dazu ein Artikel aus Frankreich. Tchad : ces rebelles, alliés de notre allié Haftar, qui tuent notre allié Déby... | Secret Défense | L'Opinion (lopinion.fr)Die FACT wurde ironischerweise von den Franzosen selbst hochgezüchtet, damit die in Libyen Haftar helfen Tripolis zu erobern. War eine muntere Koalition. Haftars LNA, die russische Wagner Truppe, das französische Militär, Söldner aus dem Tschad und dem Sudan, sowie Drohnen und Kampfflugzeuge aus den Vereinigten Emiraten. Nachdem das wegen der Türkei und ihren Drohnen und syrischen Söldnern nicht funktionierte wurden die FACT Truppen quasi arbeitslos, kehrten in den Tschad zurück. Erinnert tatsächlich etwas an die Amerikaner in Afghanistan. Die erst al Qaida gegen die Russen in Stellung brachten bevor diese sich dann gegen sie wandte. Solche Machtspiele sind nur traurig für die Region, die eigentlich reich aber so bettelarm ist.

RE: Unsichere Lage im Tschad | 25.04.2021 | 01:04

Okay. Die LNA sagt, dass es nicht ihre Söldner sind, die da rummarodieren. Auch wenn das innerhalb des Tschad und außerhalb alle Beobachter und Journalisten erklären. Nichtmal die Presse aus Bengasi in Form von al Marsad und Libya Review genauer eingehen möchten, wer genau die FACT ist und wer die so ausgebildet und hochgerüstet hat. Wären das Erdogans Leute kann man eigentlich ausgehen, dass al Marsad voll von Artikel über die FACT wäre. Wie gut die Regierung des Tschad auf die LNA zu sprechen ist sieht man darin, dass aus deren Reihen oder aus der Cyreneika (die an den Tschad grenzt) niemand zur Beerdigung eingeladen wurde. Aber gut. Ach joa. Die Französischen Zeitungen melden nun auch, dass das Haftars Leute waren. Was der Fall Déby über Frankreichs Afrikapolitik sagt (faz.net)Laut Beobachter soll Macron völlig wütend über Haftar sein. „Die Freunde unserer Freunde haben unsere Freunde getötet“.

RE: Unsichere Lage im Tschad | 24.04.2021 | 15:27

Ahja. Ein paar Behauptungen auf Twitter von LNA Unterstützern reichen ihnen um da einfach mal zu erklären, dass die Türkei im Tschad die FACT unterstützt. Ganz gleich was sonstige Journalisten und Beobachter vor Ort sagen. Oder aber, dass die GNU gestern in N'Djaména zur Beerdigung war. Interessant ist auch, dass weder die Libya Review, noch al Marsad genauer drauf eingehen, wer die FACT sind, wer die aufgerüstet hat und was die in Libyen genaueres getrieben haben. Das will man scheinbar in Bengasi gar nicht so genau wissen. Ein einfaches "Unsere Feinde waren das!" scheint zu reichen. صحيفة المرصد الليبية auf Twitter: "VIDEO | The funeral ceremony for #Chad's President Idriss #Déby in N'Djamena, in the presence of his family, heads of government and ambassadors, including #France's President Emmanuel #Macron, #Libya's President #Mohamed al-#Menfi, and #Nigeria's President Mohamed Abu #Azoum. https://t.co/1qiArHk1y0" / Twitter

RE: Kurznachrichten Libyen – 19.04.2021 | 23.04.2021 | 23:47

"Die Rebellenkämpfer von FACT sind eindeutig Feinde der LNA. Es ist wohl lächerlich, dass die russische Wagnertruppe die FACT ausbildet und bewaffnet, damit die gegen die LNA kämpft. Da werden Märchen verbreitet."Die LNA und die Wagnergruppe haben die FACT Truppen ausgebildet und bewaffnet, damit die in Tripolis kämpfen. Was sie auch getan haben. Nach dem Kriegsende kehrten die dann aufgerüstet und trainiert in den Tschad zurück. Mit dem bekannten Ergebnis, dass nun der Tschad im Bürgerkrieg versinkt.

RE: Kurznachrichten Libyen – 19.04.2021 | 23.04.2021 | 14:11

Die Türkei unterstützt im Tschad oder in der Sahelzone niemanden. Die haben da weder Verbündete vor Ort wie sies in Misrata und Tripolis haben, noch irgendwelche Zugangsrouten. Die Grenze zum Tschad wird von der LNA kontrolliert. Das ist einfach eine marodierende LNA Söldnerhilftruppe, die von der LNA Waffen erhalten hat und von den Wagners trainiert wurde. Da die Rebellen im Tschad nun vor der dortigen Haupstadt stehen will Frankreich dem neuen Regime helfen. Während Haftar wohl um den Schaden zu begrenzen ein Haufen LNA Truppen in den Fezzan schickt um die Grenzen zu schließen. Was wiederum die Libyan Army in Alarmbereitschaft versetzt hat, das soviel LNA unterwegs ist. Tschad: "Die Rebellen sind sehr, sehr stark" - Tschad - derStandard.de › InternationalTschad: Paris will Übergangsregierung stabilisieren | Euronewsتايمز البريطانية: شركة فاغنر دربت مرتزقة تشاد في ليبيا - ليبيا الأحرار (libyaalahrar.tv)LNA Strengthened Combat Readiness Along Border with Chad – Al Marsad

RE: Kurznachrichten Libyen – 19.04.2021 | 21.04.2021 | 23:41

Diese Truppe hat ein Anführer, der lange in Frankreich gelebt hat, dessen mehrere tausend Köpfe umfassende Armee mitten durchs LNA Gebiet marschiert ist ohne, dass die LNA großartig reagierte. Wie wahrscheinlich ist es, dass eine große schwerbewaffnete Armee aus Tripolis mitten durch den Fezzan marschiert ohne beheligt zu werden? Aber wer ist wieder Schuld? Die GNU und die Türkei :) "FACT wird von Mahdi Ali Mahamat geführt, einem erfahrenen Rebellenkämpfer, der sich im Exil in Frankreich aufgehalten hat, bevor er 2015 nach Libyen zurückkehrte. Er stammt aus der Volksgruppe Dazagada aus der Region Barh El Gazal im zentralen Tschad. FACT besteht aus vielen Kämpfern derselben Ethnie.

Im Gegensatz zu vielen anderen tschadischen Gruppen in Libyen habe FACT für den libyschen Militärkommandanten Khalifa Haftar gekämpft, sagte Jerome Tubiana, ein auf tschadspezialisierter Forscher.

"Er gab ihnen ungewöhnlich schweres Gerät - Lastwagen mit schweren Waffen. Haftar erlaubt ausländischen Truppen, die Ausrüstung, die er ihnen gibt, oder das, was sie von anderen libyschen Streitkräften einnehmen, zu behalten", sagte Tubiana."Explainer: Who are the rebels threatening to take Chad's capital? | Reuters

RE: Kurznachrichten Libyen – 19.04.2021 | 20.04.2021 | 23:04

"This is a text book example of how instability and the use of mercenaries in Libya has regional implications. The rebels from the Garaan tribe had been based in Juffra alongside Haftar's LNA and the Wagner PMC.Multiple sources say they were armed by the LNA (plausibly with the UAE having been the origin of the 4 by 4s they used and that were sent to LNA in several shipments) and received training from Wagner."Samer Al-Atrush auf Twitter: "Multiple sources say they were armed by the LNA (plausibly with the UAE having been the origin of the 4 by 4s they used and that were sent to LNA in several shipments) and received training from Wagner." / TwitterEntweder wurden die von der GNA und der Türkei bewaffnet und trainiert oder wahrscheinlicher von den Russen und der LNA. Auf jedenfall scheinen die im Tschad militärisch alles platt zu machen. Dass die Franzosen nicht eingreifen scheint eher auf die LNA zu schließen. Bei pro GNA und türkischen Truppen würden die sicherlich reagieren, anstatt etwas ratlos zu sein.

RE: Kurznachrichten Libyen – 25.03.2021 | 27.03.2021 | 14:22

Zur Sicherheitslage in Bengasi. https://libyareview.com/11440/two-suspects-in-al-wirfalli-assassination-arrested/Selbst die die Review schreibt mittlerweile, dass es die verschiedenen Fraktionen im Osten sind, die sich da über den Haufen schießen. Da gibts zur Zeit jeden Tag Attentate, weil nun die Verteilungskämpfe angefangen haben bzw. das LNA Zweckbündnis nun endet.Natürlich hat die russischen Wagner Gruppe nichts mit dem russischen Staat zu tun. Welche ständig Nachschub über den Luftweg direkt aus Russland oder aus Latakia/Syrien bekommt. Und die syrischen Söldner haben nichts mit der Türkei zu tun^^... Im LNA Gebiet galt es in den letzten Jahren als Hochverrat Bilder von den Wagners zu machen oder sie überhaupt zu thematisieren. Darum laufen die auch relativ unter dem Radar. Libyer die von ihnen Aufnahmen machen werden als "Muslimbrüder" verhaftet. Da war Haftar schon konsequent. Wagners beim Einkaufen in al MarjInsgesamt ist es faszinierend, wie sich die Türkei und Russland innerhalb Libyens erst bekriegten und anschließend einen Deal aushandelten, von dem beide profiitieren. Wie in Syrien oder Armenien. In Form von Dbeibah ihren Mann gefunden haben, der die türkischen und russischen Interessen gleichermaßen bedienen und kräftig Devisen nach Moskau und Ankara überweisen wird. Was er ironischerweise bereits 2010 tat. War neben Italien die Türkei und Russland Gaddafis bevorzugte Handelspartner. Und Gaddafis Organisator des ganzen ein gewisser Dbeibah.Haftar, Dbeibah and Menfi set to play key roles in Libya’s quest for stability | | AW (thearabweekly.com)

RE: Kurznachrichten Libyen – 25.03.2021 | 25.03.2021 | 22:35

"Werfalli – ein Hassobjekt der Dschihadisten. "Man muss kein Dschihadist sein um einen Massenmörder zu verachten oO Wenn sie mal ein paar Bilder von seinen Hinrichtungen brauchen. Warfalli richtet Menschen hinWarfallis OpferAber ja, wenns die "Richtigen" trifft... Dinge wie Prozesse sind auch überbewertet, wenn Ankläger, Richter und Henker eine Person sein können. In Bengasi scheint die Sicherheitslage zunehmend kritisch zu werden und es gibt immer mehr Morde. Vermutlich gehen sich da verschiedene LNA Fraktionen gegenseitig ans Leder oder Haftar lässt ein paar Leute beseitigen, die ihm nun nichts mehr bringen und nun Schereien verursachen. Zumindest haben laut Ahram Online, der größten ägyptischen Zeitung, die russischen Besatzungstruppen am 28.2. Sirte verlassen, wobei sie weiterhin nur 45 km von der Stadt Stellung bezogen haben.UN chief calls anew for foreign 'elements' to leave Libya - Region - World - Ahram OnlineÄgypten ist/war zwar mit der LNA verbündet, aber tausende schwerbewaffnete Russen will man da nicht vor der Haustüre haben, welche Militärstützpunkte in Waddan, Ras Lanuf, Sirte, Bengasi, Brak al Shati unterhalten. Haftar und Russland haben 2017 einen Militärpakt geschlossen, der ihm später ermöglichte seinen Marsch auf Tripolis zu unternehmen. East Libya strongman visits Russian aircraft carrier in Mediterranean: RIA | Reuters